Kunafa - ein beliebtes arabisches Dessert von Dubai bis Kairo

Kunafa - auzamkitchen
Kunafa - auzamkitchen
Der Fadenteig hat in orientalischen Ländern von den Emiraten (Kunafa) bis zur Türkei (Kadayif) eine lange Tradition. Eine besondere Nachspeise.

Nicht nur zu Ramadan wird in orientalischen Ländern nach dem Genuss typischer Gerichte wie Mashi oder Bamieh auch gerne eine Süßspeise gereicht, die den unbedarften Europäer vor einige Fragen stellt. Ein Kuchen, dessen Inneres anstelle von Teig aus feinen Fäden besteht, leicht angebraten, gefüllt mit - ja womit eigentlich? Und nach orientalischer Sitte ist dieses wirre Geflecht natürlich auch äußerst süß.

Wie wird dieser Teig gemacht?

Die Herstellung des Fadenteigs ist tatsächlich nicht ganz einfach und sollte von einem Profi erlernt werden. Dem Autor gelang ein genauerer Blick in einem Hinterhof in den Straßen Alexandrias, Ägypten. Das Geheimnis besteht im wesentlichen aus Mehl und Wasser, der dickflüssige Teig wird durch ein feines Sieb kreisförmig auf eine große Kochplatte geträufelt und sofort zu hauchdünnen Fäden gebraten. In europäischen Gefilden allerdings reicht bereits ein Besuch im nächstgelegenen Feinkostladen aus, um den Grundbestandteil für Kunafa im Kühlregal zu erhalten.

Vorbereitungen

Wie bei vielen populären Gerichten sind die regionalen Unterschiede der Zubereitung sehr groß, an dieser Stelle wird die klassisch ägyptische Variante verfolgt. Dabei wird der Fadenteig erst mit den Händen etwas gelockert und auseinander gezogen. Für ca. 500g Teig werden 250g Butter zerlassen und gleichmäßig über den Teig gegossen. Der Fadenteig wird nun in etwa zwei gleichgroße Mengen geteilt. Weiters eine Pfanne von 15 - 20 cm Durchmesser mit der Hälfte der Teigfäden füllen und fest andrücken. Die Fülle setzt sich schlicht aus Zucker, Zimt, Rosinen und Haselnüssen (oder Mandeln) zusammen, die Möglichkeiten zur eigenen Kreativität sind allerdings unbegrenzt. Häufig wird auch süßer oder neutral schmeckender Käse wie Ricotta oder Mozarella verwendet). Nun noch mit dem Rest der Teigfäden abdecken, andrücken - fertig - oder zumindest beinah. In Ägypten wird Kunafa oft nicht im Backofen gemacht sondern mit zwei Pfannen gleicher Größe, eine unter Umständen etwas heikle Angelegenheit, da der Fadenteig relativ leicht zerfällt (daher die Schichten immer gut andrücken) und außerdem schnell anbrennt.

Jonglieren mit zwei Pfannen

Der in zerlassener Butter getränkte Teig wird nun angebraten bis die äußerste Schichte goldbraun knusprig ist. Dann rasch mit der zweiten Pfanne wenden (Die Pfannen aneinander legen und drehen) und die andere Seite anbraten. Diese Prozedur eventuell wiederholen, bis der Kuchen goldbraun geworden ist, allerdings nicht austrocknen lassen.

Sirup muss sein

Ebenfalls recht simpel ist der Zuckerguss, im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Tasse Wasser zum kochen bringen, eine Tasse Zucker darin lösen, bei kleiner Flamme einkochen lassen bis ein dickflüssiger Sirup entsteht. Zitronensaft hinzufügen. Eventuell noch mit Orangenaroma oder ähnlichem verfeinern. Den Kuchen bestreichen.

Besonders gut mit Milch

In Ägypten wird Kunafa gerne warm gegessen, mit Milch. Dazu den Kuchen in tiefem Teller servieren und Milch in einem Kännchen bereit stellen. Je nach Geschmack etwas Milch darüber gießen und kurz rasten lassen bis das Teiggeflecht die Flüssigkeit aufnimmt. Alternativ eignet sich natürlich auch Schlagsahne.

Zutaten

500g Teigfäden

250g Butter

Rosinen

Haselnüsse (als ganzes)

Zimt

Zucker (2 Tassen)

Zitronensaft

Wilhelm Brenner - Studium der Biologie an der Universität Wien. Beschäftigt in einem Museum in Wien. Arbeitet als Autor und Texter. Besonderes ...

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