Die ersten Kung-Fu-Filme entstanden in den 1960er Jahren. Sie zeichneten sich zu jener Zeit durch die besonders ästhetisch in Szene gesetzten Kampfszenen aus, in welchen Kung-Fu-Kämpfer angeblich realitätsgetreu gegen ihre Feinde kämpften. Die Filme wurden schnell beliebt, da in ihnen besonders spektakuläre Bewegungen gezeigt wurden, außerdem war die Kampfkunst Kung Fu vorher beinahe unbekannt. Zu den Merkmalen dieser frühen Filme zählt auch die Handlung, welche oft aus Klischees über die fernöstliche Lebensart bestand.
Die Kung Fu-Film-Welle der 70er Jahre
In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts kam es zu einer Kung-Fu-Film-Welle. Viele Produktionen mit oft reißerischen Titeln und übertriebenen Kampfinszenierungen mit unrealistischen Riesensprüngen und scheinbar der Schwerkraft trotzenden Flugeinlagen brachten dem Genre eine große Beliebtheit ein. Diese Kung-Fu-Welle führte zu der Gründung von vielen Kung-Fu-Schulen außerhalb Chinas, da hier privat Vorbilder wie Bruce Lee nachgeahmt werden konnten.
Kung-Fu-Blockbuster wie "Tiger and Dragon" und "Kill Bill"
Nachdem die große Martial-Arts-Welle in der Filmindustrie durch Blockbuster verdrängt wurde, kamen kurzzeitig in den USA viele Filme in die Kinos, in denen amerikanische Darsteller chinesische Kampfkünste imitierten. Diese Filme verloren aber schnell wieder an Beliebtheit.
Nachdem er in den 90er Jahren fast verschwunden war, gab es auf dem Gebiet des Kung-Fu-Films ab der Jahrtausendwende eine Renaissance. Aufwändige Produktionen aus China wie ,,Tiger and Dragon‘‘ waren wieder kommerziell erfolgreich, woraufhin auch Hollywood anfing, neue Martial-Arts-Filme zu produzieren. Auch wurden viele Filme gedreht, deren Handlung sich nicht im fernen Osten abspielte, sondern die Schauplätze nach Europa oder in die USA verlegte. So zum Beispiel der Film ,,Kill Bill‘‘ des Regisseurs Quentin Tarantino, welcher weltweite Bekanntheit erreichte und ein kommerzieller Erfolg wurde.
Bekannte Kung Fu-Darsteller wie Bruce Lee, Jet Li und Jacky Chan
Bruce Lee:
Yun Fan alias Bruce Lee kam 1940 als Sohn eines Schauspielers in den USA zur Welt. Sein Vater erteilte ihm schon früh Unterricht in verschiedenen Kampfkünsten. Später wurde dieser Unterricht von Yip Man, einem Großmeister des Kung Fu, fortgeführt. Er siedelte 1959 in die USA über, wo er vom geben von Kung Fu-Unterricht lebte. Seine Schauspielkarriere begann 1966 in der Serie ,,The Green Hornet‘‘. Er wurde für seine spektakulären Kämpfe berühmt und spielte in zahlreichen Action-Filmen mit. Außerdem gründete er eine Vielzahl von Kung-Fu-Schulen und verdiente für damalige Verhältnisse sehr gut. Er starb im Alter von 32 Jahren an einem Gehirnödem.
Jet Li:
Zu den bekanntesten Kung-Fu-Darstellern in Filmen zählt der 1963 in China geborene Jet Li. Er fing mit acht Jahren an, Kung Fu zu trainieren und war international auf Turnieren erfolgreich, bevor er 1998 in ,,Lethal Weapon 4‘‘ sein Schauspieldebüt hatte. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten war er bald in weiteren Filmen zu sehen, die fast alle kommerziell erfolgreich waren. Dabei beschränkt er sich nicht auf reine Martial-Arts-Filme, sondern ist auch in vielen klassischen Actionfilmen zu sehen.
Jackie Chan:
Geboren im Jahr 1954 als Chan Kong-Sang wurde er in China als der Nachfolger Bruce Lees vermarktet. Um diesem Vorurteil zu entgehen, entwickelte er, im Gegensatz zu Bruce Lees ernsthaftem Kampfstil einen Stil, der vor allem durch komödiantische und selbstironische Elemente auffiel, aber auch durch viel Akrobatik. Er hat die Hauptrolle in über 60 Filmen gespielt und ist weltweit einer der bekanntesten Schauspieler.
