
- Der talentierte Kunstfurzer u.a. - Internet Verlag
Drei skurrile und zugleich tragische Figuren stellen die Protagonisten der kurzen Textsammlung, die sich trotz aller historischen Detailtreue klar dem Unterhaltungsanspruch verschrieben hat. Große Talente, menschliche Schwächen und immer wieder andere Zeiten brachten einzigartige Schicksale hervor, die zum Schmunzeln, aber auch Nachdenken anregen. Die mit trockenem Humor gespickten Denkanstöße lassen sich leicht und schnell zwischendurch lesen, aber entfalten dennoch mit bleibenden Erinnerungen ihre Nachwirkungen.
Der talentierte Kunstfurzer – die wahre Geschichte des Joseph Pujol
Den Auftakt bildet eine Hommage an den zu Unrecht vergessenen Shootingstar des Pariser Fin de Siècle. Joseph Pujol, der erfolgreichste Kunstfurzer aller Zeiten, versetzte mit seinen bis zur Perfektion trainierten Darmausstößen das Publikum des Moulin Rouge Abend für Abend in Verzücken. Doch das bewegte Leben für die anale Geräuschkunst war nicht nur von Ruhm und Reichtum geprägt, wissenschaftliche Anzweifelungen seiner Fähigkeiten und Auseinandersetzungen mit einer dreisten Nachahmerin, die „Le Pétomane“ den Rang streitig machen wollte, sorgten für Rückschläge.
Mit augenzwinkerndem Sprachwitz lässt Frieling den Glanz einer Epoche neu erstehen und entführt den Leser in die schummrigen Ecken der einstigen Pariser Bohéme mit ihren zeitlos komischen Skurrilitäten.
Der unverweste Ritter Christian von Kahlbutz
Unerklärlicher geht es dagegen bei der Legende des Ritters Kahlbutz zu, der nach einem Gewaltverbrechen einen Meineid schwor und dafür nach seinem Tod nie verwesen sollte. Noch heute pilgern Scharen an die schon zu DDR-Zeiten touristisch erschlossene Grabstätte des mumifizierten Gutsherrn Christian von Kahlbutz im brandenburgischen Kampehl. Bislang ist niemandem die Lösung des biologischen Rätsels gelungen, dafür konnte der gut erhaltene Leichnam schon für einige amüsante Streiche der Dorfjugend herhalten und nebenbei zum wirtschaftlich brisanten Politikum werden.
Der jubilierende Kastrat: Alessandro Moreschi
Eine Erzählung über das tragische Schicksal des letzten berühmten Kastraten im Dienste des Vatikan und des Einzigen seiner Zunft, dessen Stimme auf Schallplatte festgehalten wurde, Alessandro Moreschi, rundet den Band ab. Dabei erhält der Leser Einsichten in die musikalische Tradition des Gesangs für drei Geschlechter und ihre weitreichenden Folgen. Der Rückblick in das Leben und Wirken des 55-jährigen „Engels von Rom“, eines bartlosen Sängers mit metallener Sprechstimme, der die hohen Töne längst nicht mehr trifft, liest sich nicht nur für Musikliebhaber als bewegende Kurzgeschichte voller interessanter Fakten.
Über den Autor Wilhelm Ruprecht Frieling
Wilhelm Ruprecht Frieling, Jahrgang 1952, lebt als Autor und Verleger in Berlin. Er schrieb unter anderem bereits für das Börsenblatt des deutschen Buchhandels, Memo, Westermanns Monatshefte, Feinschmecker und New Yorker. Seine Veröffentlichungen umfassen über 20 Printbücher sowie zahlreiche E-Books.
Von 1983 bis 2002 leitete er die Werbe- und Verlagsgesellschaft Frieling & Partner GmbH, die unter dem Motto „Verlag sucht Autoren“ einen der bekanntesten Zuschussverlage im deutschsprachigen Raum etablierte. Das dortige Angebot gilt als das „schrägste, originellste und individuellste weit und breit“ (Zitat: Der Spiegel).
Wilhelm Ruprecht Frieling: Der talentierte Kunstfurzer / Der unverweste Ritter / Der jubilierende Kastrat, Ebook, Internet-Buchverlag, erhältlich als Amazon-Kindle-Edition, Mai 2011, 18 Seiten, 0,99 Euro.
Quelle: Homepage von Wilhelm Ruprecht Frieling
Bildquelle: Internet-Buchverlag
