
- Foto auf der Ausstellung - Niederländisches Büro für Tourismus
Rotterdam wiegt sich an der Maas, ist mit dem Hafen ein Tor zur Welt und für die Niederlande eine ganz untypische Stadt. Heute steht Rotterdam für avantgardistische Architektur, Kunst, Kultur und sieht sich selbst als ein Schmelztiegel der Kulturen. Die einst weltweit größte Hafenstadt verfügt über einen Museumspark. Und auch hier findet man nur wenig Bezug zur Geschichte dieser Stadt beziehungsweise des Landes.
Die Niederlande und das Wasser
Um so mehr überrascht die neue Ausstellung in der Kunsthal Rotterdam. Knappe vier Monate darf man der Ausstellung „Süß und Salzig“ beiwohnen. Rund 120 Werke beschäftigen sich mit Holland und dem Bezug zum Wasser. Das Wasser beeinflusst(e) die Geschichte die Niederlande seit ihrer geografischen Entstehungsgeschichte. Man schaue nach Flevoland. Dort versank einst Schokland in den Tiefen des Meeres. Heute vertritt die Insel das UNESCO-Weltkulturerbe in den Niederlanden. Flevoland ist übrigens, dank der Landgewinnung, die jüngste Provinz der Niederlande. Man schaue zum Abschlussdeich, der das heutige Ijsselmeer zu einem Eldorado für den Wassersport entstehen ließ. Mit Bewunderung verfolgte man die Entwicklung und Anpassungsfähigkeit von Flora und Fauna im Zusammenhang mit dem Wechsel von Salzwasser- zu einem Süßwassergebiet. Man nehme die Torfstecher, die über Jahrzehnte einen blühenden Handel mit den Hafenstädten betrieben. Die Mühlen von Kinderdijk erzählen noch heute die gesamte Geschichte. Wasser und Grachten sind das Wahrzeichen von Amsterdam.
Man könnte noch viele Erinnerungen wecken und sei es nur, dass die Niederlande zu den wenigen Ländern der Erde gehören, die teilweise unter dem Meeresspiegel liegen.
Süß und salzig – die Ausstellung in der Kunsthal Rotterdam
Die Erschließung von neuem Land, der Kampf gegen das Wasser aber auch die Launen und Mythen, die mit dem Menschen und dem Wasser in Verbindung stehen, hielten viele Künstler in ihren Werken fest. Die Ausstellung „Süß und Salzig“ zeigt rund 120 Kunstwerke und Mediabilder. Natürlich dürfen die Meister und Kunstschüler aus dem Goldenen Jahrhundert der Niederlande nicht fehlen. Man entdeckt Werke von Rembrandt, Bosch, Rubens und Ruysdael. Typisch für Rotterdam sind Werke aus der gegenwärtigen Kunst. Die mediale Welt bereichert diese Ausstellung mit Videowerken und Fotografien. Diese Arbeiten stammen überwiegend aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Das Highlight der Ausstellung bilden die zeitgenössischen Videokünstler. Mit dabei sind Arbeiten von Danielle Kwaaitaal. Die Ausstellung „Süß & Salzig – Wasser und die Niederländer“ öffnet vom 14.2.-10.6.2012, Dienstag bis Samstag 10:00 bis 17:00 Uhr, Sonntag von 11:00 bis 17:00 Uhr und bleibt wie viele andere Museen in den Niederlanden montags geschlossen.
Die gesamte Ausstellung ist ein Erinnerungsprojekt und soll nachhaltig in den Köpfen ihrer Besucher wirken. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt in Zusammenarbeit mit der Universität Leiden, dem beeindruckenden Kröller-Müller-Museum, dem erst wiedereröffnetem Rijksmuseum in Amsterdam und der Kunsthal in Rotterdam.
Daten zur Ausstellung:
Kunsthal Rotterdam, Museumspark,
Westzeedijk 341
3015 AA Rotterdam
Weitere Informationen: www.kunsthal.nl
www.rotterdam.info
