Kunsthalle Bremen – Wiedereröffnung und Leitungswechsel

Kunsthalle Bremen nach dem Umbau - CCP Visualisierungen, Berlin
Kunsthalle Bremen nach dem Umbau - CCP Visualisierungen, Berlin
Am 20. August 2011 ist es endlich soweit: die Kunsthalle Bremen öffnet nach umfangreichen Bauarbeiten wieder ihre Pforten. Zudem kommt ein neuer Direktor.

Zwei Jahre Pause waren veranschlagt, als die Kunsthalle Bremen im Dezember 2008 in die Bauphase ging. Wie so häufig bei Bauprojekten, dauerte es letztlich länger als geplant. Doch am 20. August 2011 ist es nun soweit: die Kunsthalle wird wiedereröffnet, größer als je zuvor. Die Noblen Gäste können heimkehren. Noch in diesem Jahr wird es außerdem einen Leitungswechsel geben.

Mehr Platz für die Kunst

Ganz schön viele Drittel: Ein Drittel zusätzliche Fläche sollen durch den Erweiterungsbau der Kunsthalle Bremen geschaffen werden – ein Drittel mehr Platz für die Kunst. Wie ist das möglich in einer Stadt, deren Ruf als ewiger Pleitegeier bald lauter durch die Welt hallt als der der Bremer Stadtmusikanten? Richtig, die Kosten werden gedrittelt. Ein Drittel wird privat finanziert, ein Drittel übernimmt der Bund und ein Drittel – oh je – das arme Land Bremen. 30 Millionen Euro waren für das Projekt Erweiterung und Modernisierung veranschlagt.

Das unter Denkmalschutz stehende alte Gebäude der Kunsthalle wird nun auf beiden Seiten von neuen Gebäudeteilen flankiert. Fünf- beziehungsweise sechsgeschossig sind diese, was aber weniger gewaltig aussieht als es sich anhört, da die Geschosse teilweise unter der Erde liegen. Der Entwurf stammt vom Berliner Architektenbüro Hufnagel Pütz Rafaelian. Eine 15-köpfige Jury hat ihn ausgewählt und begründete, der Entwurf sei eine "in jeder Hinsicht gut proportionierte Lösung mit hohen Qualitäten in der Nutzung bei einer gleichzeitig sehr guten städtebaulichen und architektonischen Einbindung in das Gartendenkmal der Wallanlagen".

Noble Gäste können sich auf baldige Heimkehr freuen

Für die Zeit der Umbauphase sind 200 Kunstwerke aus der Kunsthalle Bremen – die Noblen Gäste – ausgeschwärmt, um andere Häuser und deren Besucher zu erfreuen. Nach Berlin in die Liebermann-Villa sind einige von ihnen gereist, andere nach Hamburg in die dortige Kunsthalle, nach Köln ins Museum Ludwig, in die Alte und Neue Pinakothek München oder nach Leipzig ins Museum der Bildenden Künste sowie in viele weitere Städte der Republik. Wieder andere sind in Bremen geblieben und haben ein temporäres Zuhause in der Weserburg gefunden, in den Kunstsammlungen Böttcherstraße oder im Dom-Museum.

Architektur steht bei der Wiedereröffnung im Mittelpunkt

Am 20. August 2011 wird Aufgeschlossen! in der Kunsthalle Bremen. Das große Thema zur Wiedereröffnung ist die Architektur – konkret bedeutet das, die Räume werden überwiegend noch leer sein. Die ausgelagerten Kunstwerke und Bücher werden erst später nach und nach in die Kunsthalle zurückkehren. Bis all die vielen Tausend Gemälde, Skulpturen, Kunstwerke und Bücher wieder am angestammten oder neu zugewiesenen Platz sind, kann die Kunsthalle Bremen bei freiem Eintritt besucht werden.

Ein bisschen mehr als leere Räume wird es aber doch zu sehen geben: Die Schweizer Medienkünstlerin Pipilotti Rist ist mit "Ruhig durch die Wände" vertreten, James Turrell, ein amerikanischer Lichtkünstler, mit einer eigens für die Kunsthalle konzipierten Installation "above-between-below". Des Weiteren gibt es Werke von Wolfgang Hainke und Achim Manz zu sehen sowie den Licht- und Klangraum von John Cage. Am 15. Oktober 2011 startet dann die nächste große Ausstellung mit Werken des norwegischen Künstlers Edvard Munch. "Edvard Munch – Rätsel hinter der Leinwand" wird bis zum 26. Februar 2012 gezeigt.

Führungswechsel in der Kunsthalle Bremen

Kurze Zeit nach der Wiedereröffnung am 20. August steht der Kunsthalle Bremen noch eine weitere Neuerung ins Haus: Zum 23. September 2011 verabschiedet sich der derzeitige Direktor Prof. Dr. Wulf Herzogenrath in den Ruhestand. Zum 1. November 2011 tritt der Kunsthistoriker Dr. Christoph Grunenberg, derzeit Direktor der Tate Liverpool, seine Nachfolge an.

Quellen und weiterführende Informationen:

Pressemitteilungen der Kunsthalle Bremen

Lucy M. Laube, Foto: Marc Mußmann

Lucy M. Laube - Ich liebe es, wenn Menschen auf enthusiastische Weise absurde Dinge verkünden. Diese sammle ich, leider an verschiedensten Orten, so ...

rss