Kuriose deutsche Museen: Von B wie Bananen bis S wie Schnarchen

Die Bratwurst - auch ein Fall fürs Museum - © Martina Berg
Die Bratwurst - auch ein Fall fürs Museum - © Martina Berg
Was haben Holzwürmer, Bratwürste, Folterinstrumente, Giraffen und Mausefallen gemeinsam? Nichts? Oh doch - jedem dieser Dinge ist ein Museum gewidmet.

Meiden Sie Museen, wo es nur geht? Sind Ihnen die meisten klassischen Sammlungen einfach zu langweilig? Fühlen Sie sich in den noblen Hallen einer Gemäldegalerie voller alter Meister einfach nur unwohl? Dann sollten Sie einmal eines der hier vorgestellten Museen besuchen – Spaß, Spannung, Staunen und Kurzweile sind garantiert.

Das Erste Deutsche Bananenmuseum

Josefine Baker sorgte in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts für einen Skandal, als sie mit nichts als einem Bananenröckchen begleitet auftrat. Das Erste Deutsche Bananenmuseum in Sierksdorf (Schleswig-Holstein) widmet der farbigen Tänzerin und Sängerin daher eine Sonderausstellung. Der Künstler Bernhard Stellmacher (Künstlername Stelli Banana) gründete das private Museum 1991. Unter den fast 11.000 Exponaten finden sich ein Bananen-Stich von Maria Sibylla Merian, die Banane von Andy Warhol, Plüschbananen, Werbeartikel in Bananenform, Transportfässer für Bananenbrei, eine „Bananenkrummbiegemaschine“ und ein „Bananomat“. Der zahlt Geld aus, wenn man eine Banane einwirft.

Das Holzwurm-Museum in Quedlinburg

Im waldreichen Harz ist das in Europa einzigartige Holzwurm-Museum angesiedelt. Neben 200 Gegenständen aus Holz wie Stuhlbeine und ein Kirchenaltar mit typischen Holzwurm-Schäden gibt es auch lebende Holzwürmer wie den Weidenbohrer und den Hausbockkäfer zu sehen. Zwei Termitenvölker kann man bei ihrem zerstörerischen Werk beobachten. Das Museum befindet sich am Ortsausgang Richtung Halberstadt an der Ecke Halberstädter- und Schillerstraße. Geöffnet ist es Montags bis Freitags von 9 bis 17 Uhr.

Das Mausefallen- und Kuriositätenmuseum in Güntersberge (Harz)

Das Mausefallen- und Kuriositätenmuseum zeigt zahlreiche skurille, witzige, nutzlose, geniale und funktionierende Mausefallen. Sie sollten auch unbedingt die Galerie der stillen Örtchen besuchen. Diese in Deutschland wohl einmalige Bildergalerie zeigt über 100 Fotos, gemälde und Zeichnungen zu diesem wohl menschlichsten Bedürfnis. Ergänzt wird die Galerie durch eine seltene Kollektion alter deutscher Kackstühle. Der älteste ist soll etwa 500 Jahre alt sein. Daneben gibt es alte Damenunterwäsche, Klistierspritzen, Keuschheitsgürtel, Flohfallen, Nachttöpfe und vieles andere zu bestaunen. Geöffnet ist die private Ausstellung nur am Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Gruppen können sich auch in der Woche zu einem Besuch anmelden.

Das Halloren-Schokoladenmuseum in Halle (Saale)

Nicht nur private Sammler haben interessante Ausstellungen zu bieten, es gibt auch einige Unternehmen, die sehenswerte Firmenmuseen unterhalten. Ein Besuch des Schokoladenmuseums von Deutschlands ältester Schokoladenfabrik ist natürlich gerade für Schleckermäuler fast schon Pflicht. Von der Ernte der Schokolade bis zur fertigen Schokoaldenspezialität reicht das Ausstellungsspektrum. Samstags und Sonntags gehört außerdem eine Führung durch die Produktion zum Angebot. Übrigens ist Naschen ausdrücklich erwünscht!

Das Giraffen-Museum in Dortmund

Nicht in Afrika sondern in Dortmund ist eine der größten Giraffen-Herden zu Hause: über 20.000 der Langhälse hat der Sammler Heinz-Jürgen Preuß in seinem Giraffen-Museum zusammengetragen. Eine lebensgroße Giraffe im Vorgarten des Museums sorgt dafür, daß das Museum nicht übersehen wird. Besucher sollten sich auf manche „giraffige“ Überraschung freuen: neben zahllosen Giraffen aus Plüsch, Holz, Glas, Metall, Plastik und Stein gibt es Giraffen auf Tassen, Schlipsen, T-Shirts, Kugelschreibern, Taschen, Feuerzeugen und Briefmarken. Draußen im Garten steht eine drei Meter hohe Efeu-Giraffe und bei schönem Wetter können sich Kinder auf einer Giraffen-Rutsche oder einem Giraffen Schaukeltier vergnügen.

Mittelalterliches Foltermuseum in Rüdesheim

Etwas gruselig ist es ja schon, sich all die im Mittelalterlichen Foltermuseum gezeigten Folterinstrumente im Gebrauch vorzustellen. Aber zur Rechtsgeschichte des Mittelalters gehört dieses düstere Kapitel einfach dazu. Ganz stilecht werden in einem historischen Gewölbekeller auf 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche 144 Folterwerkzeuge sowie eine umfangreiche Bildergalerie präsentiert. Exekutionswerkzeuge, Werkzeuge der öffentlichen Demütigung und der Folter sind hautnah zu erleben. Die Informationen über Hexenverfolgung, Folter, Inquisition und mittelalterliches Recht ist zwar sachlich und informativ aufgebaut, doch Kindern unter 7 Jahren sollte man dieses Museum dann doch noch nicht zumuten.

1. Deutsches Bratwurstmuseum in Holzhausen (Thüringen)

Vegetarier sollten um das 1. Deutsche Bratwurstmuseum besser einen weiten Bogen machen. Wurstfreunde kommen hier aber voll auf ihre Kosten: alles rund um die Bratwurst hat hier seine Heimat gefunden. Vom Schwein über die Schlachtung und die Wurstherstellung bis zum Verzehr reicht die Palette. Anekdoten und jede Menge Kurioses kommen auch nicht zu kurz. Urkundlich wurde die Thüringer Bratwurst übrigens 1404 im Arnstädter Jungfrauenkloster erstmals erwähnt. In der Gaststätte neben dem Museum gibt es übrigens – welche Überraschung – Thüringer Bratwurst.

Kurioses Muschel-Museum im Nordseebad Wremen

Wer im Kuriosen Muschel-Museum eine wissenschaftlich aufbereitete Ausstellung mit lateinischen Klassifizierungen und biologischen Erläuterungen erwartet, wird sicherlich heftig enttäuscht. Alle anderen werden an diesem Muschel-Museum ihre helle Freude haben. Die Ausstellungsmacher haben bei der Benennung der Muscheln ihre ganze Fantasie spielen lassen und so gibt es „Ferkel“, „Hiroshima“ oder auch „Waldsterben“ - alles arrangiert in witzigen Muschelbildern. Und was hat es mit dem Telefonhörer, dem rote Plastikfisch und den Konservendosen auf sich? Das wird nur im Museum verraten!

Das Schnarchmuseum in Alfeld-Langenholzen

Ein Museum der ganz anderen Art ist das Schnarchmuseum in Alfeld-Langenholzen. Die Alfelder Schlafapnoe-Gesellschaft (ASG), eine der ältesten deutschen Selbsthilfegruppen für Schlafapnoeiker, hat Kuriositäten rund um das Schnarchen gesammelt und das Museum gegründet. Es ist erstaunlich, wieviele merkwürdige Apparate schon zur Schnarchvermeidung erfunden wurden. Manche der Hilfsmittel erinnern stark an Folterinstrumente und ob sie auch wirken steht auf einem anderen Blatt. Unterhaltsam und informativ ist ein Besuch aber auf jeden Fall.

Martina Berg, Antje Lindert-Rottke

Martina Berg - Geboren wurde ich 1959 in Alverdissen, einem kleinen Flecken im wunderschönen Lipperland (das liegt im nordöstlichen Zipfel ...

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