Schlacht um Kursk – Unternehmen Zitadelle 1943

Im Juli 1943 ereignete sich die größte Panzerschlacht der Geschichte. Es war die endgültige Wende im Osten und zeichnete das Ende des Dritten Reichs ab.

Trotz der schweren Niederlage in Stalingrad sind die Deutschen und ihre Verbündeten immer noch auf russischem Boden und bilden eine lange Front von der Arktis bis zum Schwarzen Meer. Im Süden, 530 km von Moskau entfernt, weist die Front einen Bogen auf, der nach hinten Richtung Deutschland verläuft. Es ist eine Gegend rund um die Stadt Kursk. Hitler beschließt von Süden und Norden her anzugreifen, um die beträchtlichen sowjetischen Kräfte, die sich dort verschanzt haben, einzukesseln und zu vernichten.

Neue Panzer sollen für den Sieg sorgen

General Guderian rät dem Führer von diesem Angriff ab, doch Hitler ist sicher, über die nötigen Mittel zu verfügen, um erfolgreich zu sein. Die deutsche Kriegsindustrie soll die nötige Zahl an Panzern rechtzeitig bereitstellen. Die Panzerdivisionen werden wieder aufgefüllt. Sie erhalten die neuen Typen „Panther“ und „Tiger 1“, die es bezüglich Panzerung und Bewaffnung mit den russischen T-34 und „Stalin“ aufnehmen können, sowie die neue Panzerabwehrwaffe „Elefant“.

Um Monate verschoben findet die für Mai geplante Offensive erst im Juli statt. Unternehmen „Zitadelle“ sollte als größte Panzerschlacht der Geschichte eingehen. Mit Informationen von Partisanen versorgt, haben sich die Sowjets vorbereitet. Die eindrucksvolle Verteidigung umfasst fünf Linien mit befestigten Stellungen und Panzersperren. Die Russen beginnen in der Nacht vom 4. auf 5. Juli 1943 den zum Angriff ausholenden Feind mit Artillerie zu beschießen.

Die unüberwindbare sowjetische Sperre

Im Morgengrauen brechen die Panzerdivisionen von Generalfeldmarschall von Kluge Richtung Süden auf. Ihnen folgen Minenexperten und, falls dies möglich ist, kleine ferngesteuerte, mit 100 kg Sprengstoff gefüllte Kettenfahrzeuge.

Der zweite Tag ist von hartnäckigen deutschen Vorstößen gekennzeichnet. Doch die sowjetische Verteidigung ist zu stark. Beide Seiten werfen Reserven ins Gefecht. Dem Befehlshaber der 9. Armee, Generalfeldmarschall Model, gelingt es an der linken Flanke bei Ponyri und an der rechten bei Teploye durchzubrechen. Dies ist der weiteste Punkt des deutschen Vorstoßes im Nordabschnitt. Die sowjetischen Sperren sind unüberwindbar und die Kräfte reichen nicht mehr aus.

Die Panzerschlacht in Nahkämpfen

In den nächsten Tagen gelingt es den Truppen Models mühevoll weiter vorzustoßen, doch 50 km vor Kursk werden sie aufgehalten. Model beschließt zur Verteidigung des eroberten Gebiets überzugehen. Die Deutschen können die Russen an der zweiten Linie zurückdrängen, doch ist die deutsche gepanzerte Infanterie gezwungen zurückzubleiben, um noch existierende feindliche Kessel zu zerstören. „Tiger“ und „Panther“ stehen den Bunkern und Panzerabwehrgruppen allein gegenüber.

Am 12. Juli erfolgt der Entscheidungsschlag. Die Deutschen greifen mit ihrer Luftwaffe an und die Russen antworten mit Artilleriefeuer. Alle taktischen Pläne gehen im Kampfgewirr der Panzer unter. Die Kämpfe finden auf kurze Distanz statt und Pulverdampf sowie aufgewirbelter Staub zwingt zu einer Unterbrechung der Angriffe. Es ist nicht mehr möglich Freund und Feind zu unterscheiden.

Die deutschen Panzer, für den Nahkampf ungeeignet und daher nicht in der Lage, ihre wirkungsvollen Geschütze einzusetzen, werden von den zahlenmäßig überlegenen sowjetischen Panzern attackiert, die sie durch Schüsse aus der Nähe und Rammstöße außer Gefecht setzen. Die Kämpfe dauern zwölf Stunden und kommen erst bei Einbruch der Nacht zum Erliegen.

Ende der Offensive und der deutschen Initiative

Am 13. Juli unterbricht Hitler, der den Angriff bei Kursk am vehementesten unterstützt hat, das Unternehmen „Zitadelle“. Nicht zuletzt weil am 10. Juli englisch-amerikanische Truppen auf Sizilien gelandet sind und es daher notwendig ist, Verbände von der Ostfront nach Italien abzuziehen. Obwohl bei Kursk mehr russische Panzer als deutsche auf dem Schlachtfeld verloren gehen (1.800 gegen 1.500), kann Moskau diesen Verlust leichter ausgleichen als Berlin.

Die Panzer, die dem Dritten Reich in den Blitzkriegen so viele Siege brachten, waren inzwischen sehr verbraucht. Die sowjetische Gegenoffensive am 16. Juli bei Kursk wirft die Deutschen 160 km nach Westen zurück. Mit der Schlacht bei Kursk hatten die Deutschen endgültig ihre Initiative im Krieg verloren. Das Ende des Dritten Reichs zeichnete sich ab.

Michael Keller - Mein Name ist Michael Keller, ich bin 20 Jahre und studiere in Mainz Filmwissenschaft und Politikwissenschaft. Unter anderem verfasse ...

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