
- Der Misselhorner Hof bei Hermannsburg - Elke Schulze
Der Naturpark Südheide besteht aus drei Heideflächen, der Heide am Schillohsberg, der Heidefläche am Weesener Weg und der Misselhorner Heide. Diese liegt zwei Kilometer östlich von Hermannsburg. Hier gibt es noch unverfälschte Heideflächen mit knorrigen Wachholderbüschen und weitläufigen Wäldern. Etwa 800 m von der Misselhorner Heide entfernt liegt das Anwesen des Bundestrainers der Ein- und Zweispänner-Fahrer, Eckhard Meyer. Neben Meyers Reitstall mit Stallungen und Wiesen gibt es hier den Misselhorner Hof mit den Gänsestuben, der auf eine lange Tradition als ehemalige Post- und Zollstation zurückblickt. Schon in früheren Zeiten wurden Pferde und Reisende in dieser Umspannstation versorgt, die sich auf dem Weg von Lüneburg nach Celle und umgekehrt befanden.
Bundestrainer Eckhard Meyer
Der gebürtige Hermannsburger Eckhard Meyer ist mit Pferden aufgewachsen. Bereits mit 13 Jahren bestritt er sein erstes Turnier als Reiter. Nach einer landwirtschaftlichen Lehre und der Übernahme des elterlichen Betriebes begann er 33-jährig mit dem Zweispännersport, um zwei Jahre später auf den Vierspänner umzusteigen. Der Zweispänner war aber eher sein Metier, und so schirrte er ab 1988 wieder nur zwei Pferde an. Es begann eine erfolgreiche Karriere. 1990 wurde er Deutscher Vizemeister, 1991 Deutscher Meister und Vize-Weltmeister in Zwettl/AUT, 1993 Mannschaftsvizeweltmeister in Gladstone/USA, 1994 gewann er mit der Mannschaft den Donaualpenpokal, belegte in der Einzelwertung den zweiten Platz und wurde wieder Deutscher Vizemeister. Er ist Fahrlehrer, Richter und Parcourschef bis zur Klasse S und seit 14 Jahren Bundestrainer.
Fahrkurse und Training auf dem Misselhorner Hof
Auf seinem Heidehof gibt es viel Platz für Mensch und Tier. Für Gastpferde stehen ausreichend Boxen und Weiden zur Verfügung. Es gibt eine Reithalle, einen Fahrplatz und die Geländehindernisse sind in Vorbereitung. Angeboten werden Dressur- und Geländelehrgänge, auch für Vierspänner, sowie Fahrkurse mit dem Ziel, dass Fahrabzeichen abzulegen. Weiterhin ist hier das Trainieren und das Einfahren von Pferden möglich. In dem leicht hügeligen Gelände des Naturparks und in einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands, dem Lüßwald, lassen sich Fahrpferde hervorragend konditionieren. Pferde für den Fahrunterricht, aber auch zum Reiten, sowie unterschiedliche Kutschen, stehen auf dem Hof zur Verfügung. Willkommen ist hier jeder, ob Anfänger oder Profi, Freizeit- oder Turnierfahrer, Pony-, Warmblut- oder Kaltblutfahrer, ein, zwei-, vier- oder sechsspännig, jung oder alt.
Wer bei Eckhard Meyer persönlich Fahrunterricht haben möchte, sollte allerdings einen Termin mit ihm absprechen, denn sein Terminkalender ist durch die Arbeit als Bundestrainer gut gefüllt. Trotzdem ist er gerne bereit, in seiner knapp bemessenen Zeit zu Hause, Pferd und Mensch zu unterrichten oder mit seinen Kaltblütern vor dem Planwagen eine Gruppe Touristen durch die Heide zu kutschieren und mit Kaffee und Kuchen zu versorgen.
Nicht weniger guten Unterricht im Fahren gibt Hans Voß. Er ist langjähriger Mitarbeiter und Freund der Familie Meyer. Abends, nach einem lehrreichen Tag in gemütlicher Runde, weiß er viel aus früheren Zeiten zu erzählen, in denen er als Beifahrer von Eckhard Meyer einiges erlebt hat.
Zwischen den Trainingszeiten können es sich die Pferde auf den umliegenden Wiesen gut gehen lassen oder sich in den Boxen ausruhen.
Gemütliche Gästezimmer und gutes Essen
Aber nicht nur für die Pferde wird gut gesorgt in Meyers Reitstall. In dem zum Anwesen gehörenden Misselhorner Hof gibt es gemütliche Gästezimmer, die zur Übernachtung einladen. So kann man den Fahrlehrgang mit einem angenehmen Urlaub verbinden. In den Gänsestuben werden die Lehrgangsteilnehmer kulinarisch verwöhnt. Die trockene Theorie wird in gemütlichem Ambiente vermittelt, bevor es in den Stallungen darum geht, das Erlernte in die Praxis umzusetzen. Und spätestens wenn man auf der Kutsche sitzt und über die weitläufige, vielleicht sogar blühende Heidelandschaft fährt, gut gehende Pferde vor sich und einen kompetenten Fahrlehrer neben sich hat, ist man von dem Fahrsportvirus befallen.
