Kylie Minogue "The Albums 2000-2010" 5-CD-Box

Kylie Minogue, The Albums 2010-2011, CD-Cover - EMI
Kylie Minogue, The Albums 2010-2011, CD-Cover - EMI
Nach der Remix-„Boombox" veröffentlicht Kylie Minogue eine erneute CD-Box; diesmal mit ihren fünf Studio-Alben des letzten Jahrzehnts - ohne Bonustracks.

In England muss nur der Name Kylie ertönen, schon ist das It-Girl wieder mit ihrer Comeback-Single auf Platz # 1 der Charts. So erklärt sich die dortige Chart-Position von „Spinning Around“, das nicht wie ein Nr.1-Hit klingt, sondern eher durchschnittlich. „On A Night Like This“ ist auch eher eine Produktion, wie es für ehemalige Schlager-Sternchen wie Michelle („Wer Liebe Lebt“) geschrieben wird. Auffüll-Hits wie „So Now Goodbye“, „Loveboat“, „Koocachoo“, „Under The Influence Of Love“ stellen dar, wie sehr die Luft aus der Kylie-Mania vor zehn Jahren bereits raus war. Bei „Disco Down“ gab man sich wieder mehr Mühe, doch ein Tanz-Hit für die Disco ist das auch nicht geworden. „Can You Turn My World Around / When You Burn This Disco Down“ - sehr seltsamer Text.

Album "Light Years" enthält Disco-Hit und Duett mit Robin Williams

„Please Stay“ - in Flamenco-Pop-Art produziert, der stampfende Disco-Hit „Butterfly“ und die bittersüße Ballade „Bittersweet Goodbye“ zählen mit „I'm So High“ und dem Album-Titel-Song zu den gelungenen Hits von „Light Years“. Neben "Kids" (Duett mit Robin Williams) ist „Your Disco Needs You“ der wirklich gute Single-Hit dieses Albums, der auf der Single wesentlich fetziger inszeniert wurde - und in verschiedenen Versionen, die mit Comments in verschiedenen Sprachen erhältlich sind – ist als Album-Version eher eine Dub-Version.

„Fever“ - Mega-Comeback für Kylie Minogue

Das Riesen-Mega-Comeback hatte Kylie mit ihrer von Cathy Dennis komponierten Single „Can't Get You Out Of My Head“ und dem Album „Fever“, das sie weltweit noch bekannter machte, als in den 80er Jahren. „Love At First Sight“, „In Your Eyes“ und „Come Into My World“ wurden ebenfalls weltweite Chart-Hits. „More More More“, „Fever“, „Fragile“, „Dancefloor“ wurden so produziert, dass man sie gerade noch nicht als Album-Auffüll-Songs bezeichnen kann. Bei den letzten drei Songs „Love Affair“, „Your Love“ und „Burning up“ war die Kreativität und Luft bereits wieder aus – mehr Gesäusle als Gesang. Dennoch ist „Fever“ ein gelungenes Konzept-Album, wenn man von „Give It To Me“ absieht, denn dieser rockige Song hebt sich vom Prinzessinen-Pop des „Fever“-Albums ab. Dass Kylie gerne zwischen den Genres wechselt, zeigte sie bereits mit ihrem Indie-Album „Impossible Princess“ und als Duett-Partnerin von Nick Cave („Where The Wild Roses Grow“).

„Body Language“: Kylie räkelt sich auf Album-Cover wie Brigitte Bardot

Ganz schnell wurde nach „Fever“ das Album „Body Language“ nachgeworfen, da die Maschinerie Kylie wieder sehr gut funktionierte. „Slow“ und „Red Blooded Woman“ wurden Riesen-Hits.

Mit „Still Standing“ versuchte man auf der 80s-Welle mitzureiten, eine richtige Konstruktion hat dieses Lied aber nicht. „Secret (Take You Home)“, „Promises“, „Sweet Music“, „Obsession“, „I Feel For You“, „Someday“, „Loving Days“, „After Dark“ - alles sehr schnell und lieblos produzierter Pop-Shit, der, wenn er bei H & M und Co. eingelegt wird, die Kundschaft verscheucht. Bei vielen dieser „Auffüllsongs eines Albums mit zwei Single-Hits“ möchte man nach den ersten drei Strophen bereits wegzappen. Wer aber auf Kylie-Einheitsbrei steht, ist auch mit „Body Language“ bestens bedient, für das man sich das Aufnahmestudio ein paar Tage länger hätte mieten sollen. Deshalb floppte auch die dritte Single daraus. „Chocolate“ - sowieso mutig, so etwas säuselndes als Single und nicht als B-Seite auszukoppeln.

„X“ wurde überschattet von Kylies Brustkrebs-Erkrankung

Die Auswahl der Songschreiber für das „X“-Album war sehr groß, darunter befanden sich auch Ex-Bananarama/Ex-Shakespears-Sister Siobhan Fahey und Boy George als Produzenten. Leider entschied man sich seitens der Plattenfirma nicht für deren Songs, obwohl „Lose Control“ und „I Am Ready“ immens besser produziert sind, als „Speakerphone“, „Sensitized“, „Heart Beat Rock“, „All I See“ (Flop-Single), „Stars“ und „NU – DI – TY“ - alles lieblos ausgewählte Auffüll-Songs. Die erneute „Come-Back-Single“ „Two Hearts“ ist eine sehr gut gelungene Single-Produktion. Rhythmisch, erotisch, originell. Calvin Harris („Acceptable in the 80s“, „I'm Not Alone“) produzierte Kylies Hit-Single „In my Arms“, die zeitgleich mit „Wow“ ausgekoppelt wurde. „The One“ avancierte im Remix von Freemasons zum Club-Hit. „No More Rain“ sowie „Cosmic“ sind süß und nett – aber auch nicht mehr als das. Kylies Leben wurde während der „X“-Album-Promotion von einer Brustkrebs-Erkrankung überschattet, von der sie sich nach einer Chemotherapie erholte.

„Aphrodite“ - Hit-Garantie mit Madonna-Produzenten

Will man auf Nummer Sicher gehen, macht man es als Prinzessin des Pop wie die Queen of Pop Madonna und bucht deren Album-Produzenten. Stuart Price, der Madonnas Mega-Albums „Confessions On A Dancefloor's“ Unterschrift trägt, produzierte auch Kylies „Aphrodite“ und die darauf enthaltene Hit-Single "All The Lovers". Eine detaillierte Album-Besprechung finden Sie in diesem Suite101-Artikel. Insgesamt ist „Kylie Minogue – The Albums 2000-2010“ eine Kollektion für Kylie-Hardcore-Fans, denn mit Bonus-Tracks, B-Seiten, unveröffentlichtem Material oder Single-Remixe wäre diese Hit-Box interessanter. Wer diese Kylie-Alben noch nicht in seiner Sammlung hat, bekommt sie nun preisgünstig zusammen in einer Box.

Kylie „The Albums 2000 – 2010“ erschien am 15. Juli 2011 bei EMI

Döringer, Martin, (c) Marlonski

Martin Döringer - Martin schreibt nicht nur Online-Reviews, sondern moderierte/interviewte live bei Radio-ALEX und stellte TV-Clips her, diente dabei ...

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