Lacrosse-Meister Mathew Medjeral

Lacrosse - Mathew Medjeral - Silke Schlüter
Lacrosse - Mathew Medjeral - Silke Schlüter
Der Hamburger Mathew Medjeral spielt seit zehn Jahren Lacrosse - ein ungewöhnlicher Sport, der auch in Deutschland immer mehr Anhänger findet.

„Jagst Du etwa Schmetterlinge?“ Seit zehn Jahren hört Mathew Medjeral diesen belustigen Spruch immer wieder, wenn er zum Lacrosse-Training geht und den 1,80 Meter langen „Stick“ mit dem kescherartigen Netz am oberen Ende bei sich hat. Ein bisschen erinnert sein Schläger tatsächlich an ein Fangnetz für exotische Falter, doch der harmlose Eindruck endet jäh, wenn der durchtrainierte Hamburger in seine Montur schlüpft: Mit einem Helm wie ihn Hockeyspieler tragen, dicken Handschuhen und Polstern an allen sensiblen Körperstellen wirkt er durchaus respekteinflößend.

Nationalsportart in Kanada

Lacrosse zählt in Kanada zu den Nationalsportarten. Insbesondere bei den Männern ist es ein sehr schnelles, körperbetontes Spiel, bei dem ein bis zu 120 km/h schneller Hartgummiball mit dem Netzschläger ins gegnerische Tor befördert werden soll. „Wer das erste Mal bei einem Match zusieht, fragt sich unweigerlich, ob die Spieler wissen, was sie da tun“, sagt Mathew schmunzelnd. „Es sieht aus wie eine einzige wilde Rangelei um den kleinen Ball, und die Regeln sind anfangs schwer zu verstehen.“

Als der heute 32-Jährige sich im Jahr 2000 für diesen Sport zu begeistern begann, ging es ihm auch nicht viel anders. Aber er lernte schnell und schon bald wurden die Talentsucher auf den Lokstedter aufmerksam. So kam es, dass Mathew Medjeral 2002 mit dem Nationalteam an der Weltmeisterschaft in Australien teilnahm sowie 2008 an den Europa-Meisterschaften in Finnland.

Größter Erfolg: Deutscher Meister 2008

Als seinen bisher größten Erfolg wertet er allerdings die Deutschen Meisterschaften 2008. Hier errang nicht nur sein eigenes Team, die Herren A des HTHC Hamburg Warriors, den Meistertitel, auch die Damen und die Knaben holten sich die begehrten Pokale.

Ein idealer Sport für Kinder und Jugendliche

Gründe, warum er Lacrosse gerade Kindern und Jugendlichen empfehlen würde, kann der diplomierte Sportwissenschaftler etliche nennen: „Es ist ein Mix aus vielen Sportarten. Jeder, der Sport in irgendeiner Form betreibt, kann seine dort gewonnenen Erfahrungen nutzen und ausbauen. Es gibt viel Körperkontakt wie beim Eishockey, einen Feldaufbau wie beim Fußball und das Stellungsspiel ähnelt dem beim Hockey und beim Basketball. Lacrosse ist technisch anspruchsvoll und erfordert eine sehr gute Kondition. Die Spielsprache ist Englisch, sie verlangt den Spielern viel Kommunikation ab.“

Die Hamburg Warriors auf Erfolgskurs

Die Entwicklung der Hamburg Warriors hat der im Stadtteil Lokstedt lebende Hamburger in den letzten Jahren maßgeblich begleitet. Jetzt sieht er viele Talente in den Teams. Deshalb fällt es ihm auch nicht schwer, davon zu sprechen, seine aktive Laufbahn in absehbarer Zeit zu beenden: „Ich merke, dass ich nicht mehr ganz so schnell bin und länger brauche, um Verletzungen auszukurieren“, sagt er erfrischend offen.

Deutsche Lacrosse-Meisterschaften im Juni in Bremen

Doch bevor er sich als Lacrosse-Obmann verstärkt den administrativen Belangen widmet, will Mathew es noch einmal wissen – und zwar bei den Deutschen Meisterschaften am 11. und 12. Juni in Bremen. Mehrere Warriors-Teams sind derzeit dabei, sich für die Teilnahme zu qualifizieren. Die Knaben A sieht Medjeral in einer klaren Favoritenrolle und bei den Damen ist er gespannt, wie stark sie sich mit ihrem neuen Trainer Robert Eakins präsentieren werden. Und wie stehen die eigenen Chancen auf einen weiteren Meistertitel? Mathew hält den Ball lieber flach: „Unsere Herren hatten unter Trainer Kyle Hawkins eine sehr gute Saison. Sie treten allerdings stark verjüngt an. Das wird einfach nur spannend!“ Die Patenschaft für die diesjährigen Deutschen Meisterschaften hat übrigens Per Mertesacker übernommen.

Silke Schlüter - (Freiberufliche) Journalistin seit 1995 Tätigkeitsfelder: Redaktion, Online-RedaktionProdukt- und Marken-PRStartUp-Beratung in ...

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