
- Filmplakat Langaan - Rapid Eye Movies
"Lagaan – Es war einmal in Indien"... wenn ein Film schon im Titel wie ein Märchen beginnt, kann man sich auf Wunder gefasst machen, auf böse, fast teuflische Gestalten, gut aussehende Prinzen, die heldenhaft die Prüfung bestehen, und eine hübsche Prinzessin, die ihr Herz erobert.
Die Ausgangslage: Ein ungerechtes Regime im Jahr 1893
Wir schreiben das Jahr 1893, die indische Landbevölkerung leidet unter der Herrschaft der britischen Kolonialherren. Durch ein ausgeklügeltes System sind die Marahadscha vollkommen abhängig von den Soldaten des Empires. Die britischen Kommandanten schützen die lokalen Fürsten vor ihren Nachbarn. Dafür müssen diese Steuern entrichten, um die Truppen zu finanzieren. Diese Abgabe, im Volksmund "Langaan" genannt, holen sich die Marahadscha von den Bauern. Diesen bleibt am Ende kaum etwas zum Leben.
Britische Kolonialherrscher treiben in Indien ihr Unwesen
Ende des 19. Jahrhunderts ist die Arroganz der englischen Kolonialherrscher fast ins Unermessliche gestiegen. Selbst die einfachen Kommandanten führen sich wie Könige auf und knechten das Volk auf unerträgliche Weise.
Die Geschichte des Films "Lagaan – Es war einmal in Indien" spielt irgendwo in Indien, in einer kleinen Provinz. Seit Wochen warten die Bauern auf den heißersehnten Regen, ohne den sie wieder ein schlechtes Erntejahr zu erwarten hätten. Um die Götter um Segen zu bitten, wollen die Bauern in einen Tempel im Nachbardistrikt, um zu beten. Der dortige Marahadscha liegt in Fehde mit ihrem Herrscher und verweigert ihnen den Besuch der heiligen Stätte. Kommandant Russel (Paul Blackthorne) zeigt schnell sein wahres Gesicht. Als der Marahadscha um Hilfe bittet, versucht er den Herrscher zu zwingen, Fleisch zu essen. Als dieser sich als überzeugter Hindu und Vegetarier weigert, erhöht der Kommandant das Langaan für das laufende Jahr.
Verzweiflung im Dorf und eine Herausforderung
Die Bauern sind verzweifelt, als sie davon erfahren. Sie wollen um Gnade bitten und geraten in ein Cricketspiel. Als es fast zur Eskalation kommt, weil einer der Bauern den Ball aufhebt, greift der Bauer Bhuvan ein. Er vergleicht das Spiel mit einem Ballspiel, dass die Kinder in Indien schon seit Jahrhunderten spielen. Kommandant Russel fühlt sich in seiner Ehre gekränkt. Er zieht das Kinderspiel ins Lächerliche und fordert Bhuvan heraus. Die Bauern sollen gegen die Briten antreten. Gewinnen sie, wird ihnen drei Jahre lang das Lagaan erlassen. Verlieren sie hingegen, zahlen sie die dreifache Menge. Zum Entsetzen der anderen Bauern nimmt Bhuvan die Herausforderung an. Drei Monate bleibt den Dorfbewohnern, um das Spiel und die Regeln zu lernen. Der gesamte Distrikt schließt sich Bhuvan an. Als Elisabeth, die Schwester von Kommandant Russel, den Dorfbewohnern hilft, stehen die Chancen gar nicht so schlecht.
"Lagaan" ist ein indisches Märchen: Gut kämpft gegen Böse
"Lagaan – Es war einmal in Indien" erzählt von den Auswüchsen der englischen Kolonialherrschaft. Über Jahrhunderte wurden die Ungerechtigkeiten immer größer. Das gesamte Land war gelähmt unter der Abhängigkeit des Empire. Für die Engländer waren die Inder Bürger zweiter Klasse, die froh sein konnten, Kinder des Königsreichs zu sein. Arroganz und Missbrauch waren an der Tagesordnung. Letztendlich führte der Hochmut der Engländer zu den Ereignissen rund um Mahatma Ghandi. "Lagaan – Es war einmal in Indien" berichtet von einem Inder, der sich nicht beugen will und den Mut hat, den verhassten Engländern die Stirn zu bieten.
Kein Klamauk in Sicht, dafür authentische Charaktere
Unter der Regie von Ashutosch Gowariker entstand ein Film, der westlichen Kriterien durchaus standhält. Auch für europäische Zuschauer ist er sehr sehenswert, da er von der üblichen Mischung aus Klamauk und Liebesgeschichte absieht. Hier geht es um einfache Bauern und arrogante Herrscher. Liebevoll und authentisch werden die Charaktere dargestellt. Auch die Annäherung von Elisabeth Russel und der Landbevölkerung wirkt absolut natürlich.
Reise zurück ins neunzehnte Jahrhundert
Die Zuschauer werden sich ins Jahr 1893 zurückgesetzt fühlen. Es ist nicht nur eine interessante Reise in die Geschichte, auch die Regeln des Cricket werden einem beigebracht. Leicht zu verstehen ist das Lieblingsspiel der Briten nicht. Gegen die komplizierten Regeln ist Baseball ein Kinderspiel! Nebenbei lernt man noch eine wichtige Lektion: Selbst wenn die Lage aussichtslos erscheint, darf man sich niemals unterkriegen lassen, einen Ausweg gibt es immer!
"Lagaan – Es war einmal in Indien" auf DVD
Am 16. Oktober 2009 kommt "Lagaan – Es war einmal in Indien" als Spezial-DVD mit neuer Synchronisation und einer Menge Extras auf den Markt.
