Lagenschwimmen und Lagenstaffel

Eine Wettkampfdisziplin – Der Zehnkampf beim Schwimmen

Auf die Plätze ... - Sabrina Sann
Auf die Plätze ... - Sabrina Sann
Schmetterlingschwimmen, Brustschwimmen, Rückenschwimmen und Freistil - wie werden die Schwimmstile beim Lagenschwimmen kombiniert? Was sagt die Wettkampfbestimmung?

Lagenschwimmen ist der Zehnkampf im Schwimmen, wie Ex-Bundestrainer Manfred Thiesmann einst verlauten lies. Zwar ist es den Disziplinen nach wohl eher ein Vierkampf, doch die gefühlte Anstrengung rechtfertigt den Vergleich: vom Schmetterlingstil auf den Rücken, vom Rücken in den Bruststil und weiter im Freistil. Und zwar genau in dieser Reihenfolge. Ohne Pause.

Und wie wechselt man den Schwimmstil technisch korrekt?

Ganz einfach: Der Anschlag beim Schmetterlingschwimmen erfolgt in Bauchlage und mit beiden Händen gleichzeitig. Dann folgt die Kippwende mit leichter Drehung, die durch den Abstoß komplett in die Rückenlage führt. Nicht mehr ganz so einfach ist dann der Wechsel vom Rücken- in den Bruststil: Hier kann nach Wandanschlag ein Purzelbaum rückwärts gemacht werden, sodass die Füße an die Wand anschlagen und ein Abstoß in Brustlage stattfinden kann. Der Einfachheit halber kann der Wechsel auch als Kippwende mit Drehung in Brustlage erfolgen. Wenn es allerdings auf die Zeit ankommt, empfiehlt sich eine Kombination aus beidem: Der Arm schlägt in Rückenlage an die Wand an, und zwar nicht direkt über dem Kopf, sondern noch ein Stück daneben. So sollte beispielsweise die linke Hand etwa über der rechten Schulter anschlagen, um eine Körperspannung links aufzubauen. Mithilfe dieser Körperspannung lassen sich die Beine linksseitig über die Wasseroberfläche an die Wand schwingen. Der Abstoß führt den Körper dann in Brustlage. Der Wechsel vom Brustschwimmen ins Kraulschwimmen erfolgt wieder über die Kippwende.

Vier Disziplinen, je 100 Meter – perfektes Training für den Staffelwettbewerb.

Was ist ein Staffelwettbewerb?

Beim Staffelschwimmen werden ebenfalls Lagen geschwommen. Aus organisatorischen Gründen allerdings in einer anderen Reihenfolge. Und pro Lage von einem anderen Schwimmer. Teamsport also. Da beim Rückenschwimmen nicht vom Startblock abgesprungen wird, ist dieses die erste Staffeldisziplin. Sobald der erste Lagenschwimmer nach 100 Meter wieder an der Wand angeschlagen hat, schwimmt der nächste mit Absprung vom Startblock los: Brust. Danach der Schmetterling-, danach der Freistilschwimmer. Erfolgt der Absprung vom Startblock, bevor der vorherige Schwimmer angeschlagen hat, wird die ganze Mannschaft disqualifiziert.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Freistil und Kraulschwimmen?

Praktisch gibt es fast keinen Unterschied, theoretisch jedoch schon: Beim Kraulschwimmen darf nichts als gekrault werden. Beim Freistil darf die Schwimmart grundsätzlich frei gewählt werden: Der Schwimmer darf rücken- oder kraulschwimmen wie auch im Brust- oder Schmetterlingstil. Im Rahmen des Lagenschwimmens allerdings muss der Freistil eine andere Schwimmart sein als die festgesetzten Lagen Rücken, Schmetterling oder Brust. Faktisch also Kraul. Es sei denn, man möchte zum Beispiel paddeln wie ein Hund. Das wäre erlaubt. Da Kraulschwimmen jedoch der schnellste Schwimmstil ist, wird beim Freistil in der Regel gekrault. Im Gegensatz zum Kraulschwimmen darf beim Freistil übrigens sogar nach Start und Wende bis zu 15 Metern getaucht werden!

In diesem Monat – Mai 2009 – entscheidet sich übrigens, ob Hamburg die Schwimm-WM 2013 ausrichten wird. Das wäre das zweite Mal, dass Deutschland Austragungsort für die Schwimmweltmeisterschaft wäre – das erste Mal war 1978 in Berlin.

Texterin und freie Autorin, Sabrina Bodo

Sabrina Bodo - Sabrina Bodo schreibt, konzipiert und korrigiert. Werbetexte und Sachtexte. Für Unternehmen und Privatpersonen. Bei Suite101 ist sie ...

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