
- Vortrag halten - Maren Beßler
Ob vor einem Referat in der Schule bzw. Universität, oder vor einer Powerpoint-Präsentation im Rahmen eines Business-Treffens. Die Aufregung, das Herzklopfen, das Zittern der Hände - alles geht mit ihm einher, dem Lampenfieber. Mit ein paar kleinen Vorbereitungen kann man dem Lampenfieber entgegen treten und zugleich einen beeindruckenden Vortrag halten.
Übung ist die beste Vorbereitung für ein Vortrag
Es bringt nichts, man muss das Halten von Referaten üben. In der Theorie kann man viel wissen - doch das Wichtigste ist die Praxis. Nur durch reales Präsentieren kann man auch besser werden. Das Gute daran ist, dass man bei jedem Vortrag etwas dazulernt, was man beim nächsten Mal besser machen kann. Das Lampenfieber sinkt allmählich, da die Sicherheit wächst und man sich vor kommenden Präsentationen vorbereiteter fühlt.
Vor der Präsentation die Räumlichkeit und Technik überprüfen
Um nicht in ein Fettnäpfchen zu treten, sollte man sich nach Möglichkeit ein paar Tage vor dem Referat die Räumlichkeit ansehen. Dadurch kann man abschätzen, wie die Akustik im Raum ist und ob es zum Beispiel eine Tafel gibt und ein Beamer. Es ist wichtig, dass die Technik bei der Präsentation reibungslos läuft. Gerade durch unvorhergesehene Pannen wird man nervös und das Lampenfieber steigt zusätzlich. Wenn also kein Beamer im Raum ist, hat man so noch die Möglichkeit einen im Vorfeld zu organisieren.
Den Vortrag in Gedanken durchgehen
Bevor es ernst wird, sollte man den Ablauf der Präsentation mental durchgehen. Dabei sollte man sich ausmalen, wie es in einer perfekten Version abläuft. Außerdem sollte man unangenehme Eventualitäten mit einkalkulieren. Dies sind zum Beispiel Fragen, die auftreten können, sowie technische Probleme. Auch wenn man sich im Vorfeld um die Technik gekümmert hat, kann immer etwas Unerwartetes passieren. Die Technik kann manchmal unberechenbar sein. Und wenn man nicht gerade ein Computer-Spezialist ist, sollte man unbedingt einen Plan B parat haben, falls die Technik ausfällt.
Vor einem Bekannten das Referat halten und dabei das erste Training gegen Lampenfieber absolvieren
Neben dem Gedankendurchgang ist es vor allem auch elementar, dass man die Präsentation einem Bekannten vorträgt. Da man generell den Zeitrahmen einhalten sollte, ist dies eine gute Möglichkeit auszutesten, wie viel Zeit der Vortrag im Realen beansprucht. Außerdem kann der Bekannte (am besten ein Kommilitone oder Arbeitskollege) so mancherlei Hinweise geben, auf die man beim alleinigen Üben nicht gestoßen wäre. Das Lampenfieber kommt garantiert auch schon beim Präsentieren vor dem Bekannten hervor. Dies ist aber nicht schlimm, sondern eher als eine zusätzliche Übung anzusehen, die dem Lampenfieber entgegen wirken soll.
Abstand zum Referat gewinnen
Es bringt absolut nichts, wenn man kurz vor dem Referat nochmal in seine Folien hineinschaut. Damit macht man sich nur verrückt. Dann fallen einem noch Fehler auf, oder etwas, was man umschreiben könnte, oder dass es noch eine ungeklärte Lücke gibt. Stattdessen sollte man sich ein paar Stunden vor dem Vortrag mit anderen Dingen beschäftigen, die bestenfalls auch gute Laune erzeugen. Vor allem ist es wichtig, dass man auch ein paar Tage vorher nichts mehr an seiner Präsentation ändert und vor allem nicht alles umwirft. Man hat sich für diese Thematik und Herangehensweise entschieden und dafür gab es auch gute Gründe. Diese Motive sollte man sich vergegenwärtigen, damit man gegebenenfalls seine Präsentation verteidigen kann.
Positive Gedanken schaffen, die dem Lampenfieber ein Strich durch die Rechnung ziehen
Ein wichtiges Kriterium sind die Gedanken. Diese sollten keineswegs gegen einen selbst gerichtet sein. Gedanken wie: „Ich schaffe das nicht. Ich bin zu aufgeregt. Hoffentlich überstehe ich das.“, sind tabu! Die Gedanken sollten stattdessen positiv ausgerichtet sein, einen unterstützen und motivieren. Beispiele dafür sind: „Ich schaffe das. Ich werde selbstbewusst vor der Gruppe sprechen und alles rundum meistern.“ Da Angst, wie das Lampenfieber es darstellt, und positives Denken nicht gleichzeitig im Gehirn existieren können, ist dies eine gute Möglichkeit dem Lampenfieber entgegen zu treten.
Von dem eigenen Vortrag überzeugt sein
Es ist signifikant, dass man von dem eigenen Referat überzeugt ist. Wenn dies nicht der Fall ist, wird das Publikum es einem anmerken. Die Fragen hinterher werden einen nur umso mehr quälen und man wirkt unsicher. Demnach sollte man von dem Thema, über das man referiert, auch Ahnung haben. Wenn man sich mit dem Fachgebiet eingehend beschäftigt hat, dann merken das auch die Zuhörer. Man tritt automatisch sicherer auf und ist auch vor Fragen gewappnet.
Man steht nicht allein mit dem Lampenfieber da
Das Gute am Lampenfieber ist, dass man damit nicht allein dasteht - auch wenn man sich dies manchmal einbildet. So gut wie jeder kann sich in die Situation hineinversetzen. Wenn man also vor der Gruppe steht und gleich anfängt, seinen Vortrag zu halten, sollte man sich dies vor Augen führen. Das Gefühl, dass man mit einem „Problem“ nicht allein ist, gibt einem Kraft.
Sich an gute Präsentationen erinnern, mildert das Lampenfieber
Irgendwann im Leben, gab es vielleicht schon mal ein Referat, bei dem man im Nachhinein positives Feedback erhalten hat. Genau an diesen Vortrag sollte man sich erinnern und herausfiltern, warum er so gut gelaufen ist. Auch das stärkende und zufriedene Gefühl, dass man nach dem Präsentieren hatte, sollte man sich vergegenwärtigen.
Ein vertrautes Gesicht im Publikum nimmt einem ein bisschen das Lampenfieber
Menschen, die gelangweilt der Präsentation horchen, nützen einem nichts. Das verunsichert und man weiß nicht, ob es am Referat selbst liegt. Doch darauf sollte man sich keinesfalls stützen. Stattdessen sollte man lieber Personen anschauen, die direkten Blickkontakt zu einem aufnehmen. Personen, die nickend und offen dasitzen, beruhigen und bestärken einen.
Falls man auf Nummer sicher gehen möchte, kann man auch im Vorfeld jemanden ansprechen, der genau diese Aufgabe übernehmen soll. Ein vertrautes Gesicht, das einem zunickt und Sicherheit während des Vortrags gibt, nimmt zusätzlich das Lampenfieber.
Positive Seiten des Lampenfiebers
Auch wenn man das Lampenfieber beseitigen oder zu mindern versucht, ist es durchaus nützlich zu wissen, dass Lampenfieber seine positiven Seiten hat. Lampenfieber gibt einem einen Adrenalin-Stoß. Ohne ihn würde man längst nicht so leistungsfähig sein. Nach einer Präsentation fühlt man sich stark, dass man das Lampenfieber und den Vortrag überstanden hat und letztendlich vielleicht auch alles richtig gut gelaufen ist. Es gibt einen den gewissen Kick. Und diese kleinen Aufregungen, machen das Leben doch erst interessant.
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