
- Lampenfieber - Isabelle Razawi
Lampenfieber wird zwar meistens als lästig empfunden, aber kann auch eine nützliche Reaktion auf den bevorstehenden Auftritt sein. Viele Künstler schätzen das durch Lampenfieber ausgeschüttete Adrenalin im Körper, weil es wach macht und die Konzentration schärft. Jedoch ist es wichtig, Versagensängsten bereits im Vorfeld den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Gut geprobt ist halb gewonnen
Vor dem Auftritt – sei es als Redner oder als Darsteller auf der Bühne – ist eine gründliche Vorbereitung oberstes Gebot. Jegliche Unsicherheit verschlimmert das negativ empfundene Lampenfieber. Als Redner sollten Sie Ihren Text wie ein Schauspieler üben. Gehen Sie ihn mehrmals stumm im Kopf durch und legen Sie fest, welche Wörter Sie wie betonen wollen. Falls Sie nicht auswendig sprechen, machen Sie sich deutliche Notizen. Halten Sie Ihre Rede laut vor einem imaginären Publikum oder auch vor Freunden oder Ihrer Familie. Proben Sie den Ernstfall. Auch im Kopf.
Mentales Training
Diese Methode verwenden viele Künstler und vor allem Leistungssportler, um sich mental auf einen Wettkampf vorzubereiten, am besten abends vor dem Einschlafen, wenn Sie entspannt sind (gut wäre es, wenn Sie schon mehrere Abende vor dem Auftritt zu üben anfangen, wenigstens aber am Abend davor): Malen Sie sich aus, wie Sie ihren Auftritt gerne hätten. So lebensecht wie möglich.
Stellen Sie sich vor Ihrem inneren Auge die Situation genau vor – Ihre Wirkung aufs Publikum, die innere Ruhe, die Sie dabei erfüllt, inklusive den Applaus danach und Ihre Freude über Ihren Erfolg. Sollten sich immer wieder Zweifel und Ängste melden, halten Sie sich positive Erfahrungen vor Augen und wenn es nur eine kleine nette Bemerkung war.
Reden Sie sich selbst gut zu – und das mit häufigen Wiederholungen. Formulieren Sie dabei simpel und stets positiv, etwa: "Erfolg ist sicher. Ich bleibe ruhig und gelassen, mutig und frei." Schließlich ist es so weit: Sie haben sich optimal vorbereitet – und trotzdem plagen Sie Herzrasen, Sie haben feuchte Hände und zittrige Knie vor dem Auftritt? Sorgen Sie sich nicht. Atmen Sie!
Yoga- Atemübung gegen Lampenfieber
Setzen Sie sich bequem mit geraden Rücken auf einen Stuhl. Schließen Sie die Augen und legen Sie eine Hand auf Ihren Bauch. Atmen Sie langsam ein. Dabei sollte sich Ihr Bauch nach außen wölben und Ihr Brustkorb ausdehnen. Atmen Sie vollständig aus. Nun zählen Sie beim Einatmen bis drei, beim Ausatmen bis sechs. Machen Sie das einige Male. Dann stellen Sie sich vor, Sie nehmen mit jedem Einatmen Energie in Form von Licht auf, das wohlig in Ihren Körper strömt.
Mit jedem Ausatmen lassen Sie Ihre Ängste, Ihre Nervosität aus dem Körper strömen. Atmen Sie ruhig weiter und lenken Sie das imaginäre Licht zu einem Punkt auf der Stirn zwischen Ihren Augenbrauen. Denken Sie an Ihre bevorstehende Aufgabe und schicken Sie Energie in Form eines gebündelten Lichtstrahls dorthin. Nun sind Sie bestens gerüstet für Ihren Auftritt. Sie spüren eine lebendige Energie und sind hellwach und konzentriert.
Blockaden
Sollten sich währenddessen Blockaden in ihrem Kopf bilden, etwa nach einem Verhaspler, schieben Sie negative Gedanken wie "Wie peinlich!" sofort beiseite und bleiben Sie ganz auf Ihre Sache konzentriert. Machen Sie sich bewusst, dass Sie Ihr eigenes Lampenfieber um ein Vielfaches stärker wahrnehmen als Ihr Publikum. Was Ihnen peinlich vorkommt, wird oft von außen nicht einmal bemerkt.
