
- Ritterspielplatz im Glacis - Elvira Lauscher
Die bayrische Stadt Neu-Ulm führte in den letzten Jahren oft ein Schattendasein gegenüber dem baden-württembergischen Ulm mit dem Münster und anderen touristischen Anziehungspunkten. Und das, obwohl beide Städte nur durch die Donau voneinander getrennt sind. Doch auch das noch junge Neu-Ulm hat in den letzten Jahren kräftig aufgeholt. Das „Projekt 21“ mit der Tieferlegung der Bahngleise und Neugestaltung von 18 Hektar Innenstadtfläche zeigen unter anderem die Investitionen in die Zukunft. Mit der sehenswerten Landesgartenschau, die vom 25. April bis zum 5. Oktober stattfindet, hat Neu-Ulm eine weitere Attraktion geschaffen.
Glacis, Vorfeld und Wiley – drei Gelände mit unterschiedlichen Themen
Was auf den ersten Blick ungewöhnlich anmutet, zeigt sich beim Besuch der Gartenschau als eine raffinierte thematische Aufteilung. Eine Landesgartenschau und drei verschiedene Areale? Es geht und es ist sogar alles bestens zu Fuß oder mit dem regelmäßig fahrenden Shuttlebus zu erreichen. Vom neuen Hauptbahnhof aus führt der Weg zuerst über das Glacis. Hier sollen Wohnideen und Gartenbau der Zukunft gezeigt werden. Das nur 2,6 ha große Vorfeld sieht von Außen auf den ersten Blick nicht so attraktiv aus, doch die Blumenschau und kreativen Gartengestaltungen auf dem ehemaligen Gelände der Stadtgärtnerei bieten einige beeindruckende Traumgärten und raffinierte Details wie Pflanzenkläranlagen oder Wasser-Senkgärten. Durch den ehemaligen Stützpunkt der bis 1991 stationierten US-Soldaten, der heute attraktiver Wohnplatz ist, geht es zu dem größten 16,4 ha großen Gelände, das Wiley. Hier wird Sportkultur und Gartenpracht gezeigt.
Kinderfreundlich vom Preis und den Attraktionen
In allen drei Parkteilen haben die Initiatoren auch Kinder mit in ihre Planung integriert. Es gibt die unterschiedlichsten Spielplätze vom Ritterspielplatz im Glacis, einer Bastel- und Kreativwerkstatt für Kinder im Vorfeld und einer ganzen Fülle von Spiel- und Sportmöglichkeiten im Wiley. Neben der Gelegenheit sich auszutoben oder auch auf dem Baywatch-Wasserspielplatz zu erfrischen, ist aber auch die Möglichkeit gegeben, sich für Natur und Technik zu begeistern. Die Mitmachausstellung „Phänomikon – Physik ist cool“ im Vorfeld ist dafür ein Beispiel, aber auch der Zauberwald mit vielen Exponaten von Kindern aus Schulen in und um Neu-Ulm, Kräuterbeeten und viel Wissenswertem ist zu nennen. Besonders fair ist der Tages-Eintrittpreis von 3,- Euro pro Kind und die Dauerkarte um 30,- Euro. Auch kinderreiche Familien können sich da einen Ausflug leisten und dazu einen kostenlosen Böllerwagen für einen entspannten Aufenthalt ausleihen.
Tagesauflüge ohne Langeweile
Aushalten kann man es stundenlang auf der Landesgartenschau Neu-Ulm. Das liegt zum einen daran, dass es Sonnen- und Schattenbereiche gibt und sehr viel Abwechslung für jede Altersgruppe geboten wird. Natürlich ist in jedem Bereich auch für ausreichende Bewirtung gesorgt, doch auch wer mit eigener Verpflegung kommt, findet genug Platz, um es sich immer wieder gemütlich zu machen, wie z.B. auf der mit 35 Metern „längsten Bank der Welt“, die aus dem Holz einer Douglasie geschreinert wurde. Zum anderen ist die Offenheit der Schau hervorzuheben, die besonders in dem großen Gelände im Wiley zu bemerken ist. Keine endlosen Blumenrabatten, die mehr ermüden, als erfreuen, keine symmetrischen architektonischen Planmeilen, keine Vorgaben, wo man gehen oder liegen darf. Immer ist Platz für gesellige und gemütliche Treffen und Begegnungen. Picknickwiesen, eine bombastische Skater-Fläche, an der man die akrobatischen Fähigkeiten junger Skater oder Biker bewundern kann, ein Fußballplatz, die verborgenen Gärten im Graben der Ludwigsvorfeste oder der romantischen See laden zum Verweilen ein und lassen keine Langeweile aufkommen. Und wer noch bis zum Abend bleiben möchte, kann an manchen Tagen auch noch Kultur auf der Waldbühne oder an anderen Örtlichkeiten genießen.
Fazit: Die Landesgartenschau Neu-Ulm ist eine geglückte Verbindung zwischen Freizeitoase und Ausstellungsfläche, die der ganzen Familie Spaß macht. Durch die neuen Grünflächen wird die Stadt auch für die Zukunft attraktiv.
Nächste Landes- und Regionalgartenschauen in Bayern
- 2009 – Natur in Rain vom 29. Mai bis 23. August
- 2010 – Landesgartenschau Rosenheim vom 23. April bis 03. Oktober
- 2011 – Kitzingen
- 2012 – Bamberg
- 2013 – Tirschenreuth
- 2014 – Deggendorf
Bisherige Landesgartenschauen
- 2008 Neu-Ulm
- 2006 Marktredwitz
- 2004 Burghausen
- 2002 Kronach
- 2000 Memmingen
- 1998 Neumarkt
- 1996 Amberg
- 1994 Hof
- 1992 Ingolstadt
- 1990 Würzburg
- 1989 Straubing
- 1988 Dinkelsbühl
- 1985 Augsburg
- 1980 Neu-Ulm
Bisherige Regionalgartenschauen – Natur in der Stadt
- 2007 Waldkirchen
- 2003 Roth
- 2001 Cham
- 1999 Neustadt bei Coburg
- 1997 Arnstein
- 1995 Waldkraiburg
