
- Winfried Kretschmann - Die Grünen
Am Sonntagabend stellte sich heraus, dass momentan die "Grünen die stärkste Partei in Baden-Württemberg sind und und Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) neuer Regierungschef ist. Die Wahl in Baden-Württemberg gilt als Vorausschau auf die Bundestagswahl und ist aus diesem Grund für viele Politiker deutschlandweit richtungsweisend.
In einem Interview mit dem „Stern“ sagte Forsa-Chef Manfred Güllner am 23. März dass viele Bürger den abrupten Schwenk der Regierung in der deutschen Atompolitik für pure Wahltaktik halten. Mit dieser Aussage traf er nach Ansicht vieler Wähler „den Nagel auf dem Kopf“. Das zeigt sich auch bei den Wahlprognosen, denn: Als potenzielle Gewinner der Landtagswahl in Baden-Württemberg werden plötzlich „die Grünen“ gesehen, die aber nur gemeinsam mit der SPD eine Mehrheit bilden könnten. Selbst die Kernwähler der CDU sind von der neuen, grünen Einstellung gegen Atomkraftwerke ihrer Kanzlerin Angela Merkel überrascht, denn in Deutschland habe sich doch ihrer Meinung nach nichts geändert. Das Wahlprogramm, die Kandidaten.
Wer ist der Spitzenkandidat der „Grünen“ Winfried Kretschmann?
Winfried Kretschmann; ist Fraktionsvorsitzender von „Bündnis 90/Die Grünen“, einer Partei, die sich für soziale Projekte, ökologische Land-und Forstwirtschaft, erneuerbare Energie und Umweltschutz einsetzt. Er wurde 1948 in Spaichingen, einem Dorf auf der schwäbischen Alb in Baden-Württemberg geboren. Kretschmann studierte an der Universität Hohenheim,, bei Stuttgart, Naturwissenschaften und lehrte nach dem Staatsexamen in Stuttgart und Esslingen Biologie, Chemie und Ethik. Winfried Kretschmann ist mit seiner Frau Gerlinde verheiratet und hat drei, inzwischen erwachsene Kinder. 1979 bis 1980 zog er als Mitbegründer der „Grünen“ in Baden-Württemberg erstmals in den Stuttgarter Landtag ein und war 1980 bis 1984; 1988 bis1992 und von 1996 bis zum Jahr 2011 dort Mitglied. 1982 wurde er in Esslingen Kreistagsabgeordneter. 1983 und 1984 war Kretschmann Sprecher der Grünen im Landtag. In den Jahren 1985 und 1986 holte ihn Umweltminister Joschka Fischer ins erste grüne, hessische Umweltministerium. Seit 2002 ist er der Fraktionsvorsitzende „der Grünen“ im Landtag und wohnt in Sigmaringen. Genauer gesagt, im von ihm und seiner Frau umgebauten ehemaligen Restaurant "Lamm" , mitten im Stadtteil Laiz. Gerlinde Kretschmann ist Leherin an der Grundschule in Bingen, nahe bei Sigmaringen und gehörte langjährig, als "Grüne", dem Gemeinderat in Sigmaringen an. In der Amtsperiode 2004/2009 war sie dort die Fraktionsvorsitzende "der Grünen". Winfried Kretschmann zeichnete sich bisher nicht als großer Redner aus, kann seine Meinung aber fundiert und sorgsam überlegt, überzeugend darlegen. Er geht sorgsam mit Finanzen und Finanzvorschlägen um und ist örtlich dafür bekannt, dass er keine vorschnellen, unüberlegten Entscheidungen fällt.
Hat Winfried Kretschmann eine Chance Ministerpräsident zu werden?
Seit 30 Jahren sitzen "die Grünen" im Landtag Baden-Württemberg auf der Oppositionsbank und haben in dieser Zeit Politik aktiv mitgestaltet. Seit den Anfangsjahren hat sich in der Welt und in der Gesellschaft von Baden-Württemberg viel verändert. Die „Grünen“ sind mit ihrem Grundsatzprogramm in „die Mitte der Gesellschaft“ angekommen und Kretschmann wurde für die Landtagswahl im März 2011 zum Spitzenkandidaten nominiert. „Jetzt wird es Zeit mit zu regieren und Baden-Württemberg zu begrünen“ ist die Meinung der „Grünen“ und die Umfragen zeigen, dass immer mehr Menschen genau das unterstützen. Die baden-württembergischen „Grünen“ sind vor den Wahlen gespannt, ob ihrer Kandidaten Winfried Kretschmann und seine Team, die Landtagsabgeordneten Bärbl Mielich, Gisela Splett und Andreas Schwarz, die erwünschte Anzahl von Wählerstimmen bekommen wird.
Was würde sich ändern, wenn Winfried Kretschmann Ministerpräsident würde?
Die „Grünen sind davon überzeugt, dass jetzt „grüne Ideen“ und nicht „alte Politik gefragt sei“, bringt Wolfgang Lohmiller, langjähriges Mitglied der „Grünen“ die Wahlgründe auf den Punkt. Es sei schön, dass die Politiker der CDU für ein zeitweises Abschalten der Atomkraftwerke sind, es sei aber ungewiss, wie lange diese abgeschaltet bleiben und welchen Ausgleich die Betreiber fordern. Er beteuert, dass sich keine andere Partei so lange und gründlich auf einen Ausstieg aus der Atomenergie mit den entsprechenden Gesetzesänderungen vorbereitet habe, wie die Partei der „Grünen“.
Die Grünen verstehen, dass einige Menschen in Baden-Württemberg nach der langen Regierungszeit der CDU Angst vor einem politischen Wechsel haben. Diese Adressaten könnten davon überzeugt werden, dass Winfried Kretschmann ein solider und seriöser Ministerpräsident sein würde, der starken Wert auf gesicherte Finanzen lege, selbst wenn es um „Grüne Projekte“ gehe. Sie warnen vor Parteien, die sich heute im „grünen Gewand“ zeigen und bis vor Kurzem die Atomkraftwewrk-Betreiber wirtschaftlich förderten. Kretschmann ist bodenständig und besonnen und hole sich, so seine Parteifreunde, Rat bei Fachleuten, wie zum Beispiel Eugen Schlachter im Finanzbereich, Franz Untersteller, Energie, Gisela Splet, Umwelt oder Barbara Mielich in der Sozialpolitik.
Grün-rote Wahlkampfthemen: Bildung, Stuttgart 21, Volksabstimmung
Ein zentraler Punkt für eine grün-rote Landesregierung ist die Weiterentwicklung aller Schulen. Durch ein gemeinsames Lernen bis zur Klasse 10 sollen zum Beispiel möglichst viele Schülerinnen und Schüler die Chance zu einer individuellen Ausbildung, wenn nötig mit einer Förderung, bekommen. Solche Veränderungen würde den Schulen in kleinen Gemeinden wieder mehr Möglichkeiten, das Potential der Schüler zu entwickeln, bieten.
Die “Grünen“ sind inzwischen gegen Stuttgart 21. Langjährige Mitglieder, wie das Mitglied des Kreistages, Wolfgang Lohmiller, erörtern, dass, je mehr Einzelheiten über das Bahnprojekt Stuttgart 21 bekannt werden, das Projekt immer unheimlicher werde. Die zu engen Bahnsteige zum Beispiel könnten für Gehbehinderte im Brandfall zur „Falle“ werden. Er beklagt, dass Quellgips, der in Staufen (Allgäu) den Boden im Ort nach Erdgasbohrungen um mehrere Zentimeter quellen ließ, auch den Tunnel des neuen Stuttgarter Bahnhofs anheben könnte, sodass das Projekt, genau wie viele Häuser in Staufen, Risse bekäme. Zusätzlich stellte er fest, dass die geplante Strecke Wendlingen – Ulm (750 Meter) um 150 Meter steiler ist als die jetzige über Geislingen (600 Meter). Ein Halt sei auf der Höhe nicht eingeplant. Näheres über Stuttgart 21 lässt sich hier nachlesen. Könnte das Projekt Stuttgart 21 Stefan Mappus das Amt kosten? Eine Grün-Rote Landesregierung ist für Volksentscheide, zum Beispiel die Fragen betreffend: Stuttgart 21, Speicherkraftwerke und andere Großprojekte.
Am 26. März können Interessenten in Sigmaringen mit der Landtagskandidatin Ursula Voelkel ins Gespräch kommen. Die Grünen haben vormittags einen Informationsstand in Bad Saulgau mit dem der Zweitkandidat Michael Köberle. Reaktion auf Japan: Deutsche gegen Atomkraftwerke. Die „Grünen“ rufen weiterhin zur Teilnahme an Mahnwachen im Landkreis auf: Samstag, 26. März 11:00 bis 11:30 Uhr in Pfullendorf
