Langzeitarbeitslosigkeit

Arbeitsamt und Jobs finden???????? - (c)Matthias Balzer  / pixelio.de
Arbeitsamt und Jobs finden???????? - (c)Matthias Balzer / pixelio.de
Was ist Arbeitslosigkeit und was bedeutet Langzeitarbeitslosigkeit? Wo liegen die Messprobleme und was für Erhebungsformen gibt es?

Arbeitslosigkeit könnte als eine verstärkte Dynamik auf dem Arbeitsmarkt angesehen werden.

Immer mehr Menschen wären so in kurzfristiger Erscheinung von Arbeitslosigkeit betroffen.

Diese würde jedoch nicht auf eine Verfestigung oder Ausgrenzung Arbeitsloser am Arbeitsmarkt hindeuten. Tatsächlich ist auf dem Arbeitsmarkt eine erhöhte Dynamik ersichtlich. Beispielsweise gab es im Jahr 2002 7,4 Millionen Zugänge in die Arbeitslosigkeit und 7,2 Millionen Abgänge. Aus empirischen Untersuchungen geht ebenfalls hervor, dass Arbeitslosigkeit für die meisten Menschen ein lebensphasenspezifisches, zeitlich befristetes Ereignis ist. Also muss es eine große Anzahl kurzfristiger Arbeitslosigkeitsperioden geben.

Arbeitslosigkeit und ihre Verarbeitungsformen

Arbeitslosigkeit und ihre Verarbeitungsformen werden in der Arbeitslosenforschung nicht als Zustand, sondern als Prozess gesehen. Demnach ist Arbeitslosigkeit eine normale Erfahrung für eine zunehmende Zahl von Erwerbstätigen, die Übergangscharakter besitzt oder lebensphasenspezifisch ist. Trotzdem gibt es Anzeichen dafür, dass für eine Vielzahl von Menschen Arbeitslosigkeit weniger eine erwerbsbiographische Episode als ein dauerhafter Zustand ist. In der höheren Dynamik am Arbeitsmarkt werden nur die Arbeitslosigkeitsfälle widergespiegelt.

Sie lässt keine Aussage über die betroffenen Personen zu. Es kann sogar sein, dass sich die vermehrten Arbeitslosigkeitsfälle über eine bestimmte Periode auf eine bestimmte Person beziehen. Dieser Fall wird Mehrfacharbeitslosigkeit genannt. In Untersuchungen wurde diese These bestätigt. Hinsichtlich ihrer sozialen Belastung wird die Abfolge mehrerer Arbeitslosigkeitsperioden ähnlich wie Langzeitarbeitslosigkeit beurteilt. Sie wird auch perforierte Langzeitarbeitslosigkeit genannt. Bei Kumulation bedeutet die eingetretene Arbeitslosigkeit das Hauptrisiko für eine erneute Arbeitslosigkeit.

Langzeitarbeitslose im Arbeitslosenbestand

Der hohe Anteil Langzeitarbeitsloser im Arbeitslosenbestand lässt eher auf einen Dauerzustand als auf einen Umschlagsplatz schließen. Zudem kommt noch hinzu, dass der Anteil der Langzeitarbeitslosen in der Statistik der Arbeitsverwaltung unterzeichnet ist. Langzeitarbeitslosigkeit wird als zwölfmonatige ununterbrochene Zeit der Arbeitslosigkeit angesehen. Jedoch führen kurzfristige Unterbrechungen der Langzeitarbeitslosigkeit dazu, dass diese Personen nicht mehr als Langzeitarbeitslose betrachtet werden. Dies gilt ebenso für die Teilnahme an Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen oder beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen. Somit ist das Volumen der Langzeitarbeitslosen, gemessen an der Beendigung der Arbeitslosigkeit und nicht nach der Stichtagszählung, wesentlich größer.

Messprobleme

Es wird deutlich, wie schwierig es ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen genau auszuweisen. Dies sind jedoch nicht die einzigen Messprobleme, die vorliegen. Es bestehen statistische Probleme für eine systematische Darstellung der Analyse und empirischen Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit. Es gibt unterschiedliche Verfahren, die angewandt werden, um die Dauer der Arbeitslosigkeit und den Grad der Betroffenheit zu messen. Bei den offiziellen Statistiken wird zwischen der bisherigen Dauer und der abgeschlossenen Dauer der Arbeitslosigkeit unterschieden. Die Dauer der in Arbeitslosigkeit verbrachten Zeit ist je nach Messkonzept unterschiedlich.

Veränderungen der Berechnungsgrundlage haben in der Bundesrepublik zu einem statistischen Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit beigetragen. Eine Unterbrechung der Langzeitarbeitslosigkeit von 13 Wochen wurde bis einschließlich 1984 bei der Berechnung der Dauer der Arbeitslosigkeit nicht berücksichtigt. Seit 1985 hat sich dies geändert. Die betroffenen Personen werden auch nach kurzfristigen Unterbrechungen der Arbeitslosigkeit statistisch als „Neueintritte“ behandelt.

Verschiedene Statistiken zur Ausweisung der Höhe der Langzeitarbeitslosen

Zudem gibt es weitere Statistiken, die eine unterschiedliche Höhe der Langzeitarbeitslosen ausweisen. Einmal gibt es das SOEP (Sozio-ökonomisches Panel), die BA (Bundesagentur für Arbeit) und den Mirkozensus. Durch die Art der Erhebung können die jeweiligen Unterschiede erklärt werden. Der geringste Anteil der Langzeitarbeitslosen wird in der BA-Statistik ausgewiesen, ein höherer Anteil im SOEP und ein noch höherer Anteil im Mikrozensus. Wie oben bereits erläutert, beenden bei der BA schon kurzfristige Unterbrechungen statistisch eine Arbeitslosigkeitsphase.

Beim SOEP wird die Langzeitarbeitslosigkeit auf Grundlage von, durch die Betroffenen gegebenen Auskünften in Form von Kalenderdaten ermittelt. So sind vermutlich kurzfristige Unterbrechungen nicht als Beendigung dernArbeitslosigkeitsphase erfasst worden. Beim Mirkozensus hingegen läuft die Abfrage der Dauer der Arbeitslosigkeit noch allgemeiner ab. Es gibt eine Fragestellung nach Zeitpunkt der Beendigung der letzten Erwerbstätigkeit, beziehungsweise nach Dauer der aktuellen Arbeitssuche. Für die Antworterfassung sind Intervallzeiträume vorgegeben. Wenn man nun davon ausgeht, dass der soziale Tatbestand der Langzeitarbeitslosigkeit durch die subjektiven Antworten der Betroffenen genauer widergespiegelt wird als durch technische Verfahren der BA, dann ergibt sich, dass der Anteil der Langzeitarbeitslosen im Bestand ungefähr 30%-50% höher liegen dürfte als offiziell ausgewiesen wird.

Quellen:

Klems, W. und Schmid A.: Langzeitarbeitslosigkeit – ein ungelöstes arbeitsmarktpolitisches Problem? -, WSI Mitteilungen 7/1992, S. 448-458.

Mehlich, M: Langzeitarbeitslosigkeit, Kassel Universität, 2005.

Wagner, A.: Langzeitarbeitslosigkeit: Vielfalt der Formen und differenzierte soziale Lage, WSI Mitteilungen 12/1995, S. 749-760.

Shirley V. Heubach, Shirley V. Heubach

Shirley V. Heubach - Shirley V. Heubach hat ihre Leidenschaft für das Schreiben schon in ihrer Kindheit und Jugend entdeckt, als sie angefangen hat ...

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