
- Die unterirdische Wärme des Timanfaya-Vulkans r - zentralen Medienarchiv Wikimedia Commons
Lanzarote gehört zum Archipel der Kanarischen Inseln, ist kaum 50 km von der afrikanischen Westküste entfernt, zu Spanien zugehörig und aufgrund der rund fünfstündigen Anreise bereits eine Fernreise. Ich möchte einen Tipp vorausschicken: Buchen Sie eine Überfahrt zur Insel Fuerteventura. Der direkte Vergleich zwischen der mit Wüstensand geprägten Insel Fuerteventura und der überwiegend aus Vulkangesteinen geschaffenen Oberfläche Lanzarote ist überwältigend.
Die Strände von Lanzarote
- Playas de Papagayo
Zu den schönsten Stränden auf Lanzarote gehören die Playas de Papagayo, im Süden der Insel. Auf der knapp 20-minütigen Rückreise auf der Fähre von Fuerteventura (Corralejo) nach Lanzarote (Playa Blanca) präsentieren sich diese Papageienstrände in ihrer vollen Pracht. Die weißgoldenen Strände im „Reserva Natural de los Ajaches“ verteilen sich auf verschiedene Buchten. Einige Strände können nur von der Wasserseite erreicht werden. In Playa Blanca kann man Boote und Katamarane chartern.
- La Graciosa
Von Orzola setzt die Fähre über nach Caleta del Sebo. Auf der im Nordwesten vorgelagerten Insel „Isla de la Graciosa“ befinden sich mehrere goldfarbende Strände. Man sagt der Schwesterinsel nach, sie sei eine Welt für sich. Anhänger des FKK finden hier einen Platz. Sie ist auch ein kleines Eldorado für Mountainbiker und ein Treffpunkt für Angler und Taucher. Die vor Graciosa vorgelagerten Inseln Roque del Infierno, Montana Clara und Alagranza stehen unter Naturschutz.
- Schwarze Strände
Puerto del Carmen ist der größte Ferienort auf der Insel Lanzarote. Neben der langen Promenade mit Boutiquen, Souvenirläden, Banken und Restaurants, zieht es die Urlauber an den gefühlt unendlich langen Strand. Ohne Schuhwerk holt sich der Strandbesucher sehr schnell kleine Brandblasen an den Füßen. Dieser Strand besitzt schwarzen Sand. In der Sonne erhitzt er sich sehr schnell. Menschen, die das nicht gewöhnt sind, verbrennen sich tatsächlich die Füße. Ansonsten überrascht der Strand mit glasklaren und angenehm warmen Wasser des Atlantiks.
Die Feuerberge Timanfaya
Das auf der Natur basierende Wahrzeichen Lanzarote sind die Feuerberge, die Montanas del Fuego, im Nationalpark „Parque National de Timanfaya“. Die Feuerberge werden oft mit der Mondlandschaft verglichen. Es ist nicht gestattet, eigenständig diese Mondlandschaft zu erkunden. Die Parkranger erklären durch einfache Experimente, welche Gefahren dort lauern. Vor dem Besucherzentrum präsentieren sie die Vulkantätigkeit. Bereits in 13 Meter Tiefe herrschen Temperaturen um die 600°C. Ein kleiner Topf Wasser schießt sofort als Dampf wie eine Fontäne in die Höhe. Im Restaurant „El Diablo“ gibt eine Art Grill. Bei diesem Grillplatz handelt es sich um ein brunnenartiges Steinwerk. Die aufsteigende Hitze stammt aus dem aktiven Vulkan, direkt unter diesem Grill. Um den Feuerbergen dennoch nahe sein zu dürfen, führen Busse an Kratern, Vulkanen, Lavagesteinen und erkalteten Lavaströmen vorbei. Zum Nationalpark gehören ein kleines Museum und das „Centro de Visitantes e Interprétacion de Mancha Blanca“, das Besucherzentrum mit einer Dauerausstellung über den Vulkanismus auf Lanzarote und der Beschaffenheit ihrer Oberfläche.
Das Tal der Tausend Palmen
Um ehrlich zu sein, braucht man im Tal der Tausend Palmen einen Fremdenführer, der zählen kann. Auf der Fahrt vom Mirador del Rio komme man der Bitte nach, die Palmen im Nordosten Lanzarotes zu zählen. Ansonsten übersieht man das Tal der Tausend Palmen. Jedoch überrascht das Tal mit einer anderen Besonderheit. Während auf der Insel überwiegend weiße Häuser mit grünen Türen und Fensterläden zu sehen sind, gibt es hier zweigeschossige Bauten, die alle Tore und Türen offen halten. Lediglich Leinen oder Decken verdecken hier und dort die Sicht, beziehungsweise sorgen für eine angenehme Kühle in den Innenräumen. Das Tal der Tausend Palmen zählt zu den Sehenswürdigkeiten, die man getrost weglassen kann.
Weinregion La Geria
Anders sieht es mit La Geria aus. Die Weinregion wird durch schwarze Erde bestimmt. Sie ist aus diesem Grund zugleich eine einzigartige Kulturlandschaft. Auf dem Weg nach Masdache breiten sich auf einer Strecke von zehn Kilometern schwarze Lavafelder aus. Die Pflanzen werden durch „zocos“ geschützt. Dabei handelt es sich um eine hufeiserner Schutzmauer. Die Bodega La Geria beherbergt die älteste Kelterei der Insel. In der Bodegas El Grifo existiert ein einzigartiges Weinmuseum.
Vulkantunnel, Vulkanhöhlen
Das Thema führt eindeutig zu den Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote und zugleich zum bekanntesten Sohn der Insel, Cesar Manrique. Ein Muss sind dabei die beiden offenen Vulkantunnel (Jameos). „Jameos del Aqua“ ist zugleich ein Park und Veranstaltungsort . Die „Cueva de los Verdes“, eine aus flüssiger Lava geformte Höhle, ist in dieser Art das längste Tunnelsystem der Welt und ebenfalls ein beeindruckender Veranstaltungsort.
Quellen: eigene Reise; turismolanzarote.com
Literaturempfehlung: Cambrigde Publishing Management Ltd, Magazin National Geographic "Lanzarote", 2. Auflage 2009
