Lausitzer Spezialität – Hefeplinse mit Apfelmus

Ein Rezept, schnell und einfach zubereitet

Plinsen in der Pfanne goldbraun ausbacken - Sandra-Maria Erdmann
Plinsen in der Pfanne goldbraun ausbacken - Sandra-Maria Erdmann
Der Spreewald hat mehr zu bieten als Gurken, Quark und Leinöl. Die berühmten Spreewälder Hefeplinsen mit Apfelmus und Zimtzucker sind seit Jahrhunderten ein Genuss.

Die kulinarische Reise durch den Spreewald findet ihren Höhepunkt zur Kaffeezeit: Frischer selbst gebackener Zuckerkuchen, Spreewälder Quarktorte und leckerer Kleckselkuchen lassen das Herz höher schlagen, doch zum Spreewald gehört der Hefeplins mit Apfelmus und Zimtzucker genauso dazu, wie eingelegte Gurken und Leinöl.

Wie auch die typischen herzhaften Gerichte, zum Beispiel Kartoffeln mit Quark und Leinöl, Fisch in Meerrettichsoße oder Schmorgurken mit Salzkartoffeln, werden auch die süßen Leckereien aus einfachen Zutaten, schnell und leicht zubereitet. Das Essen der armen Landbevölkerung spiegelt sich in vielen Gerichten wieder, heutzutage zwar dem verwöhnten Gaumen durch höherwertige Zutaten wie Milch, Sahne und Zucker angepasst, doch immer noch einfach in ihrer Rezeptur und lecker, ob als Hauptspeise oder zu einer schönen Tasse Kaffee.

Der Lausitzer Hefeplins vielfach variabel und doch einzigartig

Vielerorts einfach schnöde als Pfannkuchen tituliert, regional auch bekannt unter dem Begriff Eierkuchen, Eierpuffer oder Omelette, der Schwabe sagt Flädle und in Österreich zum Beispiel nennt man ihn Palatschinken, doch der gemeine Spreewälder bezeichnet ihn einfach als Plins.

Es ist ein beidseitig goldbraun ausgebackener pfannenrunder Eierkuchen, hauptsächlich bestehend aus Zutaten, wie Eier, Salz, Milch, Mehl und Hefe, gern gegessen mit Zimt und Zucker oder Apfelmus. Aber es lassen sich vielerlei Variationen finden.

Erlaubt ist natürlich was schmeckt! Besonders zu empfehlen sind die berühmten Plinse mit Kompott, einer Süßspeise aus eingemachtem oder gekochtem Obst, je nach Jahreszeit wandelbar, zum Beispiel Pflaumenkompott, Pfirsichkompott oder Kompott aus Blaubeeren, Himbeeren oder Heidelbeeren. Dem Geschmack sind keine Grenzen gesetzt. Ganz einfach nur mit Zucker bestreut, als ursprüngliche Variante, können sich die Plinse aber auch sehen lassen.

Zutaten für das Grundrezept Hefeplins

  • 300 g Mehl
  • 15 g frische Hefe
  • 3 Eier
  • Salz
  • etwas Milch
  • Fett zum Ausbacken (Butter, Margarine, Schmalz oder Öl nach Belieben)

Die Hefe wird zerbröckelt und zusammen mit einer Prise Zucker in lauwarmer Milch aufgelöst. Das Mehl sieben, die Eier verquirlen und alles mit der Milchhefe zu einem dicken Eierkuchenteig vermengen. Den Teig noch mit etwas Salz würzen.

In einer Pfanne das Fett heiß werden lassen und dann darin runde Plinse ausbacken. Wenn sie fertig sind, sollten die Hefeplinse von beiden Seiten goldbraun sein.

Zutaten für Buttermilch-Hefe-Plinsen

  • 250 g Mehl

  • 250 g Buttermilch

  • 30 g frische Hefe

  • 3 Eier

  • 2 Esslöffel Zucker

  • 1 Prise Salz

  • Öl (Leinöl), Margarine oder Butter zum Ausbacken

Die Hefe mit dem Zucker in der lauwarmen Buttermilch auflösen. Das Mehl in eine Schüssel sieben, in eine Vertiefung die Hefemilch geben und die Schüssel an einem warmen Ort, mit einem Tuch bedeckt, circa 20 Minuten stehen lassen.

Dann werden die Eier und die Prise Salz zu dem Mehl hinzugegeben und die ganze Masse mit einem Holzlöffel verrührt. Den fertigen Plinsteig noch einmal für etwa 30 Minuten gehen lassen.

In einer Pfanne das Fett heiß werden lassen und dann darin runde Plinse ausbacken. Wenn sie fertig sind, sollten die Hefeplinse von beiden Seiten goldbraun sein.

Eierkuchen, Plinsen oder Pfannkuchen - vom Ursprung des Begriffs

Verwandt sind die flachen, runden Eierkuchen mit den russischen Blinis. Die ursprünglich aus Osteuropa stammende Teigspeise hat sich vor Jahrhunderten in vielen Haushalten etabliert und ist aus der Lausitz nicht mehr wegzudenken. Der in Deutschland weit verbreitete Begriff Plinse geht auf das obersorbische Wort plinc zurück und wurde bereits vor dem 16. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt.

Den genauen Ursprung dieses Gerichts kann man nicht mehr bestimmen, da es sich, wie bei vielen Urrezepten, um Überlieferungen handelt. Der armen slawischen Landbevölkerung ist diese schmackhaft Rezept zu verdanken, denn Pfannkuchen waren günstig zuzubereiten und brauchten wenig Mehl. Kaum ein armer Bauer konnte es sich leisten Kuchen zu backen und so wurden diese Plinse zum Ersatz, obwohl überwiegend ohne Süßmittel und nur mit verschiedensten Mehlsorten und Wasser zubereitet.

Als historische Mehlsorte wird oft Buchweizenmehl angegeben. Diese Pflanze konnte nahezu überall angebaut werden, denn sie hatte keine besonderen Ansprüche an den Boden, wuchs also auch in Heidelandschaften und Mooren.

Sandra-Maria Erdmann, Sandra-Maria Erdmann

Sandra-Maria Erdmann - Ich bin Jahrgang 1980, geboren und aufgewachsen am Rande des Spreewaldes im Örtchen Cottbus. Während meiner Schulzeit habe ich ...

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