
- Blühender Lavendelstrauch - Hannelore Dittmar-Ilgen
Die Lavendelpflanze ist zwar mit ihren vielen herrlich duftenden blauen und violetten Blüten in Südeuropa heimisch, überwintert aber auch hier ganz gut. Der Hobbygärtner sollte im Spätsommer das Verblühte wegschneiden und im zeitigen Frühjahr die Pflanze etwas in Form bringen, dann werden die anfänglich kleinen Pflänzchen in einigen Jahren zu ansehnlichen Sträuchern, besonders wenn man dem Lavendel einen Sonnenplatz gönnt. In der Blütezeit werden die Pflanzen von zahllosen Bienen, Hummeln und Schmetterlingen besucht.
Lavendelsträuße und Dufttellerchen
Die einfachste Art, den Lavendel während der Blütezeit in das eigene Heim zu holen, ist die Blüten an ihren langen Stielen abzuschneiden und mit Rosen oder Pfingsrosen als frischen Strauß in die Wohnung zu stellen. Sie können aber auch die Lavendelstiele mit einem Band oder einem Gummi zu Bündeln zusammenzufassen und in der Wohnung aufhängen.
Besonders wohlriechend ist ein kleines Dufttellerchen, das Sie mit Lavendelblüten befüllen und ins Schlafzimmer stellen. Schon aus dem Mittelalter ist bekannt, dass solche Dufttellerchen an der Schlafzimmertür platziert wurden. Wer eintrat, sollte mit seinen Fingern durch die Blüten und Kräuter fassen, um den Wohlgeruch zu verbreiten. Diese Tellerchen enthielten aber auch andere Blüten und Kräuter wie zum Beispiel Ringenblumen und Bohnenkraut.
Getrocknete Kräuter mit Lavendel
Die Blätter des Lavendel schmecken angenehm würzig und herb-bitter, die Blüten können beim Trocknen mitverwendet werden. Eine empfehlenswerte Mischung für getrocknete Kräuter sind Lavendel, Rosmarin, Oregano, Minze, Bergbohnenkraut, Thymian, Salbei, Estragon und Zitronenmelisse.
Die Kräuter werden mit den Blüten und Stielen im Frühsommer gepflückt und in eine große Papiertüte luftig gefüllt. Diese Tüte hängen Sie dann für einige Wochen in den Heizungskeller, man kann aber auch einen anderen, trockenen Raum oder die überdachte Terrasse für das Trocknen benutzen.
Nach dem Trocknungsvorgang kippen Sie die Kräuter in eine große Schüssel und streifen die einzelnen Blättchen und Blüten von den harten Stielen ab. Dabei zerreiben (rebeln) Sie die Trockenware. Füllen Sie die getrockneten Kräuter dann in ein Schraubdeckelglas, aber achten Sie darauf, dass die Stiele und harten Teile in der Schüssel zurückbleiben. Die Mischung kann für den Gebrauch entweder im Mörser oder in einer speziellen Kräutermühle weiter zerkleinert werden.
Lavendelzucker
Lavendelzucker lässt sich leicht selbst herstellen. Schneiden Sie einige duftenden Lavendelblüten klein und füllen Sie die Blüten in einem verschließbarem Glas mit Zucker auf. Schütteln Sie den Inhalt ab und zu durch, denn durch die Feuchtigkeit der Blüten bilden sich Klumpen im Zucker. Wenn Sie dies vermeiden wollen, sollten Sie getrocknete Lavenblüten für diesen herrlich duftenden Zucker verwenden. Lavendelzucker kann allen Speisen wie Vanillezucker zugefügt werden. Sie können damit Kuchen, Nachtisch und Likör aromatisieren.
Lavendelhonig
Geben Sie einige Lavendelblüten in ein größeres Glas. Erhitzen Sie ein Glas Honig im Wasserbad oder (Vorsicht, schäumt!) in der Mikrowelle, bis er dünnflüssig ist. Geben Sie den Honig auf die Blüten, danach das Glas gut verschließen und 14 Tage lang ziehen lassen.
Der Lavendelhonig schmeckt besonders gut als Teesüße oder auf frischen Brötchen. Im Übrigen kann man diesen Honig auch mit Rosen, Ringelblumen oder Veilchen herstellen.
Lavendelbrot
Mit Lavendel lässt sich aber noch viel mehr anfangen, zum Beispiel backen. Dabei können Blüten und auch Kraut verwendet werden. Es ergibt sich ein herrlich duftiges Brot für leichten Frischkäse, Butter oder süße Aufstriche.
Man stellt einen hellen Brotteig her aus 500 g Mehl, 1 P. Trockenhefe, Zucker nach Belieben, 1 kl. Teel. Salz, 1 Ei, etwas Butter und warmer Milch nach Bedarf. Hacken Sie die Lavendelblüten klein und fügen Sie sie beim Kneten des Brotes unter. Das Kraut macht das Brot würziger, aber auch leicht bitter. Sie können dem Teig auch noch Rosinen oder Pinienkerne zufügen.
Lassen Sie den Teig an einem warmen Ort gehen, kneten Sie ihn nochmals kräftig durch und füllen Sie ihn in eine Kasten- oder Brotform. Lassen Sie das Brot nochmals gut aufgehen und backen Sie es dann bei guter Mittelhitze.
Quellen und weiterführende Literatur:
- Der vorliegende Text ist ein überarbeiteter und ergänzter Auszug aus dem Buch „Familien-Erinnerungen“ der Autorin.
- Sirup aus Früchten und Beeren - einfach selbst kochen
- Rosengelee - eingefangener Duft des Sommers
- Pfirsiche in Orangensirup
Bildnachweis: Abb. 1: © Hannelore Dittmar-Ilgen
