
- Blühender Lavendel - Andrea Fettweis
Wer kennt sie nicht, die Bilder von den endlosen Lavendelfeldern in blau-violetten Schattierungen? Im sommerlichen Südfrankreich blühen über 20 verschiedene Sorten dieser wohlriechenden Pflanze, die in 600 bis 1600 Metern über dem Meeresspiegel auf den westlichen Hochflächen und dem Vorgebirge der Meeralpen in der Provence kultiviert werden. Aber auch in Spanien und Südosteuropa erntet man die Blüten, sobald sie sich öffnen. Ihr kräftiger Duft ist eine charakteristische Mischung aus süßen, balsamischen und holzigen Tönen und mit keinem anderen vergleichbar.
Wirksame Inhaltsstoffe von Lavendelöl
Bereits im Mittelalter machten die Ärzte gute Erfahrungen mit Lavendel gegen Blähungen sowie Schmerzen und beschrieben seine beruhigende Wirkung. Heute wird vor allem das ätherische Öl verwendet, das aus den blühenden Rispen mit Stängeln durch Wasserdampfdestillation gewonnen wird. Das beste Öl erhält man aus dem Echten Lavendel (Lavandula angustifolia). Hauptinhaltsstoffe sind das Linalylacetat mit einem beruhigenden Effekt und das Linalool, das antiseptisch wirkt. Cumarine, Phytosterole und milde Gerbsäuren ergänzen die Liste der Wirkstoffe und machen das Lavendelöl zu einem vielseitig anwendbaren Heilmittel. Das wertvollste Öl ist Lavendel extra und stammt aus der Lavandula officinales, die wild wächst und fast gift- sowie pestizidfrei ist.
Lavendel: hilfreich und angenehm duftend
Lavendelöl ist die Aromaessenz, die am meisten verwendet wird, da sie das größte Wirkungsspektrum besitzt. Paradoxerweise kann sie sowohl anregen als auch entspannen. Bei Erschöpfung erfrischt sie und gibt neue Kraft, bei Nervosität und Stress kann sie beruhigen. Sie wird sogar gegen Angststörungen eingesetzt. Grund für diese scheinbar gegensätzlichen Wirkungen ist die harmonisierende Kraft des Lavendels. Er hilft, extreme Situationen wieder auszugleichen und zu besänftigen. Aber auch in Kosmetikprodukten und im Haushalt kann Lavendelöl sein Multitalent beweisen. Es findet seine Anwendung in Hautölen, Badezusätzen, Cremes, Salben, in Parfüm, Inhalationen und Aromalampen.
Rezepte mit Lavendelöl zur Entspannung
Für ein Entspannungsbad verrührt man fünf Tropfen Lavendelöl in 100 bis 200 Milliliter süßer Sahne und fügt es dem Badewasser hinzu. Nicht wärmer als 38 Grad Celsius und nicht länger als 15 Minuten baden! Danach eine Stunde ruhen oder direkt vor dem Schlafengehen anwenden. Auf Reisen kann Ihnen Lavendel helfen, sich in einer fremden Umgebung leichter einzugewöhnen. Geben Sie einen Tropfen Lavendelöl in die Handflächen und verreiben sie den Duft auf dem Hotel-Kopfkissen sowie an den Handtüchern. Herrscht angespannte Stimmung im Büro? Versuchen Sie es mit einigen Tropfen Lavendelöl in einer Duftlampe! Geben Sie zunächst etwas Wasser in die Verdunstungsschale und dann je nach Raumgröße zwei bis fünf Tropfen des ätherischen Öls hinzu. Dosieren Sie eher zurückhaltend, damit der Duft nicht zu stark wird. Sollten Sie zu viel erwischt haben, lassen sie die Wärmequelle einfach aus.
Nur gute Qualität verwenden
Lavendelöl gehört zu den am meisten verfälschten und gestreckten ätherischen Ölen. Um eine gute Qualität zu erhalten, sollte man es in der Apotheke kaufen, wo es nur Substanzen gibt, die nach den Kriterien des Deutschen Arzneibuchs hergestellt werden und die Inhaltsstoffe in einer bestimmten Menge enthalten sein müssen. Nur das echte Lavendelöl kann auch optimal wirken! Lesen Sie auch Vielseitig nutzbare Duftsäckchen selber machen.
Quelle: Monika Werner: Ätherische Öle. GU-Ratgeber 1993
