Lavendel ist eine der ältesten Heilpflanzen. Weniger bekannt ist aber, dass zugleich zur heilenden Wirkung der Lavendel zum Würzen von Speisen benutzt werden kann. Sein Geschmack lässt ein weites Feld von Möglichkeiten zu. Traditionell kommt Lavendel in Frankreich, Spanien und Italien in den Kochtopf.
Die Verwendung für Desserts ist eher seltener und wird heutzutage den Köchen der jungen Avantgarde zugerechnet, die mit bahnbrechenden Geschmackserlebnissen und -ereignissen ihre Fans in ihren Bann ziehen.
Lavendelzucker hat wenig von dieser Avantgarde, ist aber eine schöne Möglichkeit, einen feinen geschmacklichen Akzent zu setzen, den der Genießer nicht erwartet. Denn Lavendel in geringerer Dosierung schmeckt elegant und fein, nur leicht würzig und hat wenig von dem charakteristischen Geruch der Pflanze. Eben eine Zutat für das besondere Etwas, ganz französisch.
Wenig Zutaten für den Lavendelzucker, etwas Zeit und ein Glas
Das ist es schon im Wesentlichen, was für die Herstellung von Lavendelzucker nötig ist: Getrocknete Lavendelblüten, Kristallzucker und ein verschließbares Glas.
Die Blüten müssen trocken sein. Es reicht nicht aus, im Garten schnell einige Zweige zu schneiden und dann zwei Tage auf der Heizung zu trocknen. Bei dieser Behandlung sind einerseits die Aromen schnell verflogen, andererseits bleibt möglicherweise eine Restfeuchte. Besser ist es, selbst ordentlich zu trocknen oder eben im Feinkosthandel getrocknete Lavendelblüten zu erwerben. Natürlich geht es auch, Reisende nach Frankreich um ein Mitbringsel zu bitten. Viele Supermärkte haben dort - anders als bei uns - diese Spezialität im Regal zu stehen.
In das Glas wird ein Esslöffel der getrockneten Blüten gegeben. Darauf kommen ungefähr 150 g Zucker. Beides muss nicht gemischt werden, kann aber. Allerdings fallen die Blüten zwischen die Zuckerkristalle. Nicht immer möchte man das haben.
Wer die Blüten lieber nicht im Zucker haben möchte, gibt sie in ein kleines Baumwollsäckchen oder einen Teebeutel, wie es sie in fast jedem Markt gibt. Die dünnen Teebeutel fangen die Lavendelblüten ein, doch gelangt ihr Aroma gut durch die Poren.
Und jetzt Geduld haben mit dem Lavendel
Erst nach zwei bis drei Wochen kann von einem guten Aromatisieren des Zuckers gesprochen werden.
Der Zucker hat nicht den typischen Lavendelgeruch, den viele als aufdringlich empfinden. Vielmehr duftet er ein wenig geheimnisvoll. Nach einiger Zeit wird die Oberfläche des aromatisierten Zuckers leicht krustig. Er klumpt leicht, lässt sich aber gut wieder zu den einzelnen Kristallen verreiben. Das liegt an den Blüten. Sie enthalten Öle, die den Lavendel wertvoll machen. Der Zucker ist nicht verdorben. Vielmehr kann er gut und gern verwendet werden.
Lavendelzucker ist zu Vielem zu gebrauchen
Lavendelzucker kann für viele verschiedene Ideen benutzt werden.
Melonenbällchen mit ein wenig Lavendelzucker angemacht lässt diese gut saften und gibt dem Obst eine Note, die nur der erfahrene Gaumen als Lavendel identifizieren könnte. Einfaches Gebäck erhält einen besonderen Geschmack; gerade zu Weihnachten immer gern auf dem bunten Teller gesehen. Ein normales Sahneeis wird mit Lavendelzucker zu einer Besonderheit, die alles andere als avantgardistisch, sondern einfach nur lecker ist. Einen Löffel in den Tee oder in den Kakao, schon ist ein weiteres Aroma kombiniert mit den bekannten Getränken.
Der Lavendelzucker ermöglicht eine kleine Leckerei zwischendurch, die gut schmeckt, aber sich nicht in den Vordergrund drängt. Er macht aus vielem Einfachen, das gut schmeckt, das Besondere mit dem Pfiff extra. Einfach einmal probieren.
