Lead, Speed und Bouldern, die Kletterdisziplinen der WM in Arco

Ondra im Lead - Newspower Canon
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Sportklettern vom Feinsten gibt es bei der Kletter-WM in Arco. Die Feinheiten von Lead und Speed, wie Wettkampfregeln oder Ausdrücke, werden hier angeboten.

Rechtzeitig vor der Kletter-Weltmeisterschaft in Arco 2011, Italien, gibt es einen Einblick in die bevorstehenden Wettkämpfe. Für alle Neueinsteiger, die selbst nicht klettern,aber begeisterte Zuseher sind; für Menschen, die mit dem Kletterjargon wenig vertraut sind: nach dem Bouldern ein weiterer Wegweiser durch den Kletterdschungel.

Was ist Sportklettern?

Als Sportklettern wird das Bewältigen von Steilhängen auf festgelegten Routen bezeichnet. Die Fortbewegung erfolgt aus eigener Kraft, Seil, Haken und Karabiner dienen nur der Sicherung. Sportklettern ist ein Bewegungssport, kein Kraftsport. Für Wettkämpfe wird in Kletterhallen oder aber auch an im Freien errichteten künstlichen Wänden oder Türmen (Kletterspots) gefightet, wie etwa an dem zur Europameisterschaft 2010 neu errichteten Outdoor-Kletterturm in Imst in Tirol.

Wer darf bei den Wettkämpfen klettern?

An den Bewerben teilnehmen, ausgerichtet von den Landesverbänden oder dem IFSC, können Kletterer, die eine nationale Kletterlizenz besitzen. Die Disziplinen lauten Vorstieg oder Schwierigkeitsklettern, kurz Lead genannt, Bouldern und Speedklettern. Startberechtigt an der WM sind die jeweils amtierenden Welt- und Kontinentalmeister (etwa Europameister) sowie fünf Teilnehmer je Nation, die von den Nationalen Verbänden ( Deutscher Alpenverein, Schweizer Alpen-Club, ÖWK) nominiert werden.

Schwierigkeitsklettern, Vorstieg oder Lead, was ist das?

Drei Bezeichnungen für ein und dieselbe Kletterdisziplin. Lead-Klettern entspricht am ehesten dem, was sich der Laie unter Klettern vorstellt. Geklettert wird an einer mindestens 15 m langen Route, mit Klettergurt und Seil. Beim Vorstieg erfolgt die Sicherung des Kletterers von dem Punkt aus, an dem die Kletterroute begonnen wurde. Je nachdem, ob die Route nach oben oder seitlich verläuft, verläuft auch die Sicherung. Die Zwischensicherung soll zu große Sturztiefen verhindern.

Wie verläuft ein Lead—Wettkampf?

Jeder Kletterer muss auf einer ihm unbekannten Route „On Sight“ möglichst bis zum Top klettern.

"On Sight" bedeutet nur vom Boden aus, vom reinen Betrachten (Checken), holt sich der Kletterer die nötigen Informationen zur Begehung der Route. Je nach Runde - Qualifikation, Halbfinale und Finale, wird die Route schwieriger. Vor dem Wettkampf dürfen alle Kletterer gemeinsam die Route vom Boden aus besichtigen. Während des Wettkampfes sind aber die anderen Kletterer in der Isolationszone. Für jede Route gibt es ein Zeitlimit, das aber bei der Bewertung nicht mit einfließt. Klettern mehrere Sportler die finale Route bis zum Ende oder scheitern an der gleichen Höhe und haben diese Kletterer auch in den vorherigen Runden die gleiche Leistung (Punkte) erbracht, so kommt es zu einer Superfinalrunde. Ein Video von der EM in Imst 2010 zeigt, wie spannend das Zusehen beim Vorstieg sein kann.

Und was ist nun Speed-Klettern?

Der Name ist Programm! Hier geht es vorrangig um die Zeit, die der Sportler benötigt um die Route zu durchsteigen. Zwei Kletterer treten dabei im K.O. System gegeneinander an. Die Routen sind gleich und liegen knapp nebeneinander, was dem Zuschauer ein packendes Schauspiel bietet. Geklettert wird an einer Seilsicherung, allerdings „Top Rope“, also von oben gesichert. Die Seiten werden jeweils nach einer kurzen Pause gewechselt, die Zeiten addiert. Der Schnellere zieht in die nächste Runde ein. Die Speed-Bewerbe und die Ergebnisse bei der WM in Arco.

Seit 2007 gibt es eine einheitliche Regelung beim Speed-Klettern, nach der immer eine exakt 15 Meter hohe Normwand verwendet wird. Die dadurch entstehende Vergleichbarkeit ermöglicht damit auch das Messen von Weltrekorden. Das Speed-Klettern muss man einmal gesehen haben! Wie die Athleten in atemberaubender Geschwindigkeit, Gecko-gleich, die Wände hochsausen. Schier unglaublich. Nach Arco ein nächstes Speed Highlight: München.

Kletterjargon - ein kleines Glossar

  • Clippen: das Kletterseil in eine Zwischensicherung einhängen.
  • Crux: die Schlüsselstelle einer Kletterroute.
  • Dach: .ein horizontal aus der Wand ragender Wandabschnitt.
  • Diretissima: damit bezeichnet man den "möglichst" lotrechten Verlauf einer Kletterlinie vom Einstieg bis zum Gipfel oder Top.
  • Flash: bezeichnet die Rotpunkt-Begehung einer unbekannten Kletterroute im ersten Versuch. Dabei hat der Kletterer aber detaillierte Informationen über mögliche Rastpunkte
  • Nähmaschine oder Elvis: unkontrolliertes Zittern der Beine beim Klettern durch Kraftmangel, Aufregung oder Angst.
  • Top-Rope: dabei läuft das Seil nicht durch Zwischensicherungen, sondern durch einen Umlenker am Ende der Kletterroute. Der Kletterer ist also zu jedem Zeitpunkt von oben gesichert. Dadurch ist die Sturztiefe sehr eingeschränkt. Hat der Kletterer das Ende der Route erreicht, oder bricht er die Route ab, wird er vom Sicherungspartner abgelassen.
  • Überhang: ein aus der Senkrechten mit 20 bis 50 Prozent Neigung vorspringender Fels oder Hindernis. Geht es über 50 Prozent hinaus, nennt man es Dach.
  • Zwischensicherung: Das Anbringen eines Karabiners, Hakens oder Klemmkeils.

Ein Literaturtipp für Kletter-Interessierte: Indoor Klettern: Das offizielle Lehrbuch zum DAV-Kletterschein/Sojer, Heckmair, blv

Und worum geht es beim Bouldern?

Fotonachweis: Fotos Rockmaster Arco von Newspower Canon

Quellen:kletterwiki.de; Bergleben.de; IFSC, ÖWK

Adele Sansone, Adele Sansone

Adele Sansone - Als Autorin für suite101.de interessieren mich vor allem die Bereiche Pflanzen und Tiere: Wie leben sie heute? Wie sind die einzelnen ...

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