Leben ohne Brille: Wie finde ich einen guten Arzt für LASIK & Co.

Wichtig bei LASIK & Co: den Arzt gut auswählen - Augenklinik Theresienhöhe
Wichtig bei LASIK & Co: den Arzt gut auswählen - Augenklinik Theresienhöhe
Fehlsichtigkeiten können heute oft operativ behoben werden. Wer an eine solche Operation denkt, sollte den behandelnden Arzt sorgfältig auswählen.

Viele Brillen- oder Kontaktlinsenträger möchten gerne ihre Sehhilfe loswerden. Die Methoden der Refraktiven Chirurgie, bei denen die Brechkraft operativ so verändert wird, dass man scharf sieht und von denen die bekannteste die LASIK ist, machen das möglich. Doch wer seine Fehlsichtigkeit durch eine Operation behandeln lassen möchte, sollte den Operateur sorgfältig auswählen. Je besser Klinik und Arzt geeignet sind, umso besser sind die Erfolgsaussichten.

Orientierungshilfen für die Arztwahl

Ob Klinik, Laserkette oder Augenarztpraxis – das Angebot auf dem Feld der Refraktiven Chirurgie ist groß und immer wieder mal liest man von Fehlsichtigen, die gelasert wurden, obwohl sie dafür nicht geeignet waren oder die sich über mögliche Folgen nicht ausreichend aufgeklärt fühlten. Damit so etwas möglichst nicht passiert, gibt es ein paar Orientierungshilfen bei der Auswahl des Anbieters. Dr. Hans-Peter Buchmann, Geschäftsführer der Augenklinik Theresienhöhe empfiehlt etwa, darauf zu achten, dass der Arzt alle refraktiven Operationen anbietet, damit die für den Betroffenen am besten geeignete Methode ausgewählt werden kann. So lässt sich beispielsweise verhindern, dass, wie Buchmann es bei einer Patientin selbst erlebt hat, bei -14 Dioptrien gelasert wird, obwohl die Methode für stark Fehlsichtige nicht geeignet ist. Da zur Veränderung der Brechkraft Hornhautgewebe „weggelasert“ wird und zwar umso mehr je höher die Fehlsichtigkeit ist, ist bei hoher Fehlsichtigkeit gewissermaßen nicht genügend Hornhaut vorhanden, um ein befriedigendes Ergebnis zu erzielen. So blieb der Patientin eine Restfehlsichtigkeit von -4 Dioptrien, während man mit einer künstlichen Linse ein weitaus besseres Ergebnis erreicht hätte.

Auch darf man bei zu dünner Hornhaut nicht lasern, da dadurch eine Keratektomie entstehen kann. Buchmann zufolge ist das „der Supergau, den alle fürchten“, denn es bedeutet, dass die Hornhaut „ausleiert“ und sich nach vorne wölbt, was im schlimmsten Fall eine Hornhauttransplantation nötig macht. Ein Arzt, der alle Methoden beherrscht, kann in solchen Fällen oft eine Alternative anbieten.

TÜV-Zertifizierung und LASIK-TÜV

Zusätzliche Sicherheit, so der Mediziner, bieten außerdem die TÜV-Zertifizierung und der LASIK-TÜV. Die TÜV-Zertifizierung bekommt, wer das Qualitätsmanagement seiner Praxis oder Klinik vom TÜV regelmäßig überprüfen lässt. Sie ist auch eine der Voraussetzungen für den LASIK-TÜV, den der TÜV Süd zusammen mit medizinischen Fachverbänden entwickelte, um den Laserwilligen aufgrund der „in diesem Markt teilweise zweifelhaften Angebote“, so heißt es auf der Internetseite des TÜV Süd, eine Orientierungshilfe zu bieten und den Behandlungseinrichtungen die Möglichkeit zu geben, ihre Arbeitsqualität von neutraler Seite bestätigen zu lassen. Um das Gütesiegel zu bekommen, muss der Anbieter neben der TÜV-Zertifizierung unter anderem eine Mindestzahl an LASIK-Behandlungen sowie Behandlungsergebnisse, die den medizinischen Anforderungen entsprechen, nachweisen, bestimmte Hygienekriterien erfüllen und über technische Geräte, die auf dem aktuellen Stand sind, verfügen.

Welche Anbieter den LASIK-TÜV haben, kann man auf der Internetseite des TÜV Süd nachlesen, in der Regel findet man aber auch auf den Webpräsentationen der Augenärzte, Kliniken und Laserzentren einen Hinweis darauf, wenn die Einrichtung das Gütesiegel hat. Ebenso kann man dort nachlesen, welche Methoden angeboten werden. Da die Refraktive Chirurgie auch eine Einnahmequelle darstellt, preist fast jede Behandlungseinrichtung auf ihrer Webseite die eigene Einrichtung an, darunter sind auch Marketingsprüche, die man ignorieren kann, über Fakten wie die angebotenen Methoden oder TÜV-Zertifizierung und LASIK-TÜV kann man sich dort durchaus vorab informieren. Das gilt auch für Infoabende, die die Anbieter Refraktiver Chirurgie regelmäßig abhalten. Auf diesen bekommt man zudem schon einmal einen kurzen Einblick in die Klinik und kann feststellen, wie sich der Arzt präsentiert.

Weitere Informationsmöglichkeiten

Wer den LASIK-TÜV nicht hat, muss nicht zwangsläufig schlechter sein, denn es ist eine freiwillige Entscheidung, ob man sich der Überprüfung unterzieht, doch ist es für Behandlungswillige in diesem Fall schwieriger, zu erfahren wie es mit relevanten Kriterien wie Hygienestandards oder Qualifikation des Operateurs aussieht. Eine Möglichkeit ist es, den behandelnden Augenarzt zu fragen, ob er einen Operateur empfehlen kann, wenn dieser selbst die Refraktive Chirurgie anbietet, kann man einen anderen Augenarzt zu Rate ziehen. Wer gerne die Meinung einer unabhängigen Institution hören möchte, kann sich auch an Patienten-Organisationen wie etwa die Unabhängige Patientenberatung Deutschland, UPD, wenden. Die Mitarbeiter dieses von mehreren Institutionen, unter anderem der Verbraucherzentrale, getragenen Modellprojekts geben im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch Tipps zum Thema Refraktive Chirurgie. „Unser Ziel ist es, Patientinnen und Patienten so zu stärken, dass sie ihre Interessen wahrnehmen und eigenständig handeln können“, erklärt Heidrun Holstein von der UPD in Karlsruhe auf Anfrage.

Hans-Peter Buchmann hält auch Mundpropaganda für eine gute Möglichkeit, an einen geeigneten Arzt zu geraten. Vorsicht ist bei manchen Internetseiten geboten, was auf den ersten Blick wie neutrale Berichterstattung aussieht, entpuppt sich beim zweiten Hinsehen mitunter als bezahlte Anzeige. Nicht zwangsläufig etwas über die Qualität des Anbieters sagt eine häufige Medienpräsenz aus. Wer in der Zeitung erwähnt wird, im Fernsehen zu Gast ist oder im Boulevardmagazin landet, weil er einen Promi behandeln durfte, ist nicht unbedingt besser, nur eben bekannter.

LASIK und Co. im Ausland

Auf jeden Fall gründlich überlegen sollte man sich die Option einer Laserbehandlung im Ausland. Häufiger finden sich hier verlockende Angebote, oftmals verbunden mit einem Urlaub, doch herauszufinden, welche Klinik oder welcher Arzt geeignet ist, gestaltet sich in diesem Fall noch schwieriger. Auch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass die notwendige Nachsorge und ebenso eine Behandlung eventueller Komplikationen dann in Deutschland von einem anderen Arzt gemacht werden müssen. So kann, was auf den ersten Blick recht günstig aussieht, teuer werden. Den Preis, egal ob bei einer Behandlung im Ausland oder in Deutschland, dürfte zwar mancher bei der Auswahl des Operateurs im Auge haben, doch Schnäppchenjagd ist hier fehl am Platz, im Mittelpunkt der Entscheidung sollte immer eine Frage stehen, nämlich: wo bekomme ich eine optimale Behandlung?

Bitte beachten Sie, dass Suite101-Artikel niemals fachlichen Rat – beispielsweise durch einen Arzt − ersetzen können.

Quellen: tuev-sued.de

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Angela Fehr - Geboren und aufgewachsen im "Ländle", zog ich später nach München, wo ich eine schöne Zeit verbrachte und an der LMU ...

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