Lebkuchen schreiben Geschichte

Heute vorwiegend als Weihnachtsgebäck verwendet, kann der Lebkuchen auf eine lange Tradition zurückblicken: Schon die alten Ägypter und Römer verzehrten ihn

Je nach Region, erhält der Lebkuchen unterschiedliche Namen. Während er nicht nur in im Süden, Westen und Norden Deutschlands, sondern ebenfalls in der Schweiz und in Österreich als „Lebkuchen“ bezeichnet wird, dominiert der Begriff „Pfefferkuchen“ im Osten Deutschlands. Im Süden und Westen sind außerdem auch die Bezeichnungen „Labekuchen“, „Leckkuchen“, „Lebenskuchen“ und vor allem in Bayern das „Magenbrot“ geläufig. Woher der Name „Lebkuchen“ ursprünglich kommt, ist ungewiss. Hierzu gibt es einige Theorien, die bis heute nicht belegt werden konnten. Anders ist es mit dem Begriff „Pfefferkuchen“, welcher seinen Ursprung im Mittelalter hat. Zu jener Zeit nämlich, wurden seine Gewürze unter der allgemeinen Benennung „Pfeffer“ zusammengefasst. Die Wichtigkeit der Zutaten ist auch in dem englischen „gingerbread“ und im französischen Namen „pain d’épices“ hervorgehoben.

Der Ursprung des Lebkuchens

Die ersten Honigkuchen, wie nach den Nahrungsmittel-Vorschriften der EU nur die Art Lebkuchen genannt werden darf, in welcher mindestens die Hälfte des eingebrachten Zuckers aus echtem Bienenhonig produziert wurde, wurden bei den alten Ägyptern gefunden. Eine andere Art Gewürzkuchen konnte ebenfalls auf die Römer 350 vor Christus zurückgeführt werden. Dies sind allerdings alles Vorgänger des heute bekannten Lebkuchens, welcher ursprünglich aus Belgien stammt. Durch Abweichungen von dem Rezept, das von Kupferschlägern nach Aachen gebracht worden sein soll, entstanden die "Aachener Printen". Die nächste Station war das Heilsbronner Kloster, in welchem das Rezept erneut Veränderungen unterzogen wurde, wodurch die Nürnberger Lebkuchen entstanden – Lebkuchen auf Oblaten gebacken. Diese Variante ergab sich aus einer Notlösung, die dafür sorgen sollte, dass die Lebkuchen nicht mehr an dem Backofen festkleben.

Exotische Gewürze als Besonderheit der Lebkuchen

Besonders waren zur Zeit des Mittelalters die Gewürze. Diese wurden vor allem aus dem Osten angeliefert, weshalb die Städte, die wichtige Handelsknotenpunkte waren, wesentlich leichter an die Zutaten kamen und sich somit der Lebkuchenherstellung widmen konnten: So auch Nürnberg. Anis beispielsweise wurde aus Ägypten beschafft, die Nelken aus Madagaskar und Ingwer wie auch Kardamon aus Indien. Des Weiteren wurden Muskatblüten aus Sumatra und Piment aus Mexiko importiert. Aufgrund ihrer Seltenheit in Europa, galten die Lebkuchen, welche jene exotischen Gewürze beinhalten, als Delikatessen und wurden vor allem an Feiertagen wie Ostern und Weihnachten gegessen.

Backen der Lebkuchen als Beruf

Während in Nürnberg und Umgebung anfangs Nonnen und Mönche in den Klostern das Backen übernahmen, buken schon im 14. Jahrhundert sogenannte "Lebküchnern" und "Lebzeltern" diese. Jene Informationen entnimmt man damaligen Urkunden und Rechnungsbüchern Nürnbergs, in welchen zum ersten Mal der Name „Lebkuchen“ und der Beruf des „Lebküchners“ festgehalten wurden. Nach einem langwierigen Prozess wurde Nürnberg 1643 die Gründung einer eigenen Lebküchnerzunft genehmigt, zu welcher sich 14 Lebküchner zusammenschlossen. So ergab es sich, dass nicht jedermann besagtes Gebäck herstellen durfte.

Varianten und Restriktionen der Lebkuchenherstellung

Mit Aachen und Nürnberg kann Deutschland von allen europäischen Ländern auf die längste Tradition der Lebkuchen zurückblicken. In seinen Anfängen waren Lebkuchen ein fester Bestandteil von Volksfesten: Je nach Jahreszeit und Anlass wurden sie dort in allen Formen verkauft. Dies führte soweit, dass sich sogar „Lebkuchen-Feste“ herausbildeten und Bräuche entstanden. Unverheiratete Mädchen, so hieß es, sollten einen Lebkuchenmann essen, um die Wahrscheinlichkeit auf eine baldige Hochzeit zu erhöhen.

Es waren jedoch nicht nur die Formen, die sich unterschieden. Auch die Konsistenz, die Zutaten, die Farben und die Dekoration variierten mehr als es heute auf den Volksfesten der Fall ist. Im Laufe der Zeit haben sich Regeln zur Lebkuchenherstellung herausgebildet, die eingehalten werden müssen, um das Produkt nach eben diesem zu benennen: Als Hauptzutaten galten und gelten noch heute Honig, Hirschhornsalz, Pottasche und eine Mischung der Gewürze Anis, Zimt, Kardamom oder Muskat und Zimt. Früher wurde statt Honig des Öfteren auch Zuckerwasser oder Sirup verwendet. Des Weiteren muss bei der Herstellung sparsam mit der Mehlmenge umgegangen werden. Beim Nürnberger Lebkuchen beispielsweise darf überhaupt kein Mehl verwendet werden.

Quellen:

Endlich Lebkuchenzeit

Historie Lebkuchen

Was ist eigentlich Lebkuchen

feine Backwaren

Lebkuchen eine Weihnachtsleckerei

Lebkuchen

Santana Overath - Seit 2008 studiere ich an der Universität Mannheim das Kernfach Germanistik und das Beifach Hispanistik. Mein vorausgesehener ...

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