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Legenden, Anekdoten und Wahrheiten rund um Schokolade und Kakao

Wahre Liebe - © gänseblümchen  / pixelio.de
Wahre Liebe - © gänseblümchen / pixelio.de
Wie kam der Kakao auf die Erde? Was geschieht, wenn Frauen die Wahl zwischen Schokolade oder einem Mann treffen? Was haben Kakerlaken mit Kakao zu tun?

Kakao spielte bei religiösen Zeremonien der Azteken eine wichtige Rolle. Sie glaubten, ihr Gott Quetzalcoatl habe Kakao als göttliche Gabe geschaffen, um Mattigkeit zu beheben und dem Menschen angenehme Ruhe zu schenken. Ein Getränk daraus sollte sie nach dem Tod ernähren. Es wurde dem Kakao die Kraft zugesprochen, übersinnliche und geistige Fähigkeiten des Menschen zu stimulieren und er wurde als Basis für medizinische Rezepturen verwendet. Nicht zuletzt wurde die Kakaofrucht als Währung benutzt und hatte, sehr zum Erstaunen der Spanier, einen höheren Wert als Gold.

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts verbreitete sich die Schokolade in Spanien, später über Italien und Frankreich in ganz Europa. Zusammen mit Kaffee und Tee, die etwa zur gleichen Zeit aufkamen, wurde der Kakao Teil einer neuartigen, sozialen Aktivität. Das Verlangen nach Schokolade übertrifft die meisten anderen Nahrungsmittelverlangen. Sie ist an jedem Kiosk, jeder Tankstelle und jedem Geschäft als „kleine Streicheleinheit“ neben anderen Waren zu kaufen, wird als Kunstgenuss zelebriert und in der Kosmetik verarbeitet.

Wie der Kakao auf die Erde kam

Nach einer aztekischen Legende wurde einer Prinzessin ein großer Schatz anvertraut, während ihr Mann an den Grenzen des Reiches kämpfte. Als sie von Feinden angegriffen wurde, gab sie trotz Folter das Versteck des Schatzes nicht preis und verlor so ihr Leben. Aus ihrem Blut spross die Kakaopflanze – bitter wie Liebesleid, stark wie die Tugend und rot wie Blut.

Die mexikanische Version erzählt vom Menschengott Quetzalcoatl, der in das verlorene Paradies geführt wurde, wo die Kinder des Sonnengottes weilten. Bei seiner Rückkehr brachte er Kakaosamen mit und pflanzte ihn in seinen Garten. Als er vom Kakao kostete, berauschte und inspirierte ihn der Saft. Er sammelte Schüler um sich und lehrte sie Ackerbau, Astronomie, dazu noch Medizin und wurde so zum Herrscher Mexikos.

Kakerlaken mögen Schokolade

Insekten, Würmer oder Maden stehen auf dem Speisezettel der meisten Menschen dieser Welt. Auch die Menschen der nördlichen Halbkugel gehören möglicherweise unfreiwillig dazu. Laut der Kolumne von Leon Chaitow in der Zeitschrift für Komplementärmedizin „Journal of Alternative & Complementary Medicine“ vom Januar 1990 sei es offenbar unmöglich, die Bottiche, die bei der Kakaoproduktion verwendet werden, vor einer Kontaminierung mit Kakerlaken zu schützen. Die amerikanische Behörde für Nahrungsmittel und Medikamentenüberwachung hat Richtlinien herausgegeben, in denen es heißt, dass der Kakerlakenanteil der Schokolade vier Prozent des Gewichtes nicht übersteigen darf. Positiv gesehen sind Kakerlaken im Kakao eine bedeutende und günstige Eiweißquelle, haben wenig Fett, Cholesterin und Kalorien. So fremd ist auch hierzulande die Insektennahrung nicht. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war es durchaus üblich, Maikäfersuppe zu verspeisen.

Frauen mögen Schokolade

"Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann" sang Trude Herr 1960. Für die deutsche Sängerin und Schauspielerin war die Lage klar. Folgende Geschichte (anonyme Quelle) kommt zu einem anderen Ergebnis: Ein Mann ging am Meer spazieren und fand eine Flasche am Strand. Als er sie öffnete, kam ein Geist heraus, der zu ihm sagte: „Dafür, dass du mich befreit hast, gewähre ich dir drei Wünsche.“ Der Mann wünschte sich eine Million Goldstücke und war schon gleich um eine Million reicher. Der Mann wünschte sich ein Schloss und hatte im Handumdrehen eine neue Behausung. Der Mann wünschte sich, dass alle Frauen ihn unwiderstehlich fänden und schon hatte er sich in eine Tafel Schokolade verwandelt. Vielleicht hat die amerikanische Kinderbuchautorin und Illustratorin Sandra Boynton unrecht, wenn sie meint: „Die größten Tragödien schrieben die Griechen und Shakespeare. Sie kannten noch keine Schokolade."

Manche Tiere vertragen keine Schokolade

Katzen, Hunde, Pferde, Rinder und Vögel vertragen das in der Schokolade enthaltene Theobromin nicht, da ihr Stoffwechsel es nur langsam abbauen kann. Bei einem 10 Kilo schweren Hund beträgt die tödliche Dosis ungefähr 1,5 Kilo Vollmilchschokolade. In Black´s „Veterinary Dictionary” steht beschrieben, wie das Verfüttern von Schokoladenabfällen an Rinder in Großbritannien zu tödlichen Vergiftungen bei Kälbern geführt hat. Die Tiere waren stark erregt, liefen mit übertriebener Gangart umher und starrten in alle Richtungen, bevor sie verendeten.

Weitere Quelle: Sherr, Jeremy, Die homöopathische Arzneimittelprüfung von Schokolade, Fagus Verlag, Jörg Wichmann, 1998, Rösrath

Theobroma-cacao, Deutschlands größtes Onlinemagazin für Schokolade, Pralinen und Kakao

Bildnachweis: © gänseblümchen / pixelio.de

Heike Sebastian, Heike Sebastian

Heike Sebastian - Sozialarbeiterin, Heilpraktikerin mit Schwerpunkt "Klassische Homöopathie", Schulleitung von "Feloidea", Institut für ...

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