Legenden der Olympischen Spiele: die erfolgreichsten Teilnehmer

Olympiastadion Berlin - Dietmar Gerhard Exner / Pixelio.de
Olympiastadion Berlin - Dietmar Gerhard Exner / Pixelio.de
Diese Sportler waren bei Olympischen Spielen auf Gold gebucht: die erfolgreichsten Teilnehmer der Sommerspiele von Michael Phelps bis Paavo Nurmi.

Einmal olympischer Sieger sein: Diesen Traum verfolgen hunderte Sportler immer wieder, wenn sie zu den Spielen antreten. Ein Traum, der sich nur für wenige erfüllt. Und einmal auf dem obersten Treppchen zu stehen, ist für die meisten Olympiasieger ein ganz besonderes, einmaliges und nie wieder erreichtes Erlebnis. Doch es gibt einige Ausnahmeerscheinungen, die sich schon vielfach im Ruhm olympischer Siege sonnen konnten.

Michael Phelps - der Goldjunge der Olympischen Spiele

Anfang des neuen Jahrtausends dominierte er die Schwimmszene wie kein anderer. Mit insgesamt 14 Goldmedaillen ist Michael Phelps, der Ausnahmeschwimmer aus den USA, der erfolgreichste Olympiateilnehmer überhaupt. Dass der als der kompletteste Schwimmer der Gegenwart geltende Michael Phelps einen solchen Erfolg haben könnte, war anfangs nicht abzusehen, hatte er doch in seiner Kindheit panische Angst vorm Wasser und litt an ADHS. Um seine überschüssige Energie loszuwerden, begann Michael Phelps im Grundschulalter schließlich mit dem Schwimmen - und brach fortan alle Rekorde. Der olympische Traum des Michael Phelps begann bei den Spielen 2004 in Athen. Dort gewann er sechs Goldmedaillen sowie zwei Bronzemedaillen. Damit stellte er den Rekord des russischen Turners Alexander Ditjatin ein und wurde zum zweiten Olympioniken, der acht Medaillen bei den selben Spielen gewinnen konnte. Einen absoluten Triumph erzielte Phelps mit acht goldenen Medaillen bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. In sieben der acht Wettkämpfe stellte er zudem einen neuen Weltrekord auf. Zu seinen olympischen Erfolgen kommen 22 Weltmeistertitel zwischen 2001 und 2009. Weiterhin stellte Michael Phelps im Laufe seiner Karriere zahlreiche weitere Weltrekorde auf, den ersten im Alter von 15 Jahren – als der jüngste Weltrekordler aller Zeiten.

Carl Lewis – „der Athlet der Zweckökonomie“

Carl Lewis war einer der größten Stars der Leichtathletik in den 1980er und 1990er Jahren. Er dominierte Sprint und Weitsprung und konnte insgesamt neun Goldmedaillen erringen. Mit seinen Siegen über 100m, 200m, 4x100m und im Weitsprung dominierte er die Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles. Zur Titelverteidigung über 100m kam Lewis 1988 in Seoul das Glück zugute, nachdem der Kanadier Ben Johnson wegen Dopings disqualifiziert wurde. Die Entscheidung im Weitsprung konnte er auch1988, 1992 und 1996 wieder für sich entscheiden und war damit nach dem Diskuswerfer Al Oerter der zweite Athlet, der seinen vierten Titel in Folge feiern konnte. Zudem gewann Carl Lewis 1992 in Barcelona erneut Gold mit der 4x100m-Staffel sowie olympisches Silber über 200m in Seoul 1988. Sein Erfolgsgeheimnis? Die Faulheit. So bezeichnete die Fachzeitschrift „Sports“ Carl Lewis einst als den „Athlet der Zweckökonomie“, denn er trainierte täglich nicht länger als eine Stunde und nannte als sein Geheimrezept das Ausruhen. Statt Training mit Gewichten und Muskelaufbau setzte er aufs Laufen - eine Strategie, die für Carl Lewis aufging. Neben seinen olympischen Titeln kann sich der Sportler aus den USA zudem mit acht Mal Gold, einmal Silber und einmal Bronze bei Weltmeisterschaften schmücken.

Paavo Nurmi – der fliegende Finne

Auch der finnische Leichtathlet Paavo Nurmi errang neun Goldmedaillen bei Olympischen Spielen. Seine Siege feierte der Langstreckenläufer aus Turku in den 1920er Jahren. Zum ersten Mal konnte Nurmi bei den Spielen 1920 in Antwerpen das Treppchen nach ganz oben klettern – und das gleich drei Mal, über 10.000m und im Geländelauf in der Einzel- sowie in der Teamwertung. Jedoch markierten den Höhepunkt seiner Karriere die Spiele 1924 in Paris, wo Nurmi fünf Mal Gold gewann. Zwischen den Wettbewerben über 1.500m und 5.000m lagen gar nur 45 Minuten. Legendär ist der als „Sonnenschlacht von Colombes“ bekannte 10.000m-Geländelauf, den Nurmi bei Temperaturen von 40 Grad für sich entscheiden konnte, während 20 seiner Mitstreiter im Hospital landeten. Bei Olympia 1928 errang Nurmi einmal mehr Gold über 10.000m sowie zwei Silbermedaillen. Den Traum, bei den Spielen1932 in Los Angeles seine Karriere im Marathonlauf zu krönen, konnte sich „der fliegende Finne“ nicht erfüllen, da er nicht für den Wettbewerb zugelassen wurde. In Helsinki hatte Nurmi 1952 die Ehre, das olympische Feuer zu entzünden. Der rätselhafte Schweiger aus Finnland war besonders für seinen ästhetischen Laufstil bekannt. Während seiner Karriere stellte er insgesamt 24 Weltrekorde auf.

Weitere erfolgreiche Olympiateilnehmer

Neben Carl Lewis und Paavo Nurmi gehören auch der US-Schwimmer Mark Spitz und die russische Turnerin Larissa Latynina zu den legendären „Fab Four“, die 9 Goldmedaillen bei Olympia gewannen:

  • Mark Spitz (2xGold, 1xSilber, 1x Bronze 1968 in Mexiko-Stadt; 7xGold 1972 in München)
  • Larissa Latynina (3xGold, 1xSilber, 1xBronze 1956 in Melbourne; 3xGold, 2xSilber, 1xBronze 1960 in Rom; 2xGold, 2x Silber, 2x Bronze 1964 in Tokio)

Larissa Latynina ist mit 18 Mal Edelmetall zudem die Olympionikin mit den absolut meisten Medaillen. Gefolgt wird sie von Michael Phelps mit 16 Medaillen und dem russischen Turner Nikolai Andrianow mit seinen 15 Medaillen. Die Liste der erfolgreichsten deutschen Olympiateilnehmer führt mit 12 Mal Edelmetall zwischen 1980 und 2004 die Kanutin Birgit Fischer an.

Bildnachweis: Copyright by Dietmar Gerhard Exner / Pixelio.de

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