
- Legoland: Einstein und die Zahnhygiene - Vera Kriebel
Um es vorweg zu nehmen: Legoland ist nicht nur teuer, sondern auch ein reiner Konsumtempel, eine überaus amerikanisierte bunte Vergnügungswelt, die den Kindern wenig Freiraum lässt. Das hindert Kinder bis etwa zwölf Jahren aber nicht daran, dort einen Riesenspaß zu haben.
Lego-Monster und 4-D-Kino
Phillipp und Simon sind drei und fünf Jahre und erzählen noch während der Hafenrundfahrt (die sie eher langweilt) begeistert von Legoland: Angetan hat ihnen vor allem das Kino: Ein 4-D-Kino, das die Kinder laut Betreiber "in eine andere Realität versetzt". Aber selbst kleine Kinder sind nicht ganz so leicht zu täuschen und durchschauen durchaus die Spezialeffekte: Phillipp beharrt darauf, dass es "Schaum" war, nicht Schnee. Und toll fand er vor allem die Lego-Monster im Kino.
Legoland: Alles so schön bunt hier
Der Weg durchs Legoland ist recht reglementiert durch eine Art Erlebnispfad, ein mit Hinweisschildern und Absperrseilen gekennzeichneter fester Rundgang, der durch Themenbereiche, Legolandschaften und vorbei an Legofiguren führt. Dass von der Giraffe am Eingang über ein Miniland, dem nachgestalteten Ruhrgebiet mit Zeche Zollverein und Duisburger Innenhafen, bis zu Albert Einstein alles aus Legosteinen nachgebaut wurde, was irgendwie nachzubauen ist, versteht sich von selbst (siehe Fotos unten).
Schöne neue Lego-Welt: Modellbau mit Legosteinen
Legoland bemüht sich, den Anschein eines reinen Konsumtempels zu widerlegen. Überall können Kinder etwas machen. Beim Lego-Modellbau-Workshop lernen Kinder, wie man denn all die schönen bunten Legosteinchen zusammensetzen kann - wie das untenstehende Foto entlarvt, sind etwas ältere Kinder damit nicht mehr zu faszinieren und langweilen sich wie die Eltern, die lernen werden, dass die Faszination an Legosteinen kaum oder gar nicht im Legoland aufleben mag.
Legoland: Ein bunter Jahrmarkt
In der kindgerechten Lego-Fabrik, in der Legoklötze produziert und Videos darüber gezeigt werden, bemüht eine Animateurin sich redlich, die Kinder zum Hopsen zu bringen (siehe Foto unten). An einem kleinen Teich können Kinder das Kommando über Piratenschiffe übernehmen - allerdings kostet das extra. Wirklich Neues, Originelles oder Überraschendes gibt es nicht: Ein quietschrosa Bereich ist der Prinzessinnen-Palast (à la Prinzessin Lillifee). Eine Drachenbahn, die einer Geisterbahn täuschend ähnlich ist, entführt die Kinder einige Meter weiter in eine Drachenburg.
Fazit: Lego-Plastikwelt ist nur mäßige Familienunterhaltung
Legoland ist ein Konsumtempel, daran ändern auch Pseudo-Mitmach-Angebote nichts. Freien Lauf lässt man Kindern hier nicht, das Vergnügen ist strikt durchorganisiert und - wenn auch verschleiert - streng reglementiert. Aber all dies ist Kindern egal, denn sie haben nun mal einfach einen Riesen-Spaß an dieser legosteinernen Disneyland-Welt.
Erwachsene sollten sich aber vor dem Besuch drücken oder sich in Geduld üben: Irgendwann ist jeder Legoland-Besuch ja auch vorbei und Kinder werden zudem so schnell groß (und entwachsen damit der Legowelt), dass man mit einem Besuch im Legoland hinkommen müsste. (Noch ein Anreiz: Wer sich online den Frühstücksgutschein ausdruckt, erhält zwischen 10 und 11 Uhr ein Frühstück, das aus Croissant und Kaffee besteht).
Infos zu Legoland Duisburg
Das Legoland in Duisburg gehört mit 3.500 Quadratmetern zu den kleinsten seiner Art. Es hat keine Außenflächen.
Legoland Discovery Centre Duisburg (Betreiber: Merlin Entertainment Group), Philosophenweg, Duisburg Innenhafen. Öffnungszeiten: täglich 10 - 18 Uhr, letzter Einlass 16:30 (Wochenende und feiertags bis 19 Uhr, Einlass bis 17 Uhr). Eintritt: Erwachsene 14,95 Euro, Kind (3-11 Jahre) 10,95 Euro (Online-Ticket 7 Euro). Im Legoland lassen sich auch Kindergeburtstage feiern (14,50 Euro am Wochenende und 10,50 Euro wochentags).
Klassenfahrten: Nicht ins Legoland?
Bei Schulklassen gehen die Lehrer umsonst ins Legoland, sollten sich aber überlegen, ob es nicht sinnvollere Ziele für eine Klassenfahrt gibt, beispielsweise den Landschaftspark Duisburg-Nord, die Emscherkunst, eine Hafenrundfahrt oder einen Besuch in einem der Duisburger Kunstmuseen wie die Küppersmühle, in die Schüler freien Eintritt haben, oder die Collection Tours der RuhrKunstMuseen.
