Leichtathletik-WM 2011: Medaillenregen für Deutschland in Daegu

Robert Harting schockte die Konkurrenz im 1. Wurf - Bundeswehr-Fotos Wir dienen Deutschland
Robert Harting schockte die Konkurrenz im 1. Wurf - Bundeswehr-Fotos Wir dienen Deutschland
Gold, Silber, Bronze - was für ein Tag für die deutsche Leichtathletik bei der WM in Daegu. Robert Harting, Jennifer Oeser und Martina Strutz sind die Stars

Bei der Leichtathletik-WM im südkroeanischen Daegu stand am 30. August 2011 unter anderem das Finale im Diskuswerfen auf dem Programm. Der amtierende Weltmeister Robert Harting aus Berlin traf dabei auf seinen großen Konkurrenten Piotr Malachowski aus Polen und auf Gerd Kanter aus Estland. Im Finale des Stabhochsprungs der Frauen waren aus deutscher Sicht Silke Spiegelburg, Kristina Gadschiew und Martina Strutz am Start. Im Siebenkampf-Finale der Frauen ging es für Jennifer Oeser bei den abschließenden 800 Metern um die Bronzemedaille. Auch Lilli Schwarzkopf und Julia Mächtig waren dabei. Über 3000 Meter Hindernis der Frauen stand mit Gesa Felicitas Krause die jüngste deutsche Teilnehmerin im Finale und lief ein tolles Rennen.

Jennifer Oeser sichert sich Bronze im Siebenkampf hinter Tschernowa und Ennis

Den deutschen Medaillenreigen eröffnete Jennifer Oeser. Mit einer persönlichen Bestleistung im Speerwurf von 51,30 Meter kämpfte sich die Leverkusenerin zurück im Kampf um die Bronzemedaille. Über die abschließenden 800 Meter waren Natalia Dobrynska und die Polin Karolyna Tyminska die härtesten Konkurrenten. Doch mit einer erneuten persönlichen Bestleistung von 2:10,49 Minuten sicherte sich Jennifer Oeser mit einer Gesamtpunktzahl von 6572 Punkten die Bronzemedaille. Weltmeisterin wurde die Russin Tatjana Tschernowa (6880 Punkte) vor der britischen Titelverteidigerin Jessica Ennis (6751 Punkte). Lilli Schwarzkopf (LG Rhein-Wied) belegte mit 6321 Punkte einen hervorragenden sechsten Platz, und Julia Mächtig (SC Neubrandenburg) kämpfte sich nach langer Verletzungspause auf Rang 17. Gegenüber der ARD sagt Jennifer Oeser: "Vielen Dank an alle die mir gestern einen Arschtritt verpasst haben, aber ich weiß `Hinten kackt die Ente`und dieser Spruch ist mal wieder Gold wert." Insgesamt zeigten sich alle drei deutschen Starterinnen im ARD-Interview sehr zufrieden mit ihren jeweiligen Wettkämpfen.

Martina Strutz holt Silber im Stabhochsprung der Frauen

Martina Strutz (ESV Hagenow) sprang neuen deutschen Rekord mit 4,80 Meter und schockte die Konkurrenz. Das 1,60 Meter kleine Energiebündel war die erste Stabhochspringerin, die diese Höhe übersprang. Doch die Brasilianerin Fabiana Murer übersprang die 4,85 Meter im ersten Versuch und verdrängte Martina Strutz damit von der Spitze. Strutz erhöhte daraufhin auf 4,90 Meter, scheiterte jedoch im ersten Versuch. Für den Kampf um Gold warf sie den Fehdehandschuh in den Ring. Am Ende reichte es jedoch knapp nicht, Strutz holte Silber hinter der neuen Weltmeisterin und ehemaligen Turnerin aus Brasilien, Fabiana Murer. Bronze gewann die russische Favoritin Svetlana Feovanova (4,75 Meter). Silke Spiegelburg (Bayer 04 Leverkusen) belegte am Ende des Wettkampfes mit einer Höhe von 4,65 Meter den neunten Platz. Kristina Gadschiew (LAZ Zweibrücken) wurde mit 4,55 Metern hervorragende Zehnte.

Robert Harting schockte die Konkurrenz gleich im ersten Versuch beim Diskuswerfen

Der exzentrische Berliner Robert Harting schockte die Konkurrenz im Diskuswerfen der Männer gleich mit seinem ersten Versuch. Der Diskus lag hervorragend in der Luft und landete bei 68,49 Meter. Während die Konkurrenz sich daran die Zähne ausbiss, legte Harting im vierten Versuch nochmal nach und diesmal landete der Diskus bei sagenhaften 68,97 Meter. Harting schrie seine Freude laut durch das Stadion und die Konkurrenz war erneut geschockt. Dies war im Vorfeld so nicht zu erwarten, denn der Berliner kämpfte mit Schmerzen im rechten Knie. Doch das Adrenalin war stärker an diesem Tag. Die Konkurrenz kam nicht mehr ran. Gerd Kanter aus Estland holte Silber (66,95 Meter), Bronze ging an den Iraner Ehsan Hadadi (66,08 Meter). Harting anschließend gegenüber der ARD: "Ich bin selbst total überrascht, und mein Knie tat tierisch weh." Harting widmete seine Goldmedaille seinem Freund Hauptmann Markus Matthes (+ 33), der im Mai 2011 während des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan ums Leben kam.

Gesa Felicitas Krause mit einem tollen Rennen über 3000 Meter Hindernis der Damen

Zum Abschluss holte die junge Gesa Felicitas Krause aus Frankfurt (Main) den neunten Platz mit neuer persönlicher Bestleistung und Jugendrekord. Die mit 19 Jahren jüngste deutsche Teilnehmerin bei der Leichtathletik-WM in Daegu zeigte dabei, dass mit ihr in den nächsten Jahren zu rechnen ist. Vor dem Lauf sagte die amtierende U20-Europameisterin gegenüber dpa: "Mein Trainer hat gesagt: Finale ist das Ziel. Ich habe drüber nachgedacht und bin auch jemand, der das annimmt. Ich werde versuchen, meine Lockerheit zu bewahren und werde es einfach genießen." Und das hat sie meisterhaft umgesetzt. Nach ihrem Rennen zeigte sie sich im ARD-Interview überglücklich und bezeichnte ihr Rennen schlicht und ergreifend als "Wahnsinn". Ein neuer Star der deutschen Leichtathletik steht in der Warteschleife und wird bald so richtig hell erstrahlen.

Quellen:

ARD TV

sportschau.de

leichtathletik.de

sportal.de

Stephan Schulz, (c) Stephan Schulz

Stephan Schulz - Stephan Schulz schreibt seit Jahren erfolgreich für diverse Printmedien (unter anderem die Fachzeitschrift "Computer" und die ...

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