Element of Crime, das sind: Sven Regener (*1961 in Bremen) zuständig für Gesang, Gitarre und Trompete, Jakob Ilja Friderichs (*1959 in Berlin) an der Gitarre, fast von Anfang an dabei der Schlagzeuger Richard Pappik (*1955 in Holzminden) und seit 2002 David Young (*1949 in London) am Bass.
Die Anfänge: "Basically Sad" und "Try to be Mensch"
1984 tritt Sven Regener der Gruppe "Neue Liebe“ als Trompetenspieler bei, nach deren Auflösung März 1985 gründet er mit Jakob Friderichs, Paul Lukas, Jürgen Fabritius und Uwe Bauer in West-Berlin Element of Crime. Im Herbst bestreiten die Musiker ihre erste Tournee und nehmen, produziert vom damaligen Schlagzeuger Uwe Bauer (ehemals "Fehlfarben"), die erste Scheibe "Basically Sad" auf. 1986 erfolgt der Wechsel vom Ata-Tak-Studio zu Polydor. Bauer steigt aus und wird von Pappik ersetzt, der Saxophonist Jürgen Fabritius verlässt die Gruppe.
Die zweite Platte "Try to be Mensch" wird in London aufgenommen, produziert von John Cale. Sie erscheint im April 1987 und verkauft sich gut, es folgt eine ausgedehnte Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. In den nächsten drei Jahren veröffentlichen Element of Crime konstant neue Platten: 1988 "Freedom Love and Happiness", 1989 "The Ballad of Jimmy and Johnny" mit dem ersten deutschsprachigen Lied "Der Mann vom Gericht" und 1990 das Live-Album "Crime Pays".
Der Wendepunkt: "Damals hinterm Mond" mit deutschen Texten
1991 ist es soweit: das erste Element of Crime-Album komplett in deutscher Sprache erscheint. "Damals hinterm Mond" ist zwar kein großartiger kommerzieller Erfolg, stellt jedoch den Wendepunkt in der Bandgeschichte dar. Lieder wie "Blaulicht und Zwielicht" oder "Wieder ein Tag" gehören mit zu den schönsten Stücken und zeugen bereits früh von den lyrischen und musikalischen Qualitäten der Gruppe. Der experimentelle Einsatz von Akkordeon und Streichern wirkt sich positiv auf das Gesamtarrangement aus, verleiht der Musik zusätzliche Fülle und Getragenheit. Bei den Aufnahmen im Studio arbeiten die Musiker erstmals mit Ekki Busch und David Young zusammen. Januar 1993 erscheint das Album "Weisses Papier", zusätzlich mit Bläsersätzen und Orgeln.
Element of Crime - "Weisses Papier" und die Charts
Die zweite deutschsprachige Scheibe bringt den kommerziellen Erfolg: An die 60 000 Exemplare werden verkauft. Element of Crime ist in den Album-Charts. 1994 kommt "An einem Sonntag im April" in die Ladenregale und die Band sieht sich erstmals in großen Hallen spielen. Im Folgejahr geht Bassist Paul Lukas, Christian Hartje nimmt seinen Part ein. Herbst 1996 schafft die neue Platte "Die Schönen Rosen" auf Anhieb Platz 24 der Album-Charts. Dies wird von dem Album "Psycho" 1999 noch getoppt, das auf Platz 11 einsteigt.
"Romantik", Soloprojekte und der "Mittelpunkt der Welt"
Die Gruppe befindet sich im Aufwind: Auch "Romantik" (2001) verkauft sich gut und hält sich lange in den Charts. Im selben Jahr geht Sven Regener seinem Fach erstmals fremd und betätigt sich schriftstellerisch. Ergebnis ist der mit Christian Ulmen in der Hauptrolle verfilmte Roman "Herr Lehmann". 2002 bringt eine ganze Reihe von Konzerten und Festivals wie "Rock im Park". David Young nimmt den Platz des Bassisten Christian Hartje ein. In den nächsten Jahren wird es etwas ruhiger um die Gruppe. Die Musiker widmen sich verstärkt Soloprojekten, so schreibt Jakob Ilja 2003 Musik für den Spielfilm "Narren" und Pappik publiziert die CD "Bongogott – oh du fröhlicher". 2004 erscheint mit "Neue Vahr Süd" der zweite Roman Regeners, 2005 die bislang letzte Scheibe "Mittelpunkt der Welt". 2008 spielt Element of Crime einige Lieder für den Soundtrack des Films "Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe“ von Leander Haußmann ein. Mit "Der kleine Bruder" endet Regeners Lehmann-Trilogie.
Element of Crime - Von Licht und Schatten der Liebe
Element of Crime singen vor allem von Licht und Schatten der Liebe. Egal, in welchem Stadium sich die Liebeskrankheit befindet und um welches Symptom es sich handelt, ob unerfüllte Sehnsucht, Einsamkeit, Trennungsschmerz oder Hingabe, ob bittere Enttäuschung oder Euphorie – mit fast schon unheimlicher Präzision nähern sich die Musiker dem Thema, erforschen Gefühlswelten und fangen die Magie alltäglicher wie besonderer Situationen ein. Ihre ausgesprochene Treffsicherheit im Umgang mit Metaphern und das gute Gespür für die Kombination von Text und Inhalt tragender Melodie lassen die Gefühle funkengleich überspringen. Dabei wird mitunter ein gar seltsamer Prozess in Kraft gesetzt: So lassen diese Gefühle nicht nur die Tasten der eigenen Erfahrungswelt anklingen und Emotionen hochkochen, sondern steigen an Eigenleben gewinnend weiter empor. Der Hörer wird unversehens selbst zum Medium (s)eines existenziellen Leidens, das sich in den Irrwegen, im Scheitern, Siegen und erneutem Verlust der Liebe überdeutlich abzeichnet und als graue Wolke über dem Rezipienten niederschlägt. Dieser gibt sich den Regengüssen dennoch gerne hin – birgt doch die englische Krankheit so manche Wonne. Und auch so manche Wahrheit, die in Schlagertexten und Hitparade gerne ausgespart oder jedenfalls sehr viel weniger kunstfertig dargebracht wird.
Element of Crime sind in gewisser Weise Vertreter einer schwarzen Romantik: Das Gefühl wird zum Unbedingten erklärt, ist unabhängig von seiner positiven oder negativen Ausprägung Sinnträger und Sinngeber. Die Sehnsucht und der Schmerz sind es, die der Resignation und dem Selbstverlust entgegenstehen, untrennbar verbunden mit der Suche nach sich selbst.
Als Zielgruppe sprechen Element of Crime primär die 20-40-jährigen an, deren Lebenswelt sie am besten widerspiegeln. Element of Crime spricht aus der Seele, vermittelt Trost allein durch die ungeschminkte Darstellung der Dinge, so wie sie sind. Getreu dem Motto: Ich fühle, also bin ich. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Plattenhändler oder Barkeeper.
