
- Wikingerschiff - Cellblock, pixelio.de
Um das Jahr 975 wurde Leif Eriksson als zweiter Sohn von Erik dem Roten in Island geboren. Er wurde jedoch zur Erziehung nach Norwegen geschickt. Erst im Alter von zwölf Jahren kehrte er nach Island zurück und folgte daraufhin seinem Vater, welcher wegen Todschlags von der Insel verbannt wurde, in die von diesem gegründete Kolonie auf Grönland.
Missionar und Entdecker
Grönland wird Leifs neue Heimat. Doch im Jahr 999 kehrte er trotzdem noch einmal nach Norwegen zurück und wird dort von König Olaf Tryggvasson empfangen. Dieser bringt ihn dazu sich christlich Taufen zu lassen und erhält den Auftrag diesen Glauben nach Grönland zu bringen und zu verbreiten. Sogleich setzte er diesen Auftrag in die Tat um und kurz darauf entstand etwa um das Jahr 1000 in Brattahlid die erste Kirche.
Doch er ruhte sich daraufhin nicht etwa in Grönland aus. Sein Entdeckerwille war entflammt und er startete vermutlich noch im selben Jahr mit 35 Mann seine Seefahrt Richtung Westen, wo noch ein weiteres Land vermutet wurde. Die Überfahrt war von Erfolg gekrönt und Leif Eriksson betrat vermutlich als erster Europäer nordamerikanischen Boden.
Die Entdeckung Vinlands
Leif landete und erforschte zuerst ein Gebiet, welches er Helluland (Flachsteinland) nannte. Anschliessend kam er nach Markland (Waldland). Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um Baffin Island und Labrador. Zuletzt gelangte er mit seinen Nordmännern in eine Gegend, welche sich ihm äusserst fruchtbar präsentierte. Sogar Weinreben wuchsen dort, weshalb er diesem vermutlich den Namen Vinland (Vin=Wein) gab. Manche Forscher vermuten aber auch die Herkunft in dem Wort „vin“, welches soviel wie Weidefläche bedeutet. Es dürfte sich hierbei um Neufundland handeln, wo man bei Forschungsarbeiten im 20. Jahrhundert auf die Siedlungen der Wikinger gestossen ist und diese auf das Jahr 1000 datieren konnte.
Leif Eriksson und seine Wikinger überwintern in Vinland. Im darauf folgenden Jahr segeln sie nach Grönland zurück. Unterwegs gelingt es ihnen Schiffbrüchige zu retten, weshalb Leif den Beinamen „der Glückliche“ erhielt.
Besiedlungsversuche und Konflikte mit Eingeborenen
Wenige Jahre nach Leif suchten auch seine Brüder Thorvald und Thorstein ihr Glück im fernen Vinland. Diese unternahmen der Überlieferung zufolge auch die ersten Besiedlungsversuche. Bei einer seiner Erkundungen treffen Thorvald und seine Männer jedoch auf Eingeborene, Indianer oder Inuit, und töten diese. Nur einer entkommt, worauf ein Angriff der Skraelinger, wie sie von den Nordmännern genannt werden, folgt. Bei diesem Angriff wird Thorvald von einem Pfeil tödlich getroffen.
Dennoch blieb die Ansiedlung wohl einige Jahre besteht, bevor sie im Dunkeln der Geschichte untergeht. Wahrscheinlich aufgrund der Konflikte mit den Ureinwohnern, aber auch das sich verschlechternde Klima könnte ein Grund hierfür gewesen sein.
Anführer der Wikinger
Leif Eriksson hingegen blieb nach seiner Rückkehr im Jahr 1001 in Grönland. Nach dem Tod Erik des Roten wurde er vermutlich der Anführer der Wikinger auf der von seinem Vater entdeckten Insel. Etwa um 1020 verstarb er ohne weitere Seefahrten unternommen zu haben.
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