
- Die Eröffnung der Leipziger Buchmesse 2010 - Leipziger Messe GmbH/Ronald Bonß
Vier Tage lang, vom 17. bis 20. März, steht im Frühjahr 2011 in Leipzig wieder die Literatur im Mittelpunkt, denn dann findet, wie jedes Jahr, die Leipziger Buchmesse statt. Ist die Frankfurter Buchmesse vor allem eine Branchenveranstaltung, die nur an den letzten beiden Tagen auch dem normalen Leser Zugang bietet, so orientiert sich die Leipziger Veranstaltung stärker am Publikum, das dort ebenso wie die Fachbesucher an allen Tagen Zutritt hat. So können Autoren, Verleger, Buchhändler und Lesefreunde gemeinsam dem Kulturgut Buch huldigen und es mit Lesungen, Diskussionen, Preisverleihungen und einigen Veranstaltungen mehr feiern. Seit 2005 hat die Messe zudem ihren eigenen Buchpreis, den Preis der Leipziger Buchmesse und bereits zum 20. Mal findet 2011 zeitgleich zur großen Bücherschau in der Stadt das Lesefestival „Leipzig liest“ statt.
Leipziger Buchmesse: Geschichte, Zahlen und Fakten
Mit Büchern, so ist in einer Broschüre des Veranstalters nachzulesen, wird auf der Leipziger Messe seit Ende des 15. Jahrhunderts gehandelt. 1632 wurden in Leipzig erstmals mehr Bücher vorgestellt als in Frankfurt, seit Mitte des 18. Jahrhunderts war die Stadt für etwa zweihundert Jahre so etwas wie die Hauptstadt des Buches. Während der Zeit der Teilung gab die Buchmesse Literaturfreunden aus beiden Teilen Deutschlands Gelegenheit zu einer Begegnung und nach der Wiedervereinigung und mit der Eröffnung des neuen Leipziger Messegeländes im Jahr 1998, auf dem seither auch die Buchmesse stattfindet, wurde sie zum wichtigsten Frühjahrstermin der deutschsprachigen Buchbranche.
Mehr als 2.100 Aussteller werden einer Pressemitteilung der Leipziger Messe zufolge für 2011 erwartet, für Besucher ist die Bücherschau an allen vier Tagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet, im Jahr 2010 kamen den Angaben der Messeveranstalter zufolge 156.000 Besucher und es präsentierten sich Verlage aus 39 Ländern. Belegt werden von der Messe fünf Hallen sowie das Congress-Center Leipzig. Eine Tageskarte für Privatbesucher kostet zwischen 6 Euro und 12,50 Euro, je nachdem, ob man gewisse Ermäßigungen in Anspruch nehmen kann oder regulär zahlt, für eine Dauerkarte bezahlt man 26 Euro. Im Eintrittspreis enthalten ist auch ein Besuch der Leipziger Antiquariatsmesse und der Ausstellung „buch+art – Kunst rund um das Buch“, beide Veranstaltungen sind Teil der Messe. Für Behinderte ist das Messegelände barrierefrei gestaltet, außerdem steht für Familien eine kostenlose Kinderbetreuung zur Verfügung.
Schwerpunkt Mittel-, Ost- und Südosteuropa
Da sich die Leipziger Buchmesse dem Zusammenwachsen Europas verpflichtet fühlt, liegt ein Schwerpunkt auf der Präsentation mittel-, ost- und südosteuropäischer Literatur, 2011 wird die Kultur und Literatur Serbiens besonders im Mittelpunkt stehen. Auch ein dem Zusammenwachsen gewidmeter Preis, nämlich der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung wird seit 1994 vergeben. Gewürdigt werden sollen mit der Ehrung Autoren, die sich in ihren Büchern um das gegenseitige Verständnis in Europa und insbesondere um eine Verständigung mit den Ländern Mittel- und Osteuropas verdient gemacht haben. Ein besonderes Augenmerk der Veranstalter gilt auch den Kinder- und Jugendbüchern und damit der Leseförderung, deshalb ist der Messesonntag auch Familientag mit einem ganz besonderen Programm. Weitere Schwerpunktthemen sind den Comics, den Hörbüchern und der jungen deutschen Literatur gewidmet.
Lesungen, Preis der Leipziger Buchmesse und einige Neuheiten im Jahr 2011
An den vier Messetagen wird ein großes Programm geboten. Nicht nur auf dem Messegelände finden Lesungen und Diskussionen mit Autoren statt, das große Lesefest der Buchmesse „Leipzig liest“ feiert 2011 Geburtstag und aus diesem Anlass versprechen die Macher auf ihrer Homepage mehr als 2.000 Veranstaltungen mit mehr als 1.500 Autoren verteilt auf rund 300 Veranstaltungsorte. Da im Frühjahr stets zahlreiche neue Bücher für erwachsene und junge Lesefreunde erscheinen, sind diese Veranstaltungen für Autoren auch eine gute Gelegenheit auf ihre Neuerscheinungen aufmerksam zu machen. Außerdem werden auf der Messe Preise verliehen, neben dem bereits erwähnten Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung auch der Preis der Leipziger Buchmesse, der seit 2005 in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung vergeben wird und mit insgesamt 45.000 Euro dotiert ist sowie einige weitere Preise, etwa der Kinderbuchhandlungspreis und der Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik.
Neu ist 2011, dass dem Hörspiel ein eigener Ausstellungsbereich gewidmet wird, inklusive Live-Hörspielen, Talkrunden und Gewinnspielen. Auch wird es auf dem Messegelände erstmals einen Stand „Die Schulbibliothek“ mit einem eigenen Veranstaltungsprogramm geben, mit dem Leipziger Studierende der Bibliotheks- und Informationswissenschaft gemeinsam mit Architekturstudenten auf die unbefriedigende Situation der Schulbibliotheken in Deutschland aufmerksam machen wollen. Ebenfalls Leipziger-Buchmessen-Premiere feiert der Bildungskongress, unter Beteiligung aller fünf ostdeutschen Länder mit Vorträgen zu Themen wie Medienverantwortung und Medienaneignung. Damit bietet die Leipziger Buchmesse 2011 ein abwechslungsreiches Programm, das für alle Literaturfreunde etwas bereithält.
