Leitfaden für Hausarbeiten – was Sie beachten sollten

Während seines Studiums muss jeder Student früher oder später eine Hausarbeit schreiben. Lesen Sie hier, was es beim formalen Aufbau zu beachten gilt.

Im Laufe eines Studiums lernt jeder Student, wie man wissenschaftlich arbeitet. Nicht nur das Halten von Referaten und das Schreiben von Klausuren sind wichtige Bausteine, um sein Wissen abzufragen, sondern auch das Verfassen von Hausarbeiten. Nach dem "Prozess von Bologna" gibt es für jede dieser erbrachten Leistungen so genannte Credit Points (CP) oder Leistungspunkte (LP). Was gibt es beim formalen Aufbau der Hausarbeit zu beachten?

Das Deckblatt

Wie vor jede wissenschaftliche Arbeit sollte auch bei jeder Universitäts- und Fachhochschul-Hausarbeit ein Deckblatt gestellt sein. Hier sollte der Dozent der jeweiligen Veranstaltung alles rund um die Arbeit erfahren, die ihm vorliegt. Angaben, die auf solch einem solchen Deckblatt enthalten sein sollten, sind:

  • Name des Studierenden
  • Anzahl der Fachsemester
  • Matrikel des Studierenden
  • Titel der Arbeit
  • Titel der Veranstaltung
  • Abgabedatum
  • E-Mailadresse des Verfassers
  • Name der Universität
  • Name der Fakultät

Diese Angaben sollten in einer möglichst optisch ansprechenden Form auf dem Deckblatt dargelegt werden, da sich der Dozent hier den ersten Eindruck über die Arbeit verschafft.

Das Inhaltsverzeichnis

Wie auch das Deckblatt ist ein Inhaltsverzeichnis für die Hausarbeit unumgänglich. Im Zuge dieses sollte der Verfasser einer Hausarbeit die klar formulierten Punkte und Unterpunkte seiner Arbeit chronologisch nennen. Das Inhaltsverzeichnis stellt die zweite Seite der Hausarbeit dar und verschafft dem Dozenten wiederum einen Einblick, wovon die Arbeit handelt. Beim Verfassen des Inhaltsverzeichnisses sollte der Studierende Kompromisse eingehen können. Während die Aufzählung der Kapitel "Einleitung", "Hauptteil" und "Schluss" sicherlich zu einfach wäre, empfiehlt es sich ebenso nicht, seine Arbeit aus mehr als vier großen Gliederungspunkten bestehen zu lassen.

Ein Beispiel für eine Gliederung einer Arbeit über Exilliteratur:

unglückliche Gliederung:

1 Begriffsklärung Exil

2 Wer war im Exil?

2.1 Lion Feuchtwanger und Thomas Mann in Sanary-sur-Mer

3 Fazit

So ist es besser:

1 Erklärung des Begriffes "Exil"

2 Länder des Exils

2.1 Tschechoslowakei

2.2 Frankreich

3 Schriftsteller im Exil

3.1 Lion Feuchtwanger

3.2 Thomas Mann

4 Schlussbetrachtungen

Weiterhin zu beachten ist, dass sowohl die Seitenzahlen, die Sie hinter die Kapitelüberschriften im Inhaltsverzeichnis schreiben, mit denen in der Arbeit, wie auch die Kapitelüberschriften des Inhaltsverzeichnisses selbst mit denen der Arbeit übereinstimmen.

Die Einleitung

Die Einleitung jeder Hausarbeit dient dazu, dem Leser die Arbeit vorzustellen. Das funktioniert nicht durch bloßes Nennen des Themas. Der Verfasser muss sein Thema in der Einleitung in einen größeren Zusammenhang einbetten. Eine weitere Aufgabe der Einleitung ist die Begründung der Themenwahl. Diese ist dann nötig, wenn das Thema nicht durch das Seminar oder den Dozenten vorgegeben wurde. Ein weiterer Schwerpunkt der Einleitung ist das Ziel der Arbeit, die anhand der folgenden Fragen formuliert werden können:

  • Was will ich mit dieser Arbeit erreichen?
  • Welche These aus der Forschungsliteratur hinterfrage ich kritisch?
  • Was sind meine möglichen Leitthesen/-fragen?

Diese Leitthese oder -frage entwickeln Sie anhand Ihres Themas und geben sie in der Einleitung wieder. Außerdem sollte Ihre Einleitung das weitere Vorgehen und den Aufbau Ihrer Arbeit beschreiben. Setzen Sie den Leser davon in Kenntnis, wie Sie ihr Ziel erreichen wollen. Die Einleitung sollte in etwa zehn Prozent der Gesamtlänge der Hausarbeit ausmachen.

Der Hauptteil

Das Kernstück der Arbeit ist der Hauptteil. Dieser sollte etwa 75 bis 85 Prozent der Arbeit ausmachen. Darin erarbeiten Sie die Antwort auf Ihre Leitfrage. Der Aufbau ist dabei vom jeweiligen Thema abhängig. Wichtig ist es, den Hauptteil systematisch aufzubauen. Das heißt: Teilen Sie Ihre Kapitel, wie schon angedeutet, in Unterkapitel ein. Beachten Sie, dass Sie maximal zwei Kapitelüberschriften pro Seite anführen. Unterteilen Sie dann innerhalb Ihres Textes sinnvolle, etwa gleichlange, inhaltlich stimmige Absätze.

Stellen, die Sie direkt oder indirekt, dem Sinn nach, anderen Quellen entnehmen, müssen zwingend mit einem Quellenvermerk versehen werden. Tun Sie das nicht, liegt ein Plagiat vor, das strafbar ist. Die Angabe der Literatur, auf die Sie sich beziehen, erfolgt entweder am Ende eines Absatzes (bei indirekten Zitaten), am Ende einer Seite als Fußnote oder am Ende der gesamten Arbeit als Endnote.

Der Schluss

Gemeinsam mit der Einleitung bildet der Schluss den Rahmen Ihrer Arbeit. Er macht wieder etwa zehn Prozent der Gesamtlänge der Arbeit aus. Hier greifen Sie nun Ihre Leitfragen und die im Hauptteil herausgearbeiteten Antworten darauf noch einmal auf. Des Weiteren sollten Sie hier darauf verweisen, ob all Ihre Leitfragen beantwortet wurden oder ob noch Punkte unberührt blieben, etwa auf Grund fehlender Literatur. Im Schlussteil fassen Sie also Ihre Ergebnisse zusammen und ziehen ein Fazit. Hier interpretieren und bewerten Sie selbst Ihre Arbeitsergebnisse.

Das Literaturverzeichnis

Im Literaturverzeichnis geben Sie all die Bücher an, die Sie für Ihre Hausarbeit verwendet haben. Auch die Bücher, auf die Sie sich nicht direkt in der Arbeit bezogen, aber zum Erkenntnisgewinn verwendet haben, sind anzugeben. Wie gibt man ein Buch an?

Beispiel:

Baumann, Barbara und Birgitta Oberle: Deutsche Literatur in Epochen. Max Hueber Verlag. München. 1985.

Jahraus, Oliver: Kafka Leben, Schreiben, Machtapparate. Philipp Reclam jun. GmbH& Co. Stuttgart. 2006.

Ordnen Sie ihr Literaturverzeichnis alphabetisch nach den Nachnamen der Verfasser. Auch Internetseiten sind im Literaturverzeichnis anzugeben.

Beispiel:

http://www.franzkafka.de/franzkafka/home/ [23. 08. 2001].

http://www.kafka.uni-bonn.de/ [26. 08. 2001].

Bei Internetseiten empfiehlt es sich, sie nach dem aktuellsten Aufruf, der in Klammern dahinter steht, zu ordnen.

Die eidesstattliche Erklärung

Nach jeder Arbeit müssen Sie eine eidesstattliche Erklärung abgeben, in der Sie versichern, die Hausarbeit ohne fremde Hilfe abgefasst zu haben, Stellen aus Fachliteratur und Internet, auf die Sie sich bezogen haben, ordnungsgemäß zitiert haben und zumeist auch dass Ihre Hausarbeit von Ihnen selbst gegengelesen wurde. Eine Vorlage solch einer Erklärung finden Sie hier.

Literatur

Kawohl, Birgit: Die erste Hausarbeit. Leitfaden für leidgeprüfte Erstsemester Verlag Kletsmeier. Wetzlar. 1995.