Lernstudio zur Alphabetisierung in Köln-Mülheim

Ganz viele Bücher für zukünftige Leseratten - Wilhelmine Wulff
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Anlässlich des weltweiten Aktionstages gegen Analphabetismus am 8. September wurde in Köln ein weiteres Lernstudio für Alphabetisierung eingerichtet.

Für die meisten erwachsenen Menschen ist es alltägliche Gewohnheit, zu lesen und zu schreiben. Es ist selbstverständlich für sie und läuft fast unbewusst ab. Das geht aber nicht allen Menschen so: Allein in Köln gibt es derzeit circa 95.000 Menschen, die nicht oder nur unzureichend lesen und schreiben können. Dadurch sind sie gesellschaftlich benachteiligt. Die Stadt Köln möchte dem entgegen wirken: Sie möchte diesem Personenkreis eine Grundbildung vermitteln und zu einer beruflichen Ausbildung und Beschäftigung befähigen.

Pages“ bringt das Lernangebot in die Veedel

„Pages“ ist die Abkürzung für das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungsprojekt „Projekt Alphabetisierung und Grundbildung für Erwachsene im Sozialraum“. Partner in diesem Projekt sind Abteilungen der Humanwissenschaftlichen und Philosophischen Fakultäten der Universität Köln sowie der Verein „Lernende Region – Netzwerk Köln e. V.“ und die Volkshochschule Köln. Nach Kai Sterzenbach, Geschäftsführer von Lernende Region – Netzwerk Köln e.V., ist es zum Erfolg des Projektes besonders wichtig, das Lernangebot in die Wohnviertel selbst zu bringen – also zu den Menschen –, da erwachsene Analphabeten ohnehin große Hemmschwellen überwinden müssen, um sich in diese Kurse zu begeben, um als Erwachsene noch einmal neu zu lernen.

Stadtteilbibliotheken als Lernort

In der Nähe des Wohnraumes befinden sich die Stadtteilbibliotheken – daraus resultierte die Idee, eine Kooperation der Volkshochschulen, die Kurse zur Alphabetisierung anbieten, mit den Bibliotheken herbeizuführen. Diesem Vorhaben kommt noch entgegen, dass sich die Kölner Stadtbibliothek nicht (nur) als eine Ausleihstelle für Medien versteht, sondern sich als Lernort und damit auch als Lernort für Erwachsene betrachtet. Außerdem sind die Stadtteilbibliotheken mit aktuellen Lernmedien sowie Online-Arbeitsplätzen ausgestattet. Letzteres gewinnt vor allem dadurch an Bedeutung, dass es internetbasierte Lernplattformen wie ich-will-lernen.de gibt.

Ehrenamtliche Unterstützung beim Lernen

Damit niemand alleine lernen muss, werden zum einen die Bibliotheksmitarbeiter speziell geschult – zum anderen gibt es aber auch Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer. Diese werden durch das Projekt im Umgang und Einsatz mit den Alphabetisierungsmaterialien qualifiziert und sind dann vor Ort in den Stadtteilbibliotheken. Für eine besonders gute Zusammenarbeit können sich auch ein Ehrenamtler und ein Lernender zu einer so genannten Lernpatenschaft zusammenfinden. Natürlich sollen die ehrenamtlichen Helfer die Alphabetisierungsarbeit, die in den klassischen Kursen stattfindet, nicht ersetzen – aber sie unterstützen beim vertiefenden Lernen nach den Kursen und dem Transfer zur Anwendung im alltäglichen Leben.

Damit die Stadtteilbibliothek Mülheim schon bald eine Anlaufstelle und ein Lernort für Erwachsene mit Lese- und Schreibschwäche werden kann, bedarf es noch einiger freiwilliger Mithilfe: Als ehrenamtliche Unterstützung kann sich jeder bewerben, der Interesse hat – besondere pädagogische Voraussetzungen sind nicht nötig.

Kontakt zu den Kölner Lernstudios

Bislang gibt es in Köln ein Lernstudio in der Stadtteilbibliothek in Chorweiler und eines in Mülheim. Weitere in Kalk und Nippes sind für das kommende Jahr in Planung. Die Lernbereiche sind zu den normalen Öffnungszeiten der Stadtteilbibliotheken zugänglich. Eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.

Quelle: Pages - Projekt Alphabetisierung und Grundbildung für Erwachsene im Sozialraum, Lernende Region – Netzwerk Köln e. V.

Christina Helm, Christina Helm

Christina Helm - Magister Artium (M.A.) in systematischer Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Klassischer Literaturwissenschaft. Freie ...

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