Lesen fördern

Stiftung Lesen realisiert Projekte auch für Eltern und Schulen

Lesen weckt Phantasie und fördert Sprachfertigkeit - Pixelio
Lesen weckt Phantasie und fördert Sprachfertigkeit - Pixelio
Leseprojekte für Kinder und Jugendliche fördern selbstverständlichen Umgang mit Büchern. Vorlesen für Kleinkinder wichtig. Vorbild der Eltern prägt das Leseverhalten

Bücher sind so vielseitig wie die Welt bunt ist. Wer schon als Knirps beim Blättern in Kinder- und Jugendbüchern spannende Abenteuer erlebt, trainiert unbemerkt seinen Wortschatz, seine Konzentrationsfähigkeit und lernt, mit Sprache umzugehen.

„Bücher regen die Phantasie an und unterstützen die Entwicklung der Persönlichkeit. Je früher ein Kind die Welt des Lesens kennen lernt, desto besser“, erklärt Bodo Franzmann, Leseforscher bei der Stiftung Lesen in Mainz.

Vorlesen fördert Lesefreude

Schon Kleinkinder können mit dem Ritual des Vorlesens wie selbstverständlich in die Welt der Bücher hineinwachsen. „Wer später in der Schule oder auch als Erwachsener Wissen erwerben möchte, braucht Lesekompetenz“, so Bodo Franzmann. „Die Wurzeln hierfür reichen bis ins frühe Kindesalter.“ Aktuelle Untersuchungen der Stiftung zeigen allerdings, dass in rund 42 Prozent der Familien in Deutschland mit Kindern unter zehn Jahren nur gelegentlich oder gar nicht vorgelesen wird.

Kinder lernen von ihren Eltern. Dies ist auch im Umgang mit Informationsmedien nicht anders. In Haushalten, in denen jeden Tag die Tageszeitung studiert wird, greift auch der Nachwuchs meist gerne zu informativen Magazinen oder unterhaltsamen Schmökern.

Mit Büchern wachsen

Um auch bildungsfernen Schichten den Zugang zu Büchern zu erleichtern, startete die Stiftung Lesen 2006 zuerst in Sachsen das Modellprojekt „Lesestart – Mit Büchern wachsen“. Kooperationspartner der dreijährigen Kampagne sind die Kinderärzte des Bundeslandes. Bei ärztlichen Routineuntersuchungen erhalten Eltern insgesamt drei kostenlose Lesestart-Sets – das erste gibt es mit zwölf Monaten. Neben einem Bilderbuch sind hier ein Ratgeber zum Vorlesen und ein Tagebuch zur Dokumentation der kindlichen Leseentwicklung enthalten.

„Bemerkenswert und vor allem lobenswert ist, dass der Befragung zufolge zehn Prozent der Eltern aufgrund unseres Projektes überhaupt angefangen haben, mit ihrem Kind Bücher anzuschauen und 30 Prozent angeregt wurden, öfter als vorher gemeinsam ein Buch in die Hand zu nehmen", betont Sachsens Familienministerin Helma Orosz. 2008 läuft das Projekt bundesweit.

Welttag des Buches

Phantasie und Vielfalt kennzeichnen die Projekte der Stiftung Lesen zur Leseförderung. Einmal im Jahr wird unter Beteiligung der bundesweiten Buchläden der „Welttag des Buches“ ausgerufen. Im kommenden Jahr ist es der 23. April 2008. „Reisen in phantastische Welten“ heißt das Buch, das 2008 an diesem Tag an Kinder verschenkt wird. Schulen können sich über das Kultusministerium ihres Bundeslandes Gutscheine besorgen.

Mit Phantasie und spannenden Projekten zum Lesen einladen

„Hilfe zur Selbsthilfe ist unser Projekt namens Meike – der Sammeldrache“, erklärt Christoph Schäfer von der Stiftung Lesen. „Bundesweit über 13.000 Schulen beschäftigen sich bereits im Unterricht mit diesem Projekt und sammeln in ihren Städten und Gemeinden leere Druckerpatronen, Tonerkartuschen und alte Handys, um sie dem Recycling zuzuführen.“ Auf diese Weise erwerben die Schüler so genannte Grüne Umwelt-Punkte, die sie gegen Bücher für die Klassenbibliothek, Zeitschriften, Scanner oder Digital-Kameras eintauschen können.

Weitere Informationen zu den vielfältigen Projekten für Kinder, Eltern und Lehrer unter: www.stiftunglesen.de.

Gabriele Brähler - Text,Konzept,Moderation; Berlin, Gabriele Brähler

Gabriele Brähler - Als umtriebige Rheinländerin bin ich mit einem kleinen Umweg über Portugal in Berlin heimisch geworden. Leidenschaftlich widme ich mich ...

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