Lesetipp: Optimales Wohnen im Alter

Ein Ratgeber stellt die wichtigsten Wohnformen ausführlich vor.

Lesetipp: Optimales Wohnen im Alter - Bruno Seigel
Lesetipp: Optimales Wohnen im Alter - Bruno Seigel
Altersgerecht wohnen, Umbauten und Anpassungen planen, eigenständig zu Hause leben, Kriterien für betreutes Wohnen kennen, ins Pflegeheim ziehen - eine Entscheidungshilfe

Zum Glück kommt das Thema “Wohin mit den (Groß-)eltern, wenn sie alt sind?” langsam aus seiner Tabuzone heraus und immer öfter endlich auch offen zur Sprache. Das liegt vor allem daran, dass sich mittlerweile ältere Menschen immer häufiger selbst und rechtzeitig mit der Frage auseinander setzen, wie sie leben wollen, wenn sie mehr Hilfe und Unterstützung brauchen. Nicht mehr alle blenden die Gedanken als Alter einfach aus oder warten darauf, dass die nächsten Verwandten schon eine Lösung finden werden.

Wer heute ins Rentenalter kommt, macht Pläne für seine Zukunft

Auch weil Umfragen zufolge rund 90 Prozent der Menschen in Deutschland Angst davor haben, ihren Lebensabend in einem Pflegeheim verbringen zu müssen, kümmern sich nun mehr und mehr Menschen der Generation 50 plus um attraktivere Alternativen.

Hans-Herbert Holzamer, viele Jahre Redakteur bei Welt und Süddeutscher Zeitung, hat die Fakten gesammelt und einen Ratgeber zusammengestellt, der alle notwendigen Grundinformationen liefert und als Entscheidungshilfen dienen kann.

Das Wohnen zu Hause nimmt darin natürlich einen breiten Raum ein, denn dort möchten die meisten gerne alt werden. Es werden alle Möglichkeiten ausgelotet, die den Alltag im Alter erleichtern und die Voraussetzung dafür schaffen, in den eigenen vier Wänden den Lebensabend zu verbringen:

  • wie sich das Wohnumfeld baulich so gestalten lässt, dass auch eine Leben mit körperlichen Einschränkungen dort ohne weiteres möglich ist und welche Fördermöglichkeiten es für altersgerechte, barrierefreie Umbauten gibt.
  • welche Angebote sich inzwischen entwickelt haben, mit denen man sich ein Netzwerk aus Hilfen und Unterstützung organisieren kann.

Wohnen im Alter: frei und selbstbestimmt, aber unterstützt und beschützt

Der Autor stellt aber ebenso ausführlich das Konzept des betreuten Wohnens vor, klärt darüber auf, was beispielsweise der Begriff Servicewohnen eigentlich bedeutet. Außerdem stellt er unterschiedliche Wohnanlagen-Typen vor. Die Leser erfahren, worauf sie im Mietvertrag und im davon getrennten Betreuungsvertrag achten müssen, und was man unter Grundleistungen und Wahlleistungen versteht.

Weil das Durchschnittsalter bei der Aufnahme in einem Pflegeheim bei 85 Jahren liegt, platziert der Autor das Kapitel über den Umzug ins Heim ans Ende seines Ratgebers. Einziges Manko des ansonsten sehr hilfreichen Ratgebers: Wie man für sich oder einen Angehörigen das passende Heim findet, das wird von Heribert Holzamer, der selbst die "Bayerische Stiftung für Qualität für betreutes Wohnen" geründet hat, in einem einzigen Absatz abgehandelt - etwas stiefmütterlich und wenig hilfreich. (Bessere Informationen und eine nützliche Checkliste gibt es bei Das Pflegeportal).

„Optimales Wohnen und Leben im Alter“, Hans-Herbert Holzamer, Linde international Verlag, Wien 2008, ISBN: 978-3-7093 – 0196-8, Preis: 9,90 Euro

Marion Seigel, (Foto: Martin Seigel)

Marion Seigel - Marion Seigel ist Fachjournalistin, PR-Beraterin und Referentin - sie betreibt das journalistische Handwerk, ...

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