
- Amaryllis - Belladonnalilie - Heidi Fülle
Die Amaryllis wird häufig kurz vor und während der Weihnachtszeit im Handel angeboten, ihre Blütezeit erstreckt sich über den gesamten Winter. Die Amaryllis wird sehr häufig mit dem Ritterstern (Hippeastrum) verwechselt. Obwohl sie zur selben Familie gehören, handelt es sich um zwei verschiedene Pflanzen, die sich durch ungleich große Blüten unterscheiden. Die korrekte Bezeichnung der Amaryllis ist Belladonnalilie. Die Belladonnalilie wird auch als „Echte Amaryllis“ bezeichnet; sie ist auch als einzelne Schnittblume wunderschön anzusehen.
Herkunft der Amaryllis und Unterschied zum Ritterstern
Die Amaryllis gehört zur Familie der Amaryllidaceae. Die Zwiebelpflanze stammt aus dem tropischen und subtropischen Amerika, wobei im Handel ausschließlich Kulturformen angeboten werden.
Der Vater der biologischen Systematik, Carl von Linné, führte den Ritterstern noch in der Gattung der Amaryllis. Dieser Name hat sich bis heute im Volksmund fortgeführt, obwohl dies eigentlich falsch ist: Die eigentliche Amaryllis wird im Volksmund als Belladonnalilie, der Ritterstern als Amaryllis bezeichnet. Die korrekte Bezeichnung für den Ritterstern ist seit 1837 Hippeastrum (griech. hippeus = Reiter, astron = Stern). Die echte Amaryllis bezieht ihren Namen ganz woanders her, nämlich auf eine wegen ihrer Schönheit gefeierte Schäferin (v.u.Z.), deshalb auch der Name Belladonnalilie.
Die Blüten der Amaryllis zeigen sich in allen möglichen Farbabstufungen, von weiß, rosa, orange, lachsfarben bis hin zu zweifarbigen und zweifarbig gemusterten Blütenständen. Wer die Amaryllis-Zwiebeln nicht selbst antreiben lassen möchte, kann im Handel bereits vorgetriebene Zwiebeln kaufen, die Blüte zeigt sich dann bereits nach fünf bis sechs Wochen.
Standort und Temperatur für Amaryllis
Eine überwinterte oder neu gekaufte Amaryllis sollte hell und warm stehen. Bei den Pflanzen sollte auf die Einhaltung der Ruheperiode geachtet werden, die von Oktober bis Ende November dauert. Während dieser Zeit sollte die Pflanze etwas kühler bei etwa 15 Grad und dunkler stehen. Sobald sich die Blütentriebe zeigen, sollte sie an einen helleren, vor direkter Sonneneinstrahlung geschützten Standort. Im Sommer kann die Pflanze ins Freie auf den Balkon oder in den Garten, darf aber nicht der starken Mittagssonne ausgesetzt werden. Amaryllis sind gegen trockene Heizungsluft relativ unempfindlich.
Amaryllis sind pflegeleichte Zimmerpflanzen
Der verblühte lange Schaft sollte bis auf etwa zehn Zentimeter gekürzt werden, damit der Pflanze die Kraft erhalten bleibt. Ab September wird weniger gegossen, im Oktober das Gießen vollständig eingestellt. Die Pflanze verliert dann nach und nach ihre Blätter und sollte dunkler gestellt werden, die Ruheperiode beginnt. Während dieser Zeit sollte sehr wenig gegossen werden, und zwar nur so viel, dass der Wurzelballen nicht austrocknet. Sobald sich aus der Zwiebel eine grüne Spitze bildet, sollte man die Pflanze ans Licht stellen, vorerst weiter mäßig gießen. Ist der Austrieb etwa zehn Zentimeter hoch, wird etwas mehr gegossen. In der Wachstumsphase gibt man einmal in der Woche etwas Dünger zum Gießwasser.
Eine Amaryllis gedeiht in normaler Blumenerde sehr gut. Die Zwiebeln müssen beim Einsetzen etwa zur Hälfte aus dem Substrat herausschauen. Umgetopft wird etwa alle drei Jahre. Der richtige Zeitpunkt ist nach der Ruheperiode, bevor die Blumenzwiebel neu austreibt. Abgestorbene Pflanzenteile können von der Zwiebel entfernt werden, aber unbedingt darauf achten, dass die fleischigen Wurzeln nicht beschädigt werden.
Vermehrung und Krankheiten
Die Mutterzwiebel bildet Tochterzwiebeln, die dann vorsichtig abgetrennt und in ein Pflanzgefäß gesetzt werden. Es dauert etwa zwei bis drei Jahre, bis die Jungpflanze zum ersten Mal blüht.
Steht eine Amaryllis sehr kühl und wird dabei zu feucht gehalten, kann die Pflanze am „Roten Brenner“ erkranken. Es handelt sich hierbei um einen Pilzbefall. Ist die Krankheit noch nicht zu weit fortgeschritten, schneidet man die betroffenen Pflanzenteile ab und desinfiziert sie mit Holzkohle.
