
- Leverkusen: Der Neuland-Park - Neuland Park Leverkusen
Das seit 1974 angewendete Konzept der Landes- und Bundesgartenschauen hat sich als sehr erfolgreicher Weg erwiesen, brachliegende Grundstücke oder stadtplanerische Krisengebiete zu wertvollem Allgemeingut umzugestalten. Eine solche Ausstellung zum Thema Gartenbau ist aufgrund ihrer wirtschaftlichen und strukturfördernden Bedeutung auch wichtiges Instrument des Marketings für die jeweilige Stadt. Aber auch die Lebensqualität und das ökologische Klima in den Städten soll durch sie verbessert werden.
Die Stadt Leverkusen hat im Jahr 2005 die Chance genutzt, durch die Landesgartenschau und dem daraus entstandenen Neuland-Park unter dem Autobahnkreuz Leverkusen-West ein Areal zu schaffen, das heute vielen Menschen aus Leverkusen, aber auch aus den umliegenden Gemeinden Köln, Düsseldorf, Solingen und Remscheid als Ausflugsziel dient.
Landesgartenschau in Leverkusen: Die Entwicklung des Geländes
Die Leverkusener Bayerwerke nutzten das etwa 25 Hektar große Gelände am Rhein von 1923 an bis zum Ende der vierziger Jahre als Werksdeponie für Bauschutt, hausmüllähnliche Abfälle und Chemierückstände. Dieser wenig appetitliche Cocktail von etwa drei Millionen Tonnen lagerte in Schichten von acht bis maximal zwölf Metern. Dass das Umweltbewusstsein der Menschen selbst in den fünfziger Jahren nicht so ausgeprägt gewesen ist, wie heute, zeigt die Tatsache, dass in diesem Zeitraum auf der Deponie Wohnungen errichtet wurden. Die überregional wichtige Autobahn A1 führt über das Gebiet mit dem Namen Dhünnaue Mitte hinweg; auch der Bayer-Kanu-Club und ein Restaurant wurden auf dem Gelände gebaut. Doch die Altlasten rückten 1985 im Rahmen der Erstellung eines Bebauungsplanes durch eine Umweltverträglichkeitsprüfung wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.
Schmerzhafter Prozess für die Stadt Leverkusen
Fachleute entwickelten die Einschätzung, dass die Altlast mittels eines Dichtungssystems auf eine Weise gesichert werden muss, welche den Kontakt Mensch-Boden für immer verhindert. Auch das Eindringen von Niederschlagswasser in den Altlastkörper sowie der unkontrollierte Austritt von belasteter Bodenluft aus der Altlast musste verhindert werden. Mit dieser Erkenntnis begann ein schmerzhafter Prozess für die gesamte Stadt Leverkusen und den betroffenen Stadtteil Wiesdorf: Die gesamte Wohnbebauung wurde abgerissen, die Menschen umgesiedelt, alle Gebäude, Straßen und Leitungen mussten weichen.
Fünf Jahre nahm der Bau der Abdichtung – ein hochkompliziertes technisches Bauwerk – in Anspruch. Von 1995 bis 2000 entstand eine 3,6 Kilometer lange und bis 40 Meter tiefe Sperrwand zum Rhein als Grundwasserbarriere. Kein Baum, kein Strauch, nichts war mehr da auf den 25 Hektar. Die 110 Millionen Euro Baukosten teilten sich die Bayer AG und die Stadt Leverkusen im Verhältnis 75:25 auf. Und auf eben diesem Gelände wurde die Landesgartenschau 2005 durchgeführt, die vom 16. April 2005 bis zum 09. Oktober 2005 rund 550.000 zahlende Besucher begrüßen durfte.
Der Neubeginn: Am 2. Januar 2006 öffnete der Neuland-Park in Leverkusen seine Pforten
Das auf der abgedichteten Altlast Dhünnaue Mitte gelegene Gelände der Landesgartenschau wurde nach deren Ende in das Naherholungsgebiet Neuland-Park umgewandelt. Der Name ist zurückzuführen auf das Motto der Schau: „Neuland entdecken!“. Die meisten Themengärten, Spielplätze und Hausgärten der Gartenschau blieben dem Neuland-Park erhalten. Das Gelände ist vom 1. April bis zum 14. Oktober eines Jahres täglich und kostenlos zwischen 6:00 Uhr bis 22:00 Uhr und über den Winter (15. Oktober bis 31. März) von 6:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Nur das Mitführen von Hunden und das Grillen sind im Kernbereich nicht erlaubt.
Die Attraktionen des Leverkusener Neuland-Parks
Wer jedoch glaubt, dass es sich beim Neuland-Park nur um eine hübsche Grünzone handelt, der täuscht sich. Die Stadt Leverkusen und der Förderverein Neuland-Park e.V.unter seinem 1. Vorsitzenden Egon Hufenstuhl entwickelten den Neuland-Park zu einem echten Volkspark. Die Durchführung unterschiedlichster Veranstaltungen auf der Bühne und den zahlreichen Freiflächen, die nach Angaben der parkeigenen Website leverkusen-like sein sollen, stand ganz oben auf der Agenda. Beispiele bereits durchgeführter Events sind der nordische Weihnachtsmarkt, der Veranstaltungen zum Weltkindertag, ein Rummel, der Leverkusener Feuerzauber, der Ostermarkt, ein mittelalterliches Spektakel oder das Glühwürmchenfest. Sicher auch etwas für die Kinder des Schauspielers David Rott, einen prominenten Sohn der Stadt Leverkusen.
Wer sich nun persönlich davon überzeugen möchte, dass es mit viel Geld, Herzblut und Kreativität möglich ist, aus einem hochgiftigen Gelände einen schönen Park mit beträchtlichem Erholungswert zu gestalten, der verlasse die Autobahnen A1 und A59 am Autobahnkreuz Leverkusen-West und schaue sich im Neuland-Park um.
