Die Bedeutung von Zeichen und Symbolen spielte in der Menschheitsgeschichte schon immer eine große Rolle. So manche Steinzeitfrau hat wohl einst vor ihrer Höhle einen Liebesbeweis in Gestalt eines erlegten Mammuts entdecken dürfen. Später gab es Liebesbezeugungen in Form von Knochenfiguren und Schmuck. Zahlreiche Symbole bedeuten weltweit ein und dasselbe, es gibt aber auch oftmals eine divergente Symbolik.

Liebe geht durch den Magen - Liebessymbolik im Ernährungswesen

Das wohl älteste Symbol der Christenheit ist der Apfel aus dem Garten Eden. Er gilt als Symbol für pure Verführung und stellt ein Zeichen des ersten Sündenfalls dar. Die schöne rotbackige Frucht steht mit ihrem süßen Geschmack und der satten Farbe für die Verlockungen der Welt. In der Antike galt der Reichsapfel, der ein Sinnbild des Erdballs darstellte, als Herrschaftssymbol der Mächtigen, häufig mit dem Abbild der Siegesgöttin Nike versehen. Je nach Kulturkreis werden die Verlockungen der Sünde auch mittels Kirschen oder Trauben dargestellt.

Der Granatapfel nimmt eine besondere Stellung innerhalb der verschiedensten Symboldarstellungen weltweit ein. Mit seinen vielen Kernen steht er vor allem für Fruchtbarkeit. In Griechenland war er deshalb Aphrodite, Hera und Demeter geweiht. Im antiken Rom trugen jungvermählte Frauen Kopfkränze aus den Zweigen der Granatapfelbäume, um die Fertilität zu steigern. In China ist der Granatapfel als Zeichen für viele tüchtige Nachkommen und eine glückliche Zukunft bekannt. Neben weiteren Bedeutungen des Granatapfels gilt speziell das Öffnen der Schale in einigen Kulturkreisen auch als Symbol der Defloration der Frau.

Die Birne ist aufgrund ihrer an weibliche Rundungen erinnernden Gestalt ein Zeichen für reichen Kindersegen. War dieser Vergleich einst ein Kompliment für die Frau, würde diese Parallele heutzutage beim weiblichen Geschlecht keine Begeisterungsstürme mehr auslösen. In der psychoanalytischen Traumdeutung wird die Birne häufig in einem sexuellen Kontext interpretiert. Auch die Pflaume wird seit jeher, vor allem im Abendland, aufgrund der prallen, mit einem Spalt versehenen Frucht als Symbol der weiblichen Sexualität angesehen.

Ebenso gilt das Ei als Fruchtbarkeitssymbol; vorwiegend im jüdischen und christlichen Glauben. Es symbolisiert das immer wiederkehrende Leben und ist ein Attribut der germanischen Fruchtbarkeitsgöttin Ostara (Astarte). Mandeln und Nüsse galten in der Antike wegen ihrer den Kern schützenden Schale als Sinnbild für Schwangerschaft und wurden bei Hochzeitszeremonien ausgestreut. Das Mandelöl war bei den Griechen ein phallisches Symbol, es stand für den Samen des Zeus. Die Quitte symbolisierte im alten Griechenland die glückliche Ehe und diente als Brautspeise.

Von Blumen und tierischen Liebessymbolen

Jede Frau freut sich über einen mitgebrachten Blumenstrauß ihres Liebsten. Dabei gilt es, sich die einzelnen Blumen etwas genauer zu betrachten. Akazienblüten haben beispielsweise im Mittelmeerraum eine multivalente Bedeutung von platonischer und keuscher Liebe. Haben die Blüten gelbe Blätter, kann sich die Angebetete über einen neuen Verehrer freuen. Die Lotosblume hat seit jeher in Asien eine große Symbolkraft. Sie steht für die Herzensreinheit, die Schöpfungskraft, Erleuchtung und Treue. Das heilige Mantra der Tibetaner Om Mani Padme Hum bedeutet so viel wie "Gegrüßet seist Du, Juwelen-Lotos". Die rote Lotosblüte gilt in China sogar als Sinnbild für die Vagina der Frau. Das christliche Pendant zur Lotosblume ist die weiße Lilie, die sowohl für die Reinheit Marias als auch für Fruchtbarkeit steht.

Die bekannteste aller Liebesblumen ist die rote Rose. In der Antike und im Mittelalter stand sie für Verschwiegenheit und Geheimnisse (lateinisch "sub rosa" - "unter der Rose"). Die damals unaussprechlichen weiblichen Geschlechtsmerkmale wurden als Rosenknospen oder Rosenlippen bezeichnet. Somit symbolisierte die Rose auch die sexuelle Liebe. Liest man heute auf Straßenschildern Rosengasse oder Rosenweg, so deutet dies nicht etwa auf ein einstiges hohes Vorkommen an Rosenbeeten in dieser Gegend hin, sondern eher auf die ehemals hier ansässigen Liebeshäuser, in denen die als Rosengässler bezeichneten Freier nach käuflicher Liebe suchten.

Im Tierreich finden sich in allen Kulturkreisen die verschiedensten Liebessymbole. So stehen Tauben beispielsweise nicht nur für Frieden, sondern zwei miteinander schnäbelnde Gesellen gelten als Symbol für die Liebenden. Die Chinesen sehen den Drachen als Liebes- und Fruchtbarkeitszeichen, während das Fabelwesen in westlichen Schöpfungsmythen eher mit negativen Attributen beladen war. Als Zeichen für sexuelle Begierde und Leidenschaft galt der Krake im fernen Japan. Ein berühmter Holzschnitt von Hokusai aus dem Jahr 1820 zeigt das Tier zwischen den Beinen einer Frau, die sich den vielen Armen des Tintenfisches nicht entziehen kann und offensichtlich auch nicht will. Im christlichen Europa des Mittelalters galt eine solche Darstellung als teuflisch und in hohem Maße sündhaft.

Weitere Symbole für sexuelle Aktivität waren im Volksbrauchtum die Hasen, die ein Liebespfand darstellten. Schildkröten wiederum galten aufgrund der Rückzugsmöglichkeit in den Panzer als Sinnbild für sittsame Liebe. Entgegen vielen negativen Bedeutungen gelten Krokodile in Gambia noch heute als Liebessymbol. Ein Sprichwort der Einheimischen besagt: "Erblickst du im Fluss ein weißes Krokodil, kriegst du Kinder viel".

Symbole in Herz-, Ring- und Diamantenform

Dass das Herz die ultimative Darstellung der Liebe ist, gilt sicherlich als unumstritten. Im Klassizismus und in der Biedermeierzeit war die Darstellung von Liebe in Form eines Herzens äußerst populär. Dabei geht die Verwendung dieses Symbols nicht etwa auf das Organ zurück, sondern vielmehr auf die stilistische Wiedergabe des Feigenblatts, beziehungsweise später auch des Efeublatts. In der Minneliteratur wurde das rote Efeublatt zum Sinnbild für ewige Liebe und Treue.

Der Ring galt schon immer als Symbol für eine ewige, nie endende Verbindung zwischen Mann und Frau. Schon in Rom und Ägypten war es üblich, Eheringe zu tragen. Man glaubte, es bestünde eine direkte Verbindung vom vierten Finger der linken Hand zum Herzen. In Rom trugen nur Ehefrauen einen Eisenring, zum Zeichen dafür, dass sie die Mitgift ihres Mannes erhalten hatten. Den Diamanten wurden schon im Mittelalter magische Kräfte zugeschrieben. Aufgrund der langlebigen und unzerstörbaren Eigenschaften gelten sie als Zeichen für ewige Liebe.

Die meisten Liebessymbole haben auch heute noch Bestand. Im Computerzeitalter dürfte die modernste Form der Liebessymbolik die Emoticon-Darstellung sein. Ob diese allerdings mit den überlieferten romantischen Liebessymbolen gleichzusetzen ist, bleibt fraglich.

Quellen und weiterführende Literatur:

  • Magische Liebessymbole: Düfte, Edelsteine, Blumen, Farben und Tarot, Richard Webster, Silberschnur-Verlag, 2010
  • Zeichen und Symbole: Ihre Geschichte und Bedeutung, Miranda Bruce-Mitford, Dorling-Kindersley-Verlag, 2008
  • Das große Lexikon traditioneller Symbole, J.C. Cooper, Goldmann-Verlag, 2004
  • Lexikon der Symbole, Udo Becker, Herder-Verlag, 2011