
- Liebstöckel - Levisticum officinale - Ingeborg Ajerrar
Liebstöckel – Levisticum officinale - ist ein Doldengewächs und wird gerne auch Maggikraut genannt, obwohl er nicht in Maggi enthalten ist. Die Blätter finden Verwendung in Suppen, Eintöpfen, Fleischgerichten und Salaten. Sie haben eine starke Würzkraft und sollten deshalb gut dosiert werden. Die zerdrückten Samen vom Liebstöckel würzen Brot. Auch getrocknet behalten die Samenkörner noch einen kräftigen Würzgeschmack. Aus den Wurzeln kann Tee hergestellt werden. Auch zur Aromatisierung von Likören und Magenschnäpsen findet Liebstöckel Verwendung. Bereits in den Klostergärten des Mittelalters wurde Liebstöckel angebaut. Er wurde als Heil- und Zauberpflanze angesehen. Da der ursprünglich in Südeuropa beheimatete Liebstöckel auch in Mitteleuropa sehr gut gedeiht, trifft man ihn inzwischen sogar ab und an verwildert an.
Liebstöckel im Kräutergarten
Liebstöckel wird entweder im Frühjahr im Kräutergarten ausgesät oder durch Wurzelteilung im Herbst vermehrt. Er liebt einen halbschattigen Standort und gedeiht deshalb auch durchaus gut unter Bäumen. Wenn Liebstöckel einen tiefgründigen, nahrhaften Boden erhält, kann er bis zu 2,5 Meter hoch werden. Er ist winterhart. Gefällt ihm sein Standort, so wird er jedes Jahr wieder kommen. Von Juli bis August bilden sich die gelbgrünen Dolden. Die Blätter werden im Frühjahr jung geerntet. Wenn nicht zu viele Stängel abgeschnitten werden, bilden sich schnell wieder neue Triebe. Den reifen Samen erntet man im Sommer. Will man die Wurzeln zur Herstellung von Tee verwenden, gräbt man diese im Herbst aus und trocknet sie gut.
Liebstöckel in der Naturheilkunde
Der Tee wird gerne bei Verdauungsproblemen eingesetzt und wirkt Appetit fördernd. Deshalb kann er bei Untergewicht und Essstörungen angewendet werden. Liebstöckel ist harntreibend und stärkt den Stoffwechsel. Er hilft bei Wasseransammlungen in den Beinen. In der Frauenheilkunde wird er zur Linderung von Menstruationskrämpfen eingesetzt. Bei fieberfreien Erkältungen mit Hals- und Ohrenschmerzen ist ebenfalls eine Besserung möglich. Seine schleimlösende Wirkung hilft gut gegen Husten. Äußerlich ist der Sud gut bei unreiner Haut und Ekzemen. Als Badezusatz pflegt Liebstöckel die Haut und wirkt entspannend und wohltuend bei Gicht und Rheuma.
Achtung: Da er schwach fototoxische Eigenschaften hat, sollte der Tee aus den Wurzeln des Liebstöckels nicht von schwangeren Frauen getrunken werden. Erst wenn der Zeitpunkt der Geburt ansteht, kann er zur Wehenförderung getrunken werden. Auch bei Fieber ist er eher zu meiden, da er die Körpertemperatur erhöhen könnte.
Aufbewahrung des Liebstöckels
Die Blätter können nach der Ernte entweder eingefroren, oder getrocknet und gerebelt werden. In luftdichten Gläsern verschlossen halten die getrockneten Blätter bis zu 2 Jahre. Auch die Samenkörner werden getrocknet und luftdicht gelagert. Die Wurzeln werden geschält und gut getrocknet gemahlen. Bei den Wurzeln des Liebstöckels ist besonders darauf zu achten, dass die Aufbewahrung luftdicht erfolgt, da sie Wasser anziehend sind. Aus allen Teilen des Liebstöckels kann man einen Würzessig herstellen, der sich gut zum Würzen von Salaten und Suppen eignet. Dazu legt man die Teile in Essig ein und läßt diesen etwa vier Wochen in der Sonne stehen. Anschließend den Essig sieben und in einer Flasche gut verschlossen aufbewahren.
Quellen:
Burkhard Bohne – Taschenatlas Küchenkräuter – ISBN 978-3-8001-1629-4
Bitte beachten Sie, dass Suite101-Artikel niemals fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt – ersetzen können.
