
- Linsensuppe ist ein Genuß - © Maren Beßler/PIXELIO
Linsen gehören wie Erbsen und Bohnen zu den Hülsenfrüchten. Es gibt sie in zahlreichen Sorten, die in Farbe, Größe, Geschmack und Kocheigenschaften variieren. Lange Zeit galt die Hülsenfrucht als verpöntes Armeleuteessen, wodurch ihre wahrlich zahlreichen Qualitäten so manchem verborgen blieben: Linsengerichte sind nicht nur schmackhaft, sondern überaus gesund und wegen ihres hohen Eiweißgehalts ein guter Fleischersatz.
Vielfältige Hülsenfrüchte – Tellerlinsen, rote Linsen und Beluga Linsen
In der deutschen Küche werden überwiegend die ungeschälten, braunen Tellerlinsen verwendet. Man kann ihre Kochzeit von 45-60 Minuten verkürzen, indem man sie über Nacht in kaltem Wasser einweicht. Rote Linsen dagegen sind kleiner und bereits geschält. Man braucht sie wie die französische Puy-Linse (grünliche Färbung) und die edle Beluga Linse (schwarze Färbung) nicht einweichen, sie sind nach ungefähr 10-20 Minuten weichgekocht.
Es empfiehlt sich Linsen aus biologischem Anbau zu verwenden: Diese schonen nicht nur die Böden und sind frei von Schadstoffrückständen, sondern meist auch ungeschält. Und wie bei vielen anderen Früchten steckt auch bei Linsen ein Großteil der wertvollen Inhaltstoffe in der Schale. Apropos: Linsen (100 g: ca. 330 kcal) sind reich an Kohlenhydraten und arm an Fett. Sie enthalten neben Kalium, Magnesium und Calzium sehr viel Eiweiß (ca. 25%), Eisen und Zink.
Rezept für Linseneintopf – deftig und schmackhaft
Ein Rezept für einen Topf Eintopf (vier Personen): Man dünste zwei gewürfelte Zwiebeln in einem Esslöffel Butter und brate sie anschließend mit 50 g Speckwürfeln an. 300 g gewaschene Linsen, zwei Esslöffel Tomatenmark und einen Liter Gemüsebrühe zugeben. Das Ganze auf mittlerer Stufe eine Dreiviertelstunde garen lassen. Als nächsten Schritt eine Karotte und drei geschälte Kartoffeln würfeln und in den Topf geben. Nach weiteren zehn Minuten Garzeit kommen eine fein geschnittene Lauchstange und drei gestückelte Würstchen – geeignet sind unter anderem Frankfurter oder Wiener – hinzu. Noch einmal fünf bis zehn Minuten garen lassen und mit einem Esslöffel Essig, einer Prise Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Linseneintopf ist vor allem nach längeren Winterspaziergängen eine stärkende Mahlzeit.
Schwäbisches Linsengericht – Linsen mit Spätzle
Dieses schwäbische Gericht ist überaus sättigend und schmackhaft. Es gibt unzählige Varianten für das Rezept – gemeinsam haben sie lediglich die Hauptzutaten: Linsen und Spätzle. Ein zwar aufwendiges, aber sehr feines Rezept für vier Personen: Man lasse 250 g getrocknete Tellerlinsen über Nacht in reichlich kaltem Wasser einweichen. Anderntags mit einem Sieb abgießen und gut abtropfen lassen. Eine Zwiebel, eine Karotte, jeweils ca. 50 g Sellerie und Lauch sowie 100 g Speckwürfel in zwei Esslöffeln Öl anbraten. Dann einen guten Liter Wasser – am besten das vitamin- und mineralstoffreiche Einweichwasser – aufgießen, die Linsen und etwas Gemüsebrühe zugeben.
Einige Nelken, Wacholderbeeren und ein Lorbeerblatt in einem Teebeutel hineinhängen und das Ganze kurz aufkochen lassen. Anschließend eine dreiviertel Stunde auf niedriger Stufe kochen. Nun den Teebeutel samt Gewürzen entfernen und braune Mehlschwitze zugeben – für diese 50 g Butter in einer Pfanne zerlassen, drei Esslöffel Mehl einrühren und unter ständigem Rühren anbräunen lassen. Mit etwas kaltem Wasser ablöschen und eine Viertelstunde garen lassen, dann in Linsen rühren. Das Linsengericht mit Salz, Pfeffer und Majoran abschmecken. Auf die Spätzle geben, fertig, los! Tipp: Ein guter Schuss Rotweinessig über die Linsen und Spätzle macht diese noch schmackhafter und obendrein leichter bekömmlich. Üblicherweise werden sie mit Wiener Würstchen (schwäbisch "Saitenwürstle") serviert, man kann auf die zusätzliche Fleischbeilage aber auch gut verzichten.
Rezept für Linsensuppe – einfach und schnell
Aus Linsen lässt sich ohne großen Aufwand eine leckere und kräftigende Suppe herstellen. Einfach eine gewürfelte Zwiebel in zwei Esslöffel Öl andünsten, 150 g zuvor eingeweichte Teller- oder Berglinsen bzw. rohe rote Linsen sowie zwei gewürfelte Paprika zugeben und einige Minuten anbraten lassen. Anschließend 750 ml Hühnerbrühe aufgießen. Kurz aufkochen lassen und mit 200 ml Kokosmilch ca. 30 Minuten köcheln lassen. Nun das Ganze pürieren und zuletzt mit Salz und Pfeffer, Essig und Zitronensaft abschmecken. Reicht gut und gerne für drei Personen. Bon Appetit!
Hülsenfrüchte sind gesund und können Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Für Menschen, die unter Gicht leiden oder eine Veranlagung dafür besitzen, sind Linsen aufgrund ihres hohen Gehalts an Purin allerdings nicht geeignet.
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