
- Linux oder Windows - Mareike Oelker
Wer kennt sie nicht, die Endlosdiskussionen - ob nun Linux oder Windows? Ganz ohne Betriebssystem geht es auch heute noch nicht auf einem PC. Dabei ist die Antwort für den einzelnen Benutzer mehr als einfach. Sie lässt sich mit einigen simplen Fragen und etwas Objektivität leicht selbst finden. Was dann noch eventuell hinzukommen muss, ist etwas Lernwilligkeit.
Unterschiede bei den Systemen?
Linux wie Windows sind ausgereifte Betriebssysteme. Das Betriebssystem von Microsoft kommt allerdings gerade einmal als solches daher. Periphere Software ist nur in recht spartanischer Ausführung vorhanden: Ein minimales Schreibprogramm, ein kleines Zeichenprogramm, ein Rechner, ein Mail-Client, ein Media-Player. Viel mehr wird der Käufer vergeblich suchen. Die üblichen Linuxdistributionen, gleich von welchem Vertreiber, präsentieren sich da schon ganz anders. Hier regiert das andere Extrem. Manchmal ist die beigefügte Software sogar zu viel für den Durchschnittsanwender. Vom kompletten Office-Paket, welches noch jeder gebrauchen kann bis hin zu Entwicklungsplattformen für EDV-Spezialisten ist hier alles vertreten.
Wozu wird der Computer benötigt?
Diese Frage sollte bei der Wahl des Betriebssystems nicht zuletzt gestellt werden. Wer Schreibarbeiten mit dem PC erledigt, etwas im Internet surft, Mails verschickt und ansonsten mit niemandem kompatibel sein muss, der kann alleine schon aus Kostengründen auf Windows verzichten. Schwieriger wird es bei Anwendern, die Programme unter Windows nutzen, für die es nichts adäquates unter Linux gibt und die sich auch dort nicht emulieren lassen. Hier wird der Anwender in Windows als Betriebssystem für seinen Computer investieren müssen. Es gibt unter Linux aber inzwischen in fast allen Bereichen Software, welche mit vergleichbarer Software für Windows konkurrieren kann.
Wie viel darf es kosten?
Einen großen Unterschied zwischen beiden Systemen gibt es allerdings bei den Kosten. Wie hoch sie bei Windows anzusetzen sind, kann je nach Version tagesaktuell nachgelesen werden. Hinzu kommen noch oft nicht geringe Aufwendungen für die Anwendersoftware. Bei Linux als freies Betriebssystem stellen die Kosten im Extremfall die Stromkosten für einen Download dar, reichlich periphere Software schon inbegriffen. Wer es einfacher möchte, wird auch am Kiosk in diversen PC-Zeitschriften in Form von beigefügten DVDs fündig.
Kompliziert?
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Dies sollte aber bei der Wahl des PC-Betriebssystems keine Entschuldigung sein. Das immer wieder heruntergebetete Vorurteil, Linux sei nur etwas für EDV-Fanatiker und zu kompliziert, trifft schon lange nicht mehr zu. Eine moderne Linux-Distribution installiert sich nicht schwieriger als ein Windows-System. Linux-Varianten müssen auch nicht komplett installiert werden. Bereits bei der Installation kann man bei den meisten Distributionen auswählen, was auf den Computer soll und was nicht. Für Benutzer, welchen die Linuxoberflächen gar zu fremd sind, gibt es ebenfalls Hilfe. Meist lässt sich die Optik des Systems mit Bordmitteln in Richtung Windows anpassen und so etwaige liebgewonnene Gewohnheiten weiter pflegen.
Sicherheit?
Immer wieder wird von Linux als dem Betriebssystem geredet, welches speziell in Bezug auf das Thema Viren sicherer sei als Windows. Zum Teil stimmt dies auch. Man muss hier aber berücksichtigen, dass Windows das weltweit meist verbreitete PC-Betriebssystem ist. Gewisse zwielichtige Elemente werden sich also diesbezüglich nicht gerade ein Nischenprodukt für ihre Aktivitäten suchen. Ein weiteres Problem ist bei Windows, dass die Möglichkeiten der Absicherungen bei den billigen und weniger umfangreichen Versionen wie Home anders gelagert sind als z.B. bei einer höheren Version. Viren gibt es auch unter Linux. Hier haben es die unerwünschten Untermieter aber alleine schon durch die restriktivere Benutzerverwaltung schwieriger. Nicht zuletzt hängt die Sicherheit aber bei beiden Systemen vom Verhalten der jeweiligen Benutzer ab.
Problem mit der Hardware?
Der größte Vorteil von Linux als freies Betriebssystem ist gleichzeitig auch der größte Nachteil. Nicht jeder Hardwarehersteller liefert Treiber für Linux und so kann es passieren, dass die freien Entwickler zeitlich manchmal der Technik etwas hinterher hinken. Bei ausgefeilten High-End-Systemen kann es so schon einmal zu einem Problem mit der Hardware kommen. Andererseits kann man ältere Systeme noch gut mit einem abgespeckten Linux verwenden. Will man jedoch mit seinem Linux auf dem letzten Stand sein, stellt sich ein ähnlicher Ressourcenhunger wie bei Windows ein.
Welches Windows, welches Linux?
Bei Windows ist die Frage schnell beantwortet. In der Regel die neueste Version in der gewünschten Ausführung. Bei Linux herrscht da schon etwas mehr Vielfalt. Hier stehen etliche Distributionen zur Auswahl. Zwar haben sie alle die gleiche Basis, in Form und Ausstattung unterscheiden sie sich doch etwas. Im Gegensatz zu Windows hat ein interessierter Benutzer bei den meisten Linuxvarianten die Möglichkeit, das System mit einer sogenanntenLiveversion zu testen. Hierbei wird nichts auf dem PC installiert bzw. verändert, man kann die Software aber komplett testen und ausprobieren bis hin zur Internetanbindung. So wird man dann bereits im Vorfeld ohne Risiko auf eventuelle Schwierigkeiten aufmerksam.
