Die Landeshauptstadt Oberösterreichs hatte bisher nicht wirklich den besten Ruf. Als Industriestadt bekannt, war Linz nicht unbedingt als Urlaubsziel beliebt. Dies sollte sich 2009 ändern. Man wollte beweisen, dass Linz nicht nur schöne Plätze und ansprechendes Ambiente bieten, sondern auch mit Kultur und Entertainment punkten kann.
Linz 09 in Zahlen
Schon der Startschuss am 31.Dezember 2008 lockte stolze 130.000 Menschen an. Und so ging es weiter. Linz wurde in seinem wichtigen Jahr durchaus erwähnenswert besucht und das vielfältige Programm genutzt. Fast 3,5 Millionen Besucher interessierten sich für Veranstaltungen, Ausstellungen, Festivals, Aktionen und Projekte. Auch finanziell gesehen war das Kulturstadtjahr ein Erfolg. Trotz Wirtschaftskrise, die auf alle österreichischen Städte Auswirkungen hatte, konnte Linz bis zur letzten Messung im November ein Plus von 10 Prozent bei Nächtigungszahlen verzeichnen.
Der höchste Erfolg
Vom 29. Mai bis 31. Oktober 2009 erlebte Linz einen Rausch, den es zuvor noch nicht gegeben hatte. Den Linzer Höhenrausch. Bei diesem Projekt handelte es sich um ein Kunstprojekt über den Dächern von Linz. Schon aus weiter Ferne war das Riesenrad auf dem Linzer City-Prakhaus zu sehen. Diese außergewöhnliche Sehenwürdigkeit, bestehend aus 1,5 Kilometer Rundweg über Stiegen, Stege, Brücken, Aussichtspunkte, Flachdächer, Dachböden und natürlich dem berühmten Riesenrad, war ein magischer Anziehungspunkt für die Kulturhauptstadtbesucher, aber auch für die Linzerinnen und Linzer.
Die größte Peinlichkeit
Aber auch eine pikante Peinlichkeit konnte Linz 09 bieten. Das Linzer-Auge. Diese schwimmende Plattform sollte neue Perspektiven auf die Stadt eröffnen. Wochenlang angepriesen, mit großer Neugierde erwartet und mit tagelanger Verspätung eingetroffen, war die schwimmende Insel eine große Enttäuschung. Dieses im Vorfeld hochgelobte Geschenk der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Oberösterreich und Salzburg floppte ab dem ersten Tag. Viel kleiner als erwartet, unschön im Design und fehlerhaft (sollte sich eigentlich permanent drehen) geriet es nach anfänglichen Spott schnell im Vergessenheit.
Linz in Bild und Ton
Linz 09 war auch reich an Ausstellungen, Konzerten, Installationen und spannenden Kunst-Projekten. Das Programm gestaltete sich vielfältig und abwechslungsreich. So war für Jung und Alt, Klassikliebhaber und Popfan, traditionellen und modernen Kunstgeschmack etwas dabei. Auch ungewöhnliche Projekte wie „Das Haus der Geschichten“ (ein leer stehendes Wohnhaus mitten im Zentrum von Linz wurde zum Ort für Geschichten: zum Bestaunen, Erfinden, Bespielen) erfreuten sich großer Beliebtheit.
Im Lentos Kunstmuseum Linz dreht sich bei SEE THIS SOUND alles um das Thema Audiovisualität, also um die Verbindung von Akustischem und Visuellem in Kunst, Medien und Wahrnehmungstheorie.
Einen bleibenden Eindruck der Höhepunkte von Linz 09 bekommt man durch die Zusammenfassung des ORF. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Stadt Linz.
