Ältester im Reigen der illustren Persönlichkeiten, derer im kommenden Jahr gedacht wird, ist Michail Lomonossow. 2011 wäre der Russe 300 Jahre alt geworden. Vor allem bekannt durch seine Leistungen als Naturwissenschaftler, verdient auch sein literarisches Werk Beachtung. Denn Lomonossow ist nicht nur der Verfasser der ersten Geschichte Russlands, sondern er schrieb auch Schauspiele für das neue Nationaltheater. Darüber hinaus machte er sich mit dem Verfassen einer russischen Grammatik auch um die russische Sprache als solches verdient.
Der Komponist Franz Liszt und der Journalist William Makepeace Thackeray - 200.Geburtstag von zwei mehrfach begabten Literaten
100 Jahre nach Lomonossow erblickt ein weiterer vielfach begabter Mann im damaligen Königreich Ungarn das Licht der Welt. Die Rede ist von Franz Liszt, der neben seinem umfangreichen Schaffen als Pianist und Komponist auch als Schriftsteller tätig war. Veröffentlicht wurden zahlreiche Briefe und Essays, aber auch eine Biographie über Frédéric Chopin. Im Jahr 2011 ist aber nicht allein der 200. Geburtstag von Franz Liszt sondern gleichzeitig auch der 125. Todestag.
Ebenfalls 1811 geboren, wenngleich in einem ganz anderen Teil der Welt, wird William Makepeace Thackeray. Doch schon bald wird der in Indien zur Welt gekommene William nach England ins Internat geschickt. Und so ist es schließlich auch in London, wo Thackeray zunächst als Journalist mit dem Schreiben beginnt. Es folgen mehrere Romane, von denen "Vanity Fair" (dt. Jahrmarkt der Eitelkeit) wohl der bekannteste ist.
Harriet Beecher Stowe - Die sozialkritische Pfarrerstochter wird 200
Und auch in den vergleichsweise jungen USA wird 1811 eine berühmte Schriftstellerin geboren. Harriet Beecher Stowe, jüngste Tochter des Pfarrers Lyman Beecher, schrieb und veröffentlichte bereits zu Lebzeiten eine Vielzahl von Werken. Ihr wohl berühmtester Roman "Uncle Tom's Cabin" (dt. Onkel Toms Hütte), der sich gegen die Sklaverei wandte, erschien erstmal 1852 und erwies sich als richtungsweisend für die politische Meinung zur Frage der Sklavenhaltung. 2011 kehrt neben Beecher Stowes rundem Geburtstag auch ihr Todestag zum 115. Mal wieder.
Heinrich von Kleist - 200. Todestag des adligen Schrifstellers
Ein mindestens ebenso besonderer Todestag rückt im kommenden Jahr in der deutschen Literaturwelt in den Mittelpunkt. Heinrich von Kleist, 1777 in Frankfurt an der Oder geboren, beschloss im November 1811, seinem Leben selbst ein Ende zu setzen. Und genauso unangepasst wie sein Sterben verlief auch sein Leben, das widergespiegelt wird in seinem vielfältigen schriftstellerischen Werk, das nicht ohne weiteres eingeordnet werden kann in die literarischen Strömungen seiner Zeit. Kleist verfasste Texte in allen literarischen Gattungen und ist bis heute vor allem berühmt für sein Lustspiel "Der zerbrochene Krug" und für seine Novelle "Michael Kohlhaas".
Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt - Runde Geburtstage von zwei ausgezeichneten Schweizer Autoren
Texte verschiedener literarischer Gattungen schrieb auch der folgende Jubilar Max Frisch, der 2011 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Von Beruf eigentlich Architekt, gelangen ihm in den 1950er Jahren erste Erfolge als Autor. In diesem Jahrzehnt entstehen auch einige seiner berühmtesten Werke wie die Romane "Stiller" (1954) und "Homo faber" (1957) sowie das Theaterstück "Biedermann und die Brandstifter (1958). Zu den zahlreichen Auszeichnungen, die Max Frisch für sein literarisches Schaffen erhielt, zählen unter anderem der "Friedenspreis des Deutschen Buchhandels" (1976) und der "Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf" (1989). Zwei Jahre später stirbt der Autor in seiner Geburtsstadt Zürich, was im kommenden Jahr genau 20 Jahre her ist.
Zehn Jahre nach Max Frisch wird im Kanton Bern mit Friedrich Dürrenmatt ein weiterer kreativer Kopf der Schweiz geboren, der neben seiner Arbeit als Schriftsteller auch malte und zeichnete und mehrere seiner Werke selbst illustrierte. Und genau wie sein Freund Max Frisch schrieb Dürrenmatt sowohl Romane als auch Theaterstücke, wobei er besonders mit letzteren sehr erfolgreich war. Seine beiden Komödien "Der Besuch der alten Dame" (1956) und "Die Physiker" (1962) brachten ihm sogar weltweite Anerkennung. Folglich wurde auch das literarische Werk Dürrenmatts vielfach mit Preisen gewürdigt, darunter der "Große Schillerpreis" (1960) und der "Georg-Büchner-Preis", der ihm 1989 ein Jahr vor seinem Tod verliehen wurde. 2011 wäre Friedrich Dürrenmatt 90 Jahre alt geworden.
100. Geburtstag eines Schriftstellers aus Mississippi - Tennessee Williams
Doch nicht nur die Schweiz brachte Anfang des 20. Jahrhunderts große Schriftsteller hervor. 1911, im gleichen Jahr wie Max Frisch, kommt im US-Bundestaat Mississippi Thomas Williams zur Welt, den seine Freunde später Tennessee nennen, weil er den Akzent des Nachbarbundesstaates spricht. Bekannt ist Tennessee Williams vor allem für seine zahlreichen Theaterstücke, wie "A Steetcar Named Desire" (dt. Endstation Sehnsucht) und "Cat on a Hot Tin Roof" (dt. Die Katze auf dem heißen Blechdach), für die Williams 1948 und 1955 jeweils den Pulitzer-Preis bekam.
Ausgezeichnete Literaten und ihre Gedenktage - Und der Literaturnobelpreis geht an...
...Rudyard Kipling, der 1907 als erster britischer Schriftsteller die weltweit höchste literarische Auszeichnung erhielt. Kipling ist der Verfasser vielfältiger Gedichte, Erzählungen und Romane, unter denen "The Jungle Book" (dt. Das Dschungelbuch) und "Kim" wohl die berühmtesten sind. Beide Werke spielen in Indien, wo Rudyard Kipling 1865 geboren wurde. Der Autor wird 70 Jahre alt und verstirbt 1936 in London. Sein Todestag jährt sich 2011 zum 75. Mal.
Ebenfalls mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde Ernest Hemingway im Jahr 1954, nachdem er im Jahr zuvor bereits den Pulitzer-Preis erhalten hatte. Bei der Vergabe beider Preise spielte Hemingways wichtigstes Werk, die Novelle "The Old Man and the Sea" (dt. Der alte Mann und das Meer) eine entscheidende Rolle. Die Geschichte des alten kubanischen Fischers ist gleichzeitig das letzte Werk Hemingways, das zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wird, denn der Autor beendet 1961 sein Leben selbst. 2011 ist sein 50. Todestag.
Erneut aus Großbritannien stammt der dritte Nobelpreisträger, dem im folgenden Jahr gedacht wird. 1911 im gleichen Jahr wie seine Schriftstellerkollegen Max Frisch und Tennessee Williams geboren, wäre William Golding im nächsten Jahr 100 Jahre alt geworden. Seinen größten literarischen Erfolg erzielte er 1954 mit seinem Roman "Lord of the Flies" (dt. Herr der Fliegen). 1983 erhält William Golding für seine zahlreichen Romane zehn Jahre vor seinem Tod den Literaturnobelpreis.
Literaturliebhaber können sich 2011 also auf ein besonderes Literaturjahr freuen.
