Die sambische Stadt Livingstone hat noch viel mehr zu bieten als die berühmten Viktoriafälle. Natürlich ist es einzigartig, am Fuße des riesigen Wasserfalls zu stehen, der 1989 zum Weltnaturerbe erklärt wurde. Es ist faszinierend, die Wassermassen von allen Seiten zu betrachten, während man die vielen Wanderwege rund um die Fälle erkundet. Wenn der Sambesi gerade nicht so viel Wasser hat, ist es sogar möglich, in einem der kleinen Pools zu baden, die sich bei niedrigem Wasserstand bilden. Allerdings muss man dafür erst an den Felsen hochklettern. Doch wenn man Livingstone besucht, bleibt es selten bei einem einfachen Ausflug zu den Fällen, haben doch die Wassermassen des Sambesiflusses und der umliegende Nationalpark so viel einzigartiges und neues zu bieten.
Die Stadt Livingstone
Die Stadt Livingstone wurde 1904 gegründet, als die Brücke über die Viktoriafälle fertig gestellt wurde, die Simbabwe mit Sambia verbindet. Sie war über einige Jahre auch die Hauptstadt des damaligen Nordrhodesien. Heute ist sie nur mehr Hauptstadt von Sambias Südprovinz, die Landeshauptstadt wurde Lusaka im Jahr 1935. Lange Zeit war Livingstone eine sehr ruhige Stadt, aber mit großem Charme - vor allem durch die wunderschönen Bauten aus der Kolonialzeit. Auch das Livingstonemuseum , in dem man die Geschichte Sambias erkunden kann, stammt aus dieser Zeit. Als die soziale Lage in Simbabwe schlechter wurde, wurde Livingstone zu einem richtigen Touristenzentrum mit vielen Clubs, Restaurants mit einheimischer und internationaler Küche und anderen Ausgehmöglichkeiten und tollen Kuriositätenmärkten, denn die Touristen, die sich sonst auf der anderen Seite der Brücke in der simbabwischen Stadt Victoria Falls tummelten, suchten sich nun lieber eine Unterkunft in Livingstone, das durch gute Straßen- und Bahnverbindungen und einen eigenen Flughafen auch sehr gut erreichbar ist. Und Unterkünfte hat Livingstone inzwischen eine Menge: Ob eine Lodge im Busch, ein Luxushotel mit Spa am Sambesi, günstige Hostels und Backpackers in der Stadt, für jeden Reisetyp und jedes Budget ist etwas dabei. Und alle Unterkünfte haben eines gemeinsam: Man kann von ihnen aus all die einzigartigen Aktivitäten buchen, die bei den Touristen so beliebt sind.
Safaris mit unterschiedlichen Fortbewegungsmitteln
Viele Touristen kommen nach Livingstone im Zuge einer längeren Tour, denn viele gebuchte Touren durch Simbabwe, Sambia, Botswana oder auch Namibia enden oder beginnen dort. Auch in Südafrika bieten viele Veranstalter 2-Tages-Trips nach Livingstone an. Touristen in Sambia verbinden Livingstone gerne mit Besuchen in den größeren Nationalparks wie Kafue, Lower Zambezi oder South und North Luangwa. Von Livingstone aus können die unterschiedlichsten Kurzsafaris in den Livingstonenationalpark gebucht werden. Man hat die Möglichkeit zu Fuß auf die Suche nach Nashörnern zu gehen, mit einem kleinen Zug in den Busch zu fahren, auf einem Elefanten oder Pferd in den Busch zu reiten (Vorsicht, besser nachher keine zu sportliche Aktivität mehr buchen, denn das Reiten auf den Dickhäutern verursacht mächtigen Muskelkater in den Beinen), mit Löwen spazieren zu gehen, eine Safari mit Boot oder Kanu entlang des Sambesis zu machen oder den Nationalpark einfach mit Safariauto zu erkunden. In der Nähe gibt es auch eine große Krokodilfarm, die man besuchen kann. Auch kann man von Livingstone aus einen mehrtägigen Ausflug in den Chombenationalpark in Botswana buchen, der vor allem für seine hohe Elefantenpopulation bekannt ist. Wer mehr an Kultur, als an Natur interessiert ist kann eine Tour durch Livingstones Altstadt buchen oder auch einen Ausflug in ein traditionelles Dorf, wo man auch den hiesigen Stammeshäuptling Chief Makuni besuchen kann, der in Sambia besonders bekannt ist, weil er als einziger Chief den Bungee Jump von der Brücke gewagt hat und dabei vor allen Leuten und der Presse in die Hose gemacht hatte.
Aktivitäten im und am Wasser
Wie überall am Sambesi gibt es auch in Livingstone die Möglichkeit fischen zu gehen. Richtige Sportangler bevorzugen aber meist das Fischen im Lake Kariba, im großen Stausee, der ebenfalls zwischen Simbabwe und Sambia liegt. In den Stromschnellen des Sambesis in Livingstone kann man auch in Ein- oder Mehrtagesausflügen White Water Rafting betreiben, sowie Riverboarding. Auch unterschiedlichste Boote können ausgeborgt und benutzt werden - ob Kanus, Kajaks oder Motorboote. Auch gibt es größere Schiffe, die vor allem abends den Sambesi entlang fahren, um in den Sonnenuntergang einzutauchen. Auf diesen Schiffen kann auch gegessen werden und meist wird dort sehr viel Bier getrunken. Viele Bootbetreiber bieten ihre Ausflüge mit inkludiertem Picknick auf einer der vielen Inseln im Sambesi an.
Aktivitäten in der Luft
Wie freischwebend in der Luft fühlt man sich, wenn man den angeblich besten Bungee Jump der Welt wagt, den Sprung von der 111 Meter hohen Brücke, wobei man unter sich nur das tobende Wasser des Sambesi sieht. Von weiter oben kann man die Fälle betrachten, wenn man einen Hubschrauber- oder Microlight (ein kleines, offenes Flugzeug mit nur zwei Sitzen)-Flug bucht. Für sehr Abenteuerlustige gibt es viele Kletter-, Abseil- und Schwingangebote über den Schluchten. So kann man sich an einem Kabel von einer Seite der Schlucht zur anderen schwingen lassen, oder auch einen freien Fall in 50 Meter Tiefe in die Schlucht genießen, bevor man zurückgezogen wird.
Leider sind die meisten Aktivitäten sehr teuer, je nach Anbieter. Es empfiehlt sich aber, alle Aktivitäten bei einem Anbieter zu buchen, da man dann besser verhandeln und auch auf die verschiedenen günstigeren Kombinationsangebote zurückgreifen kann.
Quellen und weiterführende Literatur:
- Mehrere Trips nach Livingstone
- Homepages verschiedener Reiseanbieter, Hotels, Backpackers et cetera
- Touristenhomepage Sambia
- Touristenhomepage Livingstone