
- F-117 Nighthawk im Flug - freie Wallpapers
In kurzer Zeit entwickelte Lockheed das erste Stealth-Flugzeug der USAF. Nach mehreren Kriegseinsätzen steht mit der F-22 der Nachfolger bereit und die F-117 wird aus dem aktiven Dienst herausgezogen.
Entwicklungsgeschichte
Im Jahre 1974 begannen erste Studien über Flugzeuge, die für Radar schwerer zu erfassen sein sollten und bereits im Folgejahr wurden Entwicklungsaufträge an die Unternehmen Lockheed und Northrop erteilt. Wiederum ein Jahr später hat sich Lockheeds Konzept durchgesetzt und es sollen zwei Versuchsmaschinen gebaut werden, wovon die erste Ende 1976 zur Verfügung steht. Dieser in den „Skunk Works“ von Lockheed gebaute Typ erhielt den Namen „Have Blue“. Nach umfangreichen Triebwerkstestläufen flog diese Maschine zum ersten Mal im Dezember 1977 und absolvierte 36 Flüge mit Lockheed-Testpiloten, bis sie durch einen Flugunfall zerstört wurde. Die zweite Maschine hatte ihren Erstflug im Juli 1978 mit einem Air Force-Testpiloten. Bereits im November 1978 erhielt man den Auftrag der USAF über fünf Prototypen und 20 Serienmodelle. Der Stückpreis für eine F-117 liegt je nach Quelle zwischen 80 und 120 Mio. Dollar.
Das erste Serienflugzeug flog im Juni 1981 und die erste Auslieferung einer F-117 an die Truppe erfolgt August 1982, im Sommer 1990 die letzte Lieferung. Obwohl eigentlich ein Bomber und somit mit einem „B“ zu bezeichnen, erhielt sie die Kennung „F“, denn es wurden Jetpiloten als Besatzungen benötigt, die sich niemals in einen Bomber gesetzt hätten. Erst Ende 1988 wird die Existenz des „Nachtfalken“ vom Pentagon bestätigt und ein Foto von ihm veröffentlicht. 1993 ist er auch erstmals in Spangdahlem in Deutschland präsent, während eines Verlegungsfluges im Rahmen der Übung „Coronet Havoc“ in den Niederlanden.
Konstruktionsmerkmale
Die Konstruktion der Maschine wurde so gefasst, dass sie nur aus geraden, ebenen Flächen in einer Anordnung, die Radarstrahlen ablenkt, besteht – diese kehren einfach nicht zum Sender zurück und das Flugzeug bleibt unsichtbar. Einige Flächenteile wurden im Verlauf der Modernisierungsprogramme gegen Bauteile aus Kohlefaser-Verbundstoff ausgetauscht. Ein weiteres besonderes Merkmal sind die goldbedampften Glasscheiben des Cockpits, die ebenfalls der Ableitung von Radarstrahlen dienen. Jedoch sollen mittlerweile Radaranlagen entwickelt worden sein, die die F-117 erfassen können.
Angetrieben wird die F-117 von zwei General Electrics F404 Turbofan, wie sie auch bei der F-18 Hornet Verwendung finden. Um die Triebwerke, die keinen Nachbrenner haben und eine Höchstgeschwindigkeit von „nur“ 1100 km/h erreichen lassen, vor Radarerfassung zu schützen, wurde der Lufteinlass mit keilförmigen Segmenten versehen, die die Wirkung elektromagnetischer Barrieren haben. Dies wird durch die Art der Beschichtung und die Materialstärke erreicht. Mit vielfältigen technischen Tricks (Abgasableitung und -vermischung mit Kaltluft, reflektierende Kacheln) bleiben die Triebwerke auch thermisch verborgen.
Mit lasergelenkten Bomben, Luft-Boden und Luft-Luft-Raketen in zwei Bombenschächten ausgerüstet, ist die F-117 vor allem für den Nachteinsatz vorgesehen (daher auch der Name „Nighthawk“). Lenkraketen als Bewaffnung sind jedoch nicht offiziell bestätigt worden. 1996 erfolgte eine Umrüstung der Flugzeuge auf die neueste Avionik-Generation. Luftbetankung ist bei diesem Flugzeugtyp möglich, so dass die Reichweite nur durch die psychischen und körperlichen Grenzen des Piloten beschränkt wird.
In der Truppe trägt sie den Spitznamen „Cockroach“ - Kakerlake, da sie oft als hässlichstes Flugzeug aller Zeiten angesehen wird; wegen unruhiger Flugeigenschaften nennen sie manche Piloten aber auch „Wobblin' Goblin“ - Flattergeist.
Wichtigste technische Daten
- Länge: 20,08 m
- Höhe: 3,78 m
- Spannweite: 13,20m
- Tragfläche 105,9 qm
- Max. Startmasse: 23,814 Kg
- max. Geschwindigkeit: 1050 km/h
- Marschgeschwindigkeit: 670-910 km/h
- Reichweite: 1112 km
- Besatzung: 1
- Waffenzuladung: max. 2268 Kg
Einsatzgeschichte
Im Oktober 1983 war die erste und einzige Einheit mit F-117, die heutige 49th Fighter Wing in New Mexico, einsatzbereit. Ihren ersten scharfen Einsatz hatte sie am 19.12.1989 in Panama bei einem Luftangriff auf die Rio Hato-Kasernen. 6 Nighthawk waren im Rahmen der Operation „Just Cause“ zur Vorbereitung eines Ranger-Angriffs im Einsatz. 21 Maschinen wurden im August 1990 im Rahmen von "Desert Shield" nach Saudi-Arabien verlegt, später durch weitere 21 verstärkt. Sie eröffnen auch die Angriffe auf Bagdad bei "Desert Storm" und fliegen insgesamt 1271 Einsätze. Dabei erzielen sie etwa 1600 Treffer auf als bedeutend eingestufte Ziele.
1999 befinden sich 24 Maschinen auf der Aviano Air Base in Italien und auf Spangdahlem, um von dort jeweils die NATO-Luftangriffe auf Jugoslawien zu unterstützen. Hierbei gab es mindestens einen Verlust im März, als eine F-117 durch SA-3 Flugabwehrraketen in der Nähe von Belgrad abgeschossen wird; der Pilot konnte sich retten. Das Wrack wurde nicht, wie sonst üblich, bombardiert – es befanden sich Zivilisten in der Nähe – und somit konnte die Technologie erstmals auch in die Hände russischer Techniker gelangen. Eine weitere Nighthawk wurde aufgrund starker Beschädigungen ausgemustert.
Mit einem F-117-Einsatz beginnt im März 2003 die Operation „Iraqi Freedom“, zwei F-117 bombardieren eine Residenz Saddam Husseins, der aber nicht selbst vor Ort ist. Die Außerdienststellung erfolgt schrittweise seit Dezember 2006, die entsprechenden Flugzeuge werden eingelagert und als Ersatz soll die F-22 „Raptor“ beschafft werden – eine Gemeinschaftsentwicklung von Lockheed Martin und von Boeing. Insgesamt waren 59 Lockheed F-117 bei der US Air Force im Einsatz.
