
- Löwenzahnwiese - Dörthe Huth
In Gärten gilt der Löwenzahn als Unkraut und ist daher nicht gern gesehen. Dabei ist der Löwenzahn ein kulinarischer Hochgenuss und eine altbewährte Heilpflanze. Leuchtend gelbe Blüten bedecken im Frühjahr ganze Wiesen und Weiden, weshalb der Löwenzahn auch Kuhblume genannt wird. Kinder kennen ihn meist als Pusteblume. Im Frühjahr bis zum Sommer kann man den Löwenzahn entdecken, direkt verwenden oder zur Weiterverarbeitung ernten. Löwenzahn ist leicht zu finden und zu sammeln, blüht er doch fast überall. Ein Frühjahrsspaß für die ganze Familie.
Löwenzahn - wie er aussieht und wo man ihn findet
Löwenzahn wird mit seinem lateinischen Namen als Taraxacum officinale bezeichnet. Seine Blätter sind länglich gezackt und umrahmen den Stängel mit der goldgelben strahlenförmigen Blüte. Löwenzahn wird etwa 15 bis 30 cm hoch, manche Pflanzen können sogar bis zu 50 cm hoch werden. Am liebsten wächst der Löwenzahn auf feuchten Wiesen, an Ackerrändern oder am Wegesrand. Die Blütezeit erstreckt sich von März bis August. Manch ein Löwenzahn blüht sogar bis in den Herbst hinein leuchtend gelb.
Löwenzahn als kulinarischer Hochgenuss
Löwenzahn ist in der Küche vielseitig zu verwenden. Die gezackten Blätter können als Salat verzehrt werden. Dazu passt fast jedes Dressing. Auch als gedünstetes Gemüse sind die feinen Blütenknospen des Löwenzahn ein kulinarischer Hochgenuss. Nur mit Pfeffer und Salz in etwas Butter und Knoblauch gedünstet ist er eine vitaminreiche Beilage und Ergänzung.
Leicht herzustellen ist auch Löwenzahnsirup, eine Delikatesse für Alt und Jung. Kindern schmeckt er ganz wunderbar auf dem Brötchen, als Süßungsmittel im Tee oder als Spritzer auf dem Eis. Löwenzahnsirup verfeinert zudem Salatdressings oder Saucen und gibt Kuchen und Plätzchen das gewisse Etwas.
Löwenzahn-Sirup ganz einfach selbst gemacht
Aus den goldgelben Blüten des Löwenzahn lässt sich ein honigähnlicher Sirup herstellen, weshalb er auch als Löwenzahnhonig bezeichnet wird. Dazu muss man Löwenzahnblüten sammeln und sie von Blättern und Stiel befreien. Die Blüten abwechselnd mit Zucker in ein Glas schichten und einige Wochen stehen lassen, bis ein bräunlicher Löwenzahnsud entstanden ist. Mit einer geviertelten Zitrone oder einer Vanilleschote gibt man alles in einen Kochtopf und lässt den Löwenzahnsud kochen, bis er eingedickt ist. Anschließend durch ein Sieb abseihen und in ein Glas füllen.
Zutaten für den Löwenzahnsirup bzw. Löwenzahnhonig:
- 4 gehäufte Hände voll Löwenzahnblüten (im Frühjahr geerntet)
- 1kg Zucker
- 1 unbehandelte Zitrone
- 1 Vanilleschote
Taraxacum officinale und seine Heilwirkung
Aus dem Stängel des Löwenzahn tritt eine milchige Flüssigkeit aus, die bitter schmeckt. Eben diese Bitterstoffe machen die Heilwirkung des Löwenzahn aus. Früher wurde dieser Milchsaft zur Behandlung von Warzen genutzt. Heutzutage werden für medizinisch-therapeutische Zwecke die Blätter und die Wurzeln des Löwenzahn verwendet. In vielen Arzneimitteln kommt der Löwenzahn als Bestandteil vor. Beispielsweise bei Abführmitteln, in Kräftigungs- und Stärkungsmitteln. Löwenzahn stärkt die Abwehrkräfte, regt den Stoffwechsel an, hilft zu entschlacken, entwässert und reguliert den Organismus. Auch zur Behandlung von Lebererkrankungen oder Gallenbeschwerden werden Bestandteile des Löwenzahn eingesetzt.
Heiltee aus dem Kaltauszug der Löwenzahnwurzel
Zur Herstellung von Heiltees wird die Pfahlwurzel getrocknet, zerkleinert und aufgebrüht. Wirkungsvoll ist besonders der Kaltauszug. Für eine Tasse Tee gibt man dazu einen Teelöffel getrocknete Löwenzahnwurzel über Nacht in ein Viertel Liter kaltes Wasser. Erst am nächsten Tag wird der Auszug erwärmt und abgeseiht. Auf diese Weise bleiben Heilstoffe erhalten, die beim Aufbrühen des Tees zerstört würden. Löwenzahntee regt den Stoffwechsel an und hilft dem Körper zu entschlacken. Zudem soll er das Hautbild verfeinern und Hautbeschwerden mildern. Aber Achtung: die Wirkstoffe des Löwenzahn können bei empfindlichen Menschen in Einzelfällen zu Bauchschmerzen oder Durchfall führen.
Löwenzahn im Räucherwerk
Im Altertum wurde der Löwenzahn mit anderen Pflanzen verräuchert. Meist um Krankheitserreger zu vertreiben oder um Haus und Hof vor Dämonen und Hexen zu schützen. Dazu wurde der Löwenzahn beispielsweise mit Schafgarbe, Spitzwegerich oder Weißdorn kombiniert.
Der alte Brauch des Räucherns wird seit einiger Zeit neu entdeckt und einige Menschen stellen auch ihr Räucherwerk wieder selbst her. Dazu sammelt man die Wurzeln des Löwenzahn sowie einige seiner Blätter, lässt sie trocknen und kann sie anschließend mit anderen Kräutern und Pflanzen ganz nach Belieben verräuchern. Das Räuchern ist eine Rückbesinnung auf die Natur, spricht die Sinne an und wirkt entspannend.
Bitte beachten Sie, dass Suite101-Artikel niemals fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt – ersetzen können
Quellen
heilpflanzenwelt.de
natur-lexikon.com
