Leuchtendes Gelb im Gras

Das erste kräftige Grün ist da. Die Wiesen sehen so frisch und knackig gesund aus, dass sich nicht nur das Auge daran erfreut, auch das allgemeine Wohlbefinden scheint sich bei vielen Menschen bei diesem Anblick zu verbessern. Leuchtendes Gelb bringt zusätzliche Farbe ins Spiel und was in der freien Natur gern gesehen wird, ist für manchen Gartenbesitzer ein wahrer Graus: Der Löwenzahn ist da! Er zählt landläufig zu den Unkräutern, ist er doch ein wahrer Fortpflanzungskünstler. Nicht nur seine Wurzeln sind extrem resistent gegen Entfernungsversuche aller Art. Kann man diese nicht komplett aus der Erde ziehen – was nur in sehr feuchtem und lockeren Boden gelingt – so kommen an der gleichen Stellen schon wenige Wochen später wieder die gezackten Blätter und kleinen grünen Bällchen mit Zackenkrone hervor. Aus den mittig ansiedelten Knospenbällchen leuchtet bald das frische Gelb. Die Blüte ist da und wenn diese verblüht, entsteht aus ihr die Pusteblume. Die kleinen Fallschirmchen mit den Samenkapseln als Ballonkorb, verbreiten sich durch den Wind und sorgen so für reichlich Nachwuchs.

Löwenzahn als Salat im Garten

Die wenigsten Gartenbesitzer würden sich den vermehrungsfreudigen Löwenzahn freiwillig in die Beete holen. Dabei ist er ganz friedlich, wenn man ihn richtig hegt und pflegt. Entfernen Sie regelmäßig die gelben Blüten und der Löwenzahn ist unter Kontrolle. Er breitet sich dann nur sehr langsam aus und Sie können sich beruhigt ein kleines Löwenzahnbeet anlegen, ohne sich vor einer Ausbreitung im ganzen Garten fürchten zu müssen. Dank seiner kräftigen Wurzel lässt er sich wie ein Schnittsalat abernten und wächst immer wieder nach. Er bevorzugt aber nährstoffreiche und lockere Böden. Je mehr Platz er hat, desto größer und salatähnlicher werden seine Blätter. In der Wiese oder auf nährstoffarmen Böden liegen diese mehr oder weniger flach am Boden und können schlecht gepflückt werden.

Vielseitigkeit pur

Löwenzahn ist ein toller Geschmacksbonus für viele Gerichte. Gerade die jungen frischen Blätter im Frühling sind eine wahre Köstlichkeit, wenn sie kleingeschnitten einem bunten Salat beigemengt werden oder statt Basilikum mit ihrem dunklen Grün den Tomatensalat verzieren. Je jünger und frischer die Blätter, desto weniger bitter schmecken sie. Und selbst die Blüten können zu einem Löwenzahnblüten-Sekt angesetzt werden oder ausgezupft als gelbe Blütenfäden über das Essen gestreut werden. Bunte Salate mit Blüten sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch gesund. Die getrockneten Blätter finden sich in vielen Gesundheitstees, zum Beispiel zur Blutreinigung oder für Magen und Darmerkrankungen. In Notzeiten wurde ein ganz anderes Getränk aus dem Löwenzahn gebraut. Seine Wurzeln dienten frisch geröstet und gemahlen als koffeinfreier Kaffee-Ersatz. Allerdings war der Geruch des Getränkes wohl besser, als der tatsächliche Geschmack.

Bitter ist gesund

Wer Löwenzahnblätter pur versucht, schmeckt sofort das Wertvolle an dem Korbblütler: Er steckt voller Bitterstoffe. Diese wecken die Lebensgeister, regen den Appetit an und machen dem Fettstoffwechsel so richtig Beine. Dazu entsäuern die Bitterstoffe den Organismus und schaffen so ein natürliches Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen – so sind sie schneller wieder fit und auch nach Krankheiten rascher wieder auf den Beinen. Bittere Gerichte sollen auch ganz hervorragende Muntermacher und Anti-Aging-Mittel sein, die ausgleichend auf Nerven, Herz und Kreislauf wirken und ebenso die Durchblutung von Hirn, Haut, Gewebe, sowie den Zellaufbau fördern.

Heilpflanzen maßvoll einsetzen

Doch auch beim Löwenzahn gilt dasselbe, wie bei jeder Heilpflanze: Die Dosis macht es aus. Obwohl er ganz hervorragende und seit langer Zeit hochgeschätzte Eigenschaften zur Entgiftung und Reinigung hat, sollte er nur in Maßen genossen werden, damit nicht aus einer heilenden Magen-Darm-Wirkung ein Brechdurchfall wird. Eine Handvoll Blätter als Beigabe reichen völlig aus, machen einen guten Geschmack und sind gesund!