
- Mietsoftware in der Lagerlogistik - RT-Log
On-Demand-Applikationen, Software als Service (SaaS) sowie das zukunftsweisende Betriebsmodell Cloud Computing sind in aller Munde. In der Logistik-Praxis derzeit noch eher selten aufzufinden, werden die Vorteile einer Internet-basierten Mietsoftware wie Abrechnungsmodelle nach tatsächlicher Nutzung auch für Materialfluss-, Lager- und Transportprozesse immer interessanter. Softwarehäuser betreiben bereits on Demand die ersten Logistik-Mietapplikationen für Ihre Kunden. Branchenkenner und Analysten gehen daher davon aus, dass sich die neue „Miet-Logistik“ schon bald dauerhaft neben der traditionell auf Servern installierten „On-Premise“-Software am Markt etablieren wird.
Lagerverwaltungssystem on Demand bei Luxemburger Logistikdienstleister realisiert
„Wir haben ein erstes Mietprojekt unseres Lagerverwaltungssystems Log Control-WHM on Demand in der Lagerlogistik des Luxemburger Logistikdienstleisters RT-Log realisiert“, berichtet stolz Carolin Höll, Marketing-Verantwortliche beim Pforzheimer Softwarehaus Log Contol. Beim Luxemburger Lagerlogistik-Projekt lagen die Schwerpunkte neben der reinen Lagerverwaltung vor allem in den Bereichen Postkommissionierung, Versandabwicklung sowie – als Basis für die Rechnungsstellung – im Reporting und der Lagergeldabrechnung. „Die Mietsoftware Log Control-WHM übernimmt dabei on Demand alle Prozesse von der Warenannahme über die Lagerung bis hin zur Kommissionierung und Verteilung“, bestätigt Hans Kelderman, Logistik-Manager bei den Luxemburgern. Ergebnis der Zusammenarbeit mit Log Control sei eine nun optimierte Ablauforganisation im Unternehmen durch rationelle und schlanke Prozesse sowie einfache, systemgeführte Buchungsvorgänge.
Der entscheidende Unterschied liegt im Finanzierungsmodell als Miete
„Der entscheidende Unterschied zwischen Software als Service und einem herkömmlichen Kaufprojekt liegt neben der Internet-Technologie vor allem im Finanzierungsmodell als Miete“, führt Höll weiter aus. Die Nutzung der Applikation ist auf die Dauer des Mietvertrages begrenzt. Die Mietapplikation bleibt zu jedem Zeitpunkt Eigentum der Pforzheimer. Hosting-Standorte können entweder das Log Control-Rechenzentrum oder – wie beim Projekt RT-Log – das Anwenderunternehmen selbst sein. Last, but not least sind die Serviceleistungen des Logistiksoftware-Spezialisten bei einem Mietprojekt umfangreicher als bei einem normalen Servicevertrag zum Kaufprojekt. Höll: „Wir sind verantwortlich für die Lauffähigkeit und Sicherheit der Prozesse und garantieren einen vorab definierten ‚Mieterfolg.‘“ Das Pforzheimer Softwarehaus ist sich sicher, dass On-Demand- und SaaS-Projekte in der Logistik keine Rarität bleiben werden, sondern dass vielmehr über das Internet der Trend hin zur Mietlösung gehe. Weitere angestoßene Projekte bestätigten diesen Eindruck. Höll: „Besonders in Logistikprozessen verbergen sich noch immense Einspar- und Verbesserungspotenziale, die mithilfe intelligenter Software und Applikationen aufgedeckt und genutzt werden können.“
Komplettes ERP-System für den Mittelstand on Demand verfügbar
Deutschlands größtes Softwarehaus, die Walldorfer SAP AG, setzt beim Thema Logistik On Demand auf ihr integriertes Enterprise-Resource-Planning-(ERP)-System SAP Business By Design. „Das Produkt ist ein vollständiges ERP-System für den Mittelstand – und das Ganze ‚on Demand‘. Auch die Logistik wird durch das darin enthaltene Supply-Chain-Management-Modul ganzheitlich im On-Demand-Modus abgedeckt“, sagt Carsten Pöschl, Leiter Produktvertrieb SAP Business By Design bei SAP Deutschland. Alle Logistikprozesse wie Ein- und Auslagern, Lagerplatzverwaltung und auch die Kommissionierung laufen bei Business By Design vollständig über gängige Browser. Das ERP-System wird als Mietmodell angeboten und im SAP-eigenen Rechenzentrum in St. Leon-Rot betrieben. Die Abrechnung erfolgt nach konkreter Mitarbeiter-Nutzung. Eine lokale Softwareinstallation ist daher nicht mehr nötig.
Produkt SAP Business By Design keine übliche Add-on-Logistiklösung
Das On-Demand-Produkt aus dem Hause SAP ist allerdings keine übliche Add-on-Logistiklösung zur Warenwirtschaft, sondern ein neues „ERP-Komplettpaket“ mit integrierten Wertflüssen. „‚Komplett‘ bedeutet, dass in die On-Demand-Lösung neben Warenwirtschaft, Einkauf und Logistik auch Funktionalitäten wie Projektmanagement, Customer Relationship Management (CRM) bis hin zu Anbindungen an Office-Anwendungen nahtlos integriert sind“, erläutert der Leiter Produktvertrieb. Als vorerst letzte Säule könne im Rahmen von Business By Design sogar ein Business-Intelligence-(BI)-Analyse-Tool für alle Unternehmensbereiche eingesetzt werden.
Firmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern sollen in die Wolke gelockt werden
Mit ihrer integrierten On-Demand-ERP-Lösung wendet sich die Walldorfer Softwareschmiede an Firmen zwischen 50 und 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. In der Logistik werden einfachere bis mittel komplexe Lagerkonzepte unterstützt. Insbesondere die drei Marktsegmente produzierende Unternehmen, Handel und Dienstleistungen sollen angesprochen werden. Poeschl: „Unsere aktuellen Installationen bei Telefunken in Heilbronn, dem Automobilzulieferer Uwe Braun oder American DJ, ein Großhändler mit umfassender Lagerlogistik, belegen klar, dass das On-Demand Konzept in der Logistikbranche eine Zukunft hat.“ Das Unternehmen SAP geht daher von einer zunehmenden Koexistenz von On-Demand- und traditionell auf Servern installierter „On-Premise“-Software aus.
On Demand:
Unter diesem Begriff versteht man traditionell Applikationen, die über das Internet genutzt werden. Eine klassische Software-Installation auf hauseigenen Servern findet bei On Demand nicht mehr statt. Im Unterschied zu Software as a Service sind diese Internet-Anwendungen nicht in jedem Fall auch über Mietverträge definiert. Teilweise bestehen sie auch aus Überlassungsverträgen mit eingebundenen Regelungen zu Upgrades und Versionsveränderungen.
Software as a Service (SaaS):
Analysten gehen davon aus, dass, nicht zuletzt getrieben durch die Euphorie um das neue Betriebsmodell Cloud Computing auch im deutschsprachigen Raum die Angebote und die Nutzung von On-Demand- und SaaS-Lösungen in der Logistik ständig zunehmen werden. Der entscheidende Punkt bei Software as a Service sind die Lizenzbedingungen, die anders sind als im klassischen Software- und auch teilweise im On-Demand-Geschäft. Lupenreine SaaS-Anbieter vermieten ihre Software und rechnen nach der tatsächlichen Nutzung ab. Darüber hinaus stellen sie die Applikationen und die notwendige Infrastruktur über das Internet zur Verfügung.
Quelle: Accenture
