Lohnt sich der Subskriptionskauf von Bordeaux Weinen?

Während der Subskription reift der Wein im Fass - Dieter Schütz / PIXIO
Während der Subskription reift der Wein im Fass - Dieter Schütz / PIXIO
Weine sind nicht nur in der Flasche, sondern auch vor ihrer Abfüllung käuflich erwerblich. Doch lohnt es sich?

Jährlich boomt das Subskriptionsgeschäft der Bordeaux Weine. Besonders in guten Jahrgängen lohnt sich dieser Verkaufsweg besonders für die Winzer. Doch ist es aus Sicht der Kunden ratsam, Bordeaux Weine vor ihrer Abfüllung vorzubestellen?

Das Verfahren

Laut "C und D" ist Subskription die "Vorbestellung eines Weines". Somit werden via Subskription nicht Flaschen, sondern die Rechte an diesen gekauft. Im Folgejahr eines Jahrgangs werden die Weine im Zeitraum März/April vorgestellt und ein paar Monate später dem Handel zum Verkauf angeboten. Während dieses Zeitraumes befinden sich die Weine noch in ihren Fässern. Dort verweilen sie je nach Winzer weitere 8-14 Monate. Danach erfolgt die Auslieferung.

Die Rolle unabhängiger Verkoster

Mit der Vorstellung der Weine beginnt der Verkostungsmarathon der internationalen Journalisten, allen voran: Robert Parker (WineAdvocate), René Gabriel (WeinWisser) und James Suckling (WineSpectator). Erst nachdem deren Bewertungen veröffentlicht wurden, legen die Winzer ihre Preise fest. Die vergebenen Punkte der unabhängigen Experten haben zumeist großen Einfluss auf die Preise. Deshalb siind starke Preisanstiege in guten Jahrgängen nicht unüblich. Während der Château Talbot 2007 33,50 Euro pro Flasche kostete (Robert Parker: 86 Punkte), beträgt dieser für 2010 mittlerweile 53,75 Euro (Robert Parker: 91-93 Punkte). Falls zwei Jahrgänge hintereinander sehr gut waren (wie beispielsweise 2009 und 2010), kann der zweite Jahrgang auch teurer als der erste sein, obwohl er minimal schlechter bewertet wurde. Der Château Talbot kostete 2009 49,50 Euro (Robert Parker: 92-94). Zum einen ist dies darauf zurückzuführen, dass im vorangegangenen Jahr nicht alle Interessenten mit dem begehrten Wein versorgt werden konnten und die Nachfrage konstant bleibt. Zum anderen können aufeinander folgende Jahrgänge sehr unterschiedliche Prägungen vorweisen (anderer Säuregehalt etc.), womit die Nachfrage der Vorjahreskäufer ebenfalls erhalten bleibt.

Vorteile der Subskription

Das Subskriptionsverfahren hat mehrere Vorteile für die Käufer. Zum einen sind einige Weine durch die Vorbestellung günstiger zu erwerben. Dies ist allerdings nicht immer der Fall. Zum anderen gibt es viele Weine nur in der Subskription zu kaufen, da sie während dieser restlos aufgekauft werden. Vor allem günstige Angebote werden zumeist innerhalb kürzester Zeit aufgekauft. Deshalb ist der Château Clos du Jaugueyron 2009 in Deutschland nicht mehr für unter 14 Euro erhältlich. Flaschen dieses Jahrganges sind nur noch in wenigen Shops erhältlich. Außerdem sind Sondergrößen (0,375 Liter, 1,5 Liter etc.) oft nur in der Subskriptionsphase bestellbar. Somit besteht der größte Vorteil der Subskription in der größeren Auswahl.

Nachteile der Subskription

Seltene Weine sind zumeist sehr begehrt. Deshalb müssen Interessierte besonders schnell zugreifen und diese kaufen. Da die Freigabe des Weines für den Handel nicht vorher angekündigt wird, ist eine hohe Reaktionszeit erforderlich. Weitere Nachteile bestehen darin, dass Weine gekauft werden, die der Kunde vorher nie probieren konnte, da sie erst später abgefüllt werden. Außerdem bringt der Subskriptionskauf keine risikosicheren Ansprüche auf die erstandenen Flaschen. Sollte der Händler Konkurs anmelden, ist die Aussicht, bereits bezahlte Weine dennoch zu erhalten, äußerst gering.

Sollte das Interesse an seltenen oder günstigen Weinen die Furcht vor den Risiken überwiegen, lohnt sich der Subskriptionskauf.

Thomas Meißner, A.C.

Thomas Meißner - Thomas Meißner, auch bekannt als "WineInspector", ist Student der Politikwissenschaft in Chemnitz und am Projekt der Chemnitzer ...

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